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Dieser Konflikt muss ausgetragen werden

11.12.2009 | 21:31 Uhr

Im Duisburger Moschee-Streit muss keine "Ruhe" einkehren - jedenfalls nicht, wenn damit ein fauler Kompromiss gemeint ist.

Wunder dauern etwas länger, und das „Wunder von Marxloh” macht da keine Ausnahme. Wer geglaubt haben mag, das mit vielen Vorschusslorbeeren gestartete Duisburger Vorzeigeprojekt sei immun gegen die Konflikte in der türkisch-muslimischen Gesellschaft, weiß es nun besser. Die Kombination aus Moschee und weltlich geprägter Begegnungsstätte unter einem Dach ist orthodoxen Anhängern des Islam offenbar ein Greuel.

Das Gute ist: Während solche Konflikte früher im Dunkeln abliefen, spielt sich zumindest dieser auf offener Bühne ab. Genau da gehört er auch hin. Die türkische Religionsbehörde Ditib liegt falsch, wenn sie Marxloh bald wieder „Ruhe” wünscht. Das Ringen um einen offenen und transparenten Islam muss ausgetragen werden, und die Öffentlichkeit ist dabei der natürliche Verbündete der liberalen Kräfte.

Auch ein Integrationsminister sollte übrigens zur Gefährdung eines bundesweit gefeierten Integrationsprojekts etwas zu sagen haben – mit diplomatisch formulierter Anteilnahme wäre man ja fürs Erste zufrieden. Doch Armin Laschet, sonst nicht um Worte verlegen, zieht es vor zu schweigen. Seltsam.

Frank Stenglein

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Kommentare
12.12.2009
22:51
Dieser Konflikt muss ausgetragen werden
von Maxima N | #16

@Klaus: Die Sorgen derer, die Angst vor Überfremdung oder Islamismus haben, muss man ernst nehmen. Aber nochmal, die Politik kommentiert doch auch nicht, wenn irgendwo ein neuer Bischof ins Amt kommt! Warum soll die Politik den internen Streit im Vorstand einer Gemeinde kommentieren? Wir müssen den Unterschied klar machen, zwischen Islam als Religion und Islamismus als fundamentalistische Strömung. Alle Muslime unter Generalverdacht zu stellen, geht nicht. Umso entschiedener müssen aber Extremisten bekämpft werden. Sie selbst; Klaus, haben Recht, wenn Sie sagen, es müssen nun liberale bzw. gemässigten Muslime selbst die Stimme erheben und klar machen, welche Auslegung des Islams sie wollen und vor allem, welche sie NICHT wollen. Das kann aber glaubwürdig nur von den Muslimen selbst kommen. Alle historischen Vergleiche hinken, aber die Reformation musste auch von Luther kommen.

12.12.2009
21:57
Dieser Konflikt muss ausgetragen werden
von Klaus Bochum | #15

Was heißt Anti-Stimmung? Die will ich nicht verbreiten, die gibt es längst. Drei Viertel aller Deutschen fürchten sich vor einer Ausbreitung des Islam. Stand als Studie in allen Zeiten. Sollen wir das zugunsten irgendeiner Wohlfühlstimmung ignorieren? Die heutigen Reaktionen, das stand in der WAZ, auf den Moschee-Streit in duisburg waren eindeutig. Nämlich besorgt. Wollen wir wirklich die Politik aus der Verantwortung lassen, sich um diese Dinge zu kümmern? Schließlich werden diese Entwicklungen irgendwann, so sicher, pardon, wie das Amen in der Kirche, zu einer Frage der inneren Sicherheit.

12.12.2009
19:12
Dieser Konflikt muss ausgetragen werden
von Tora | #14

An Klaus aus Bochum,
sie wollen generelle antistimmung verbreiten, da hat
die Maxima aber doch die besseren argumente und einen fairen klaren blick.

12.12.2009
01:04
Dieser Konflikt muss ausgetragen werden
von Klaus Bochum | #13

Muslime, die keine Exremisten sein wollen, finde ich wirklich prima. Sie sind, in Kants Sinn, wirklich ein zivilisatorischer Fortschritt.
Von der Religion völlig abzusehen, erscheint mir allerdings als weltfremd. Immmerhin pochen Muslime auf ihre Religion, und denken Sie mal ein wirklich anspruchsvolle filme oder romane, die den konflikt zwischen säkularen gesellschaften und dem anspruch von Muslimen thematisieren. Und meistens geht es blutig aus.
Nein, diese Dinge müssen thematisiert werden. Und vom wem? Klar, von den Medien. Wenn die den Mut dazu haben. Aber selbstredend auch von Politikern. Kein Mensch nimmt denen ab, dass sie sich auf die Marktplätze stellen und zu solchen Sachverhalten nichts sagen.
Schlafen Sie gut, Maxima. Es war mir eine Freude.

