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Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Abwrackprämie

23.01.2009 | 13:58 Uhr
Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Abwrackprämie

Berlin. Ab sofort kann jeder Privatmann eine so genannte Umweltprämie von 2500 Euro erhalten, wenn er gleichzeitig sein mindestens neun Jahre altes Auto verschrottet und einen Neu- oder Jahreswagen kauft. Doch Achtung: Der Fördertopf reicht nicht für alle.

Welche Autokäufer bekommen die Abwrackprämie?

Alle Bürgerinnen und Bürger, die ihren alten Wagen abschaffen und sich dafür einen neuen kaufen wollen, können einen Zuschuss in Höhe von 2.500 Euro für den Kauf beantragen. Das Altfahrzeug muss aber vor dem 14. Januar 2000 zugelassen worden sein, also wenigstens neun Jahre alt sein. Außerdem muss der Gebrauchte schon länger als ein Jahr auf den Käufer zugelassen sein. Das neue Auto muss auf den Namen des Halters des alten Wagens zugelassen werden.

Ab wann gilt die Regelung?

Stichtag für die Umweltprämie ist der 14. Januar 2009. Die Regelung läuft am Ende dieses Jahres aus.

Gibt es den Zuschuss für alle gekauften Autos?

Nein, die Regelung gilt nur für Neuwagen und für so genannte Jahreswagen. Bei Neuwagen kommt es darauf an, dass sie wenigstens die Abgasnorm Euro 4 erfüllen und es sich um eine Erstzulassung handelt. Gebrauchte Fahrzeuge, auch wenn sie weniger als ein Jahr auf einen privaten Kunden zugelassen waren, werden nicht subventioniert. Als Jahreswagen sieht das Bundeswirtschaftsministerium alle Pkw an, die höchstens ein Jahr auf einen Kfz-Händler oder einen Autohersteller zugelassen waren.

Wie kommt der Kunde an die Förderung?

Die Reihenfolge von Verschrottung und Neukauf ist laut Wirtschaftsministerium egal. Die Auszahlung der Prämie erfolgt durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Die Behörde erarbeