Ehrgeiz, Hochmut und eine Wahl
30.04.2009 | 19:03 Uhr 2009-04-30T19:03:00+0200
Günther Beckstein ist Kandidat für die EKD-Synode.
Durch sündigen Hochmut ist der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein bisher nicht aufgefallen. Das hat sich anscheinend bis heute nicht geändert. Denn jetzt ist Beckstein im Gespräch für ein neues Amt und auch dabei hält er sich merklich zurück. Es wird nämlich spekuliert, dass Beckstein Präses (Vorsitzender) der neuen Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) werden könnte.
Die neue Synode – ihr gehören 126 Mitglieder an – trifft sich gerade in Würzburg, um sich neu zu konstituieren und um am Wochenende ein neues Präsidium zu wählen. Der CSU-Politiker Beckstein (66) gehört dem Kirchenparlament als Vertreter der bayerischen Landeskirche an. Dass er jetzt als Kandidat gehandelt wird, quittierte er mit Zurückhaltung. Er habe in dieser Hinsicht keinen Ehrgeiz, sagte er gestern. „Ich bin neu in der Synode, das sind keine guten Voraussetzungen.” Allerdings: Sperren würde er sich nicht gegen das Amt, schob er vorsichtshalber hinterher.
Außer ihm sind die Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) im Gespräch, die Geschäftsführerin der Alfred-Herrhausen-Stiftung der Deutschen Bank, Marlehn Thieme und der Wiesbadener Jurist Karl Heinrich Schäfer vom Hessischen Rechnungshof. Amtsinhaberin Barbara Rinke (SPD) tritt wahrscheinlich nicht mehr an.
Wer immer das Rennen auch macht, er oder sie ist damit zugleich Mitglied des neuen Rates der EKD. Und aus dessen Mitte wird im Herbst der Nachfolger für Wolfgang Huber, den eloquenten EKD-Ratsvorsitzenden, gewählt. Von daher ist das an diesem Wochenende vielleicht schon eine Vorentscheidung. (awö)

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