12.12.2009
00:50
Dieser Konflikt muss ausgetragen werden
von Maxima N | #12

@Klaus Bochum: Das ist doch keine formalistische Antwort, wenn man auf den Unterschied zwischen den religiösen und nicht-religiösen Fragen hinweist. Stellen Sie sich einfach mal vor: Es gibt Muslime, die völlig unreligiös sind, die nie in eine Moschee gehen. Denen ist es, gelinde gesagt, völlig schnuppe, was die Jungs da in Duisburg treiben. Die sind vielleicht bestens integriert und fühlen sich von einem Osama bin Laden genauso wenig angesprochen, wie von T. Erdogan. Was ist dann mi ihnen? Der Denkfehler ist - Integrationspolitik mit der Religion gleichzusetzen. Damit wird man sehr vielen Menschen nicht gerecht. Und nun zur Rolle des Staates in einer säkularen Gesellschaft: Waren es nicht gerade die Konservativen in dieser Republik, die tief empört waren, als ostdeutsche protestantische Kanzlerin den Papst wegen der Pius-Brüder kritisierte?! Wer soll denn im Vatikan eingreifen? Rom? Berlin? Madrid? Nein so einfach ist es nicht. Eins ist ganz klar - Ehrenmorde, Zwangsheirat,etc. gehen gar nicht und müssen bestraft werden. Was die Politik hier macht? Sie setzt sich zum Beispiel dafür ein, dass ein Straftatbestand Zwangsverheiratung in das Strafgesetzbuch aufgenommen wird. Aber sie kann nicht mit Moscheegemeinden über den Richtungsstreit im Islam diskutieren. Wohl aber über den islamischen Religionsunterricht, weil dieser unter deutscher Schulaufsicht, in Deutsch und von den in Deutschland ausgebildeteten Lehrern stattfinden soll. Überzeugt?

12.12.2009
00:45
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von Klaus Bochum | #11

Frau maxima, von welchem Kontinent Sie auch stammen, ich gönne Ihnen das letzte Wort. Ich gehe nämlich jetzt schlafen. träumen Sie gut.

12.12.2009
00:36
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von Klaus Bochum | #10

Die meisten Muslime bei uns kommen aus der Türkei. Aber wie kommen Sie auf den Trichter, dass die desweegen die trennung von Kirche und Staat verinnerlicht hätte. Muss ich Ihnen wirklich alles aufzählen von arrangierten Ehen bis Ehrenmorden, das deutlich macht, dass eben doch allzu viele die Trennung von Kirche und Staat nicht verinnerlicht haben?
Sie machen einen Denkfehler. Die säkulare Gesellschaft bei uns wird garantiert vom Staat. Dass heisst, in Konflikten müssen wir gerade nach dem Staat rufen! Außerdem erwarten die Bürger eine Antwort von unserem Staat, und der wird nun einmal verkörpert von der Politik.
Der Versuch, über die Islamkonferenz und den Integrationsgipfel eine formale/formalistische Antwort zu geben auf die Integrationsprobleme, offenbart doch gerade, wie sehr eine aktuelle, mutige der Politik fehlt.

12.12.2009
00:26
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von Maxima N | #9

Unsere Unterstützung für den offenen, europäischen Isalm (den es durchaus gibt, siehe Bosnien) leben wir doch jeden Tag vor. Und wir können froh sein, dass die meisten Muslime bei uns aus der Türkei stammen, sprich - die Trennung von Staat und Religion seit Atatürk kennen. Nebenbei - in der Türkei darf keine Frau mit dem Kopftuch an einer Uni studieren. Bei uns schon. Das Beispiel Frankreich zeigt, dass es auch anders gehen kann. Die arabisch-stämmigen Zuwanderer in Frankreich, die latent anti-westlich, anti-amerikanisch, ja anti-semitisch sind, sind von einem moderaten Islam im Zweifel weiter entfernt, als die Türken bei uns. Nur: man kann nicht einerseits die Errungenschaften einer säkularen Gesellschaft hoch halten wollen und gleichzeitig in solchen Konfliktsituationen nach dem Staat rufen. Es ist doch richtig und klug, dass es auf Bundesebene einerseits die Islamkonferenz gibt, die der für das Staatskirchenrecht zuständige Bundesinnenminister verantwortet und in der es um religiöse Fragen geht. Und andererseits gibt es den Integrationsgipfel der Kanzlerin, der sich mit Sprache, Bildung, Arbeit, Kultur, etc. beschäftigt.

12.12.2009
00:21
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von Klaus Bochum | #8

Maxima N., schlafen Sie schon? ich hätte gern Ihre erwiderung.

12.12.2009
00:10
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von Klaus Bochum | #7

Bei einer Auseinandersetzung im Vatikan wurde Eugen drwedermann zitiert. Es kommt doch nicht darauf an, ob man Gegner zulässt oder nicht, sondern welchen Wert ihre Meinung hat. Necla kelek auszusortieren, weil sie eine kritische, aber intelligente stimmte ist, geht nicht in Ordnung.
Zweitens: Die Politik darf den Konflikt orthodoxer/liberaler Islam nicht den islamischen Interessenvertretern überlassen. Denn die sind damit eindeutig überfordert. Gibt es etwa einen offenenen, innerreligiösen Dialog?
Wer vertritt denn hier noch die Interessen der deutschen Nehrheitsgesellschaft, die an Integration sehr wohl interessiert ist, nicht aber an Abspaltung, Paralleluniversen, Segregation?
Wofür sind Minister gewählt, bzw. ernannt?

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