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Hartz IV: Regelsätze für...

Dortmunder Familie brachte den Stein ins Rollen

19.10.2009 | 17:35 Uhr

Dortmund. Vor vier Jahren fasste sich Altenpflegerin Katrin Kerber-Schiel ein Herz. Obwohl sie berufstätig war und ihr Mann Joachim als Teilzeitkraft in einem Möbelhaus arbeitete, war die Dortmunder Familie auf Hartz IV angewiesen.

Dennoch wollte die Mutter ihren beiden damals fünf und sieben Jahre alten Kindern ein anständiges, sorgenfreies Leben bieten.

Daher ließ sie die staatlichen Zuwendungen für ihren Nachwuchs überprüfen. 207 Euro (der Betrag wurde inzwischen aufgestockt) reichten zwar aus, um satt zu werden. Reichten aber nicht, um die ältere Tochter auf Klassenfahrt zu schicken oder den Sohn, damals fünf Jahre alt, in einer Fußballmannschaft anzumelden. Die engagierte Frau schaltete deshalb im Jahre 2005 den Juristen Martin Reucher ein.

Im Auftrag der Kerber-Schiels legte dieser erfolglos Beschwerde bei der Arge ein. Dann klagte er vorm Sozialgericht, um später die Berufung beim Landessozialgericht Essen und schließlich die Revision beim Bundessozialgericht folgen zu lassen. Letzteres entschied: Der Regelsatz für Hartz-IV-Kinder ist verfassungswidrig. „Die Richter erklärten, dass es auch um die sozio-kulturellen Bedürfnisse der Kinder Arbeitsloser und Armer geht”, sagt Reucher. Teilhabe an Freizeitaktivitäten, Kultur, Bildung blieben bei diesen Regelsätzen auf der Strecke. Zurück zu Familie Kerber-Schiel, die den Stein ins Rollen brachte und dafür sorgte, dass die Regelsätze für Kinder beim Bundesverfassungsgericht überprüft werden: Katrin und Joachim freuen sich, etwas bewegt zu haben. Sie hoffen, „dass die Richter endgültig zu Gunsten der Kinder entscheiden”.

Silke Hoock

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Kommentare
22.10.2009
12:20
Dortmunder Familie brachte den Stein ins Rollen
von Bienchen6715 | #5

immer wenn es um die Erhöhung von Hartz IV Sätzen geht, kommen zu allererst Sprüche wegen eines Flatscreens (unter anderem). Mein Fernseher liegt auch in den letzten Atemzügen, Röhrenfernseher gibt es kaum noch zu kaufen und wenn dann nur geringfügig billiger als ein Flatscreen. Gebrauchtes Gerät ? Finde ich toll wenn man bei gebrauchten Geräten meist liest: Gerbrauchtes Gerät- defekt-für Bastler! Ein defektes Gerät habe ich selber. Hmmm also was tun? Habe letztens doch tatsächlich bei Kaufland ein Röhrengerät gesehen für 229 Euro. Prima... nur ich habe nicht mal ganz schnell 229 Euro übrig. Hmmm woran liegt das ? Ach jaaaa daran dass ich jeden Cent den ich erübrigen kann für meinen kleinen Sohn brauche. Er ist fast 3 und hat fast monatlich eine neue Konfektionsgröße. Heisst also ständig neue Kleidung, Schuhe, ab und an ein neues Spielzeug, uuuups essen muss er ja auch noch und Windeln braucht er auch.
Tja soviel dazu wie billig Kinder in dem Alter sind. Schliesslich welches Kind braucht schon irgendwelche Unternehmungen wie Zoo, Schwimmbad, Sport und Spiel.

20.10.2009
14:06
Dortmunder Familie brachte den Stein ins Rollen
von Zitell | #4

Ich bin froh, dass ich den Überprüfungsantrag gestellt habe. Dann kann ich mich endlich mal satt essen und für einen Flatscreen wird es dann auch reichen. Das ist der einzig Luxus seit Jahren. Böse Hexe, Ihr Name ist wohl Programm?

20.10.2009
13:54
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.10.2009
11:56
Dortmunder Familie brachte den Stein ins Rollen
von Erklärbär | #2

Es geht hier nicht darum, sehr geehrter Ralf Sträter, ob diese Familie einen Flatscreen im WoZi stehen hat, weil ein Fernseher, egal ob Flat oder noch die alte Röhre (wenn die alte Röhre kaputt geht, kauft man sich natürlich bei der heutigen Preislage einen Flat), heutzutage nun wirklich kein Luxusartikel mehr ist. Weil auch Kinder ein Recht auf Information haben und dabei schließlich lernen.
Es geht darum, dass das, was Rot-Grün da mit Hartz-IV zusammengemurkst hat, einfach gegen jedes Recht und Gesetz ist.
Aber unseren Herrschaften Volksvertretern kann man solche Sache ja nicht mal mit Großdemonstrationen verständlich machen (sie erinnern sich: weg mit Hartz-IV, wir sind das Volk).
Da müssen einfache Bürger zuletzt noch das Bundesverfassungsgericht bemühen, um unseren moralisch verkommenen Poltikern den rechten Weg zu weisen.

20.10.2009
09:11
Dortmunder Familie brachte den Stein ins Rollen
von Ralf Sträter | #1

Familie Kerber-Schiel ist mir gestern in der Lokalzeit Dormund des WDR Fernsehens aufgefallen. Ich empfand es als recht interessant, daß im Wohnzimmer der Familie ein doch ganz üppiger Flatscreen steht. In der verbindung mit einer Aussage kann die Kinder nicht auf Klassenfahrt schicken hat hier wohl eine Prioritätenverschiebung - zugunsten des teuren Fernsehers und zu ungunsten der Kinder - stattgefunden. Es ist immer so die Frage was denn für ein Menschenwürdiges Leben notwendig ist und was nicht. M.E. ist es doch die Edelglotze nicht.

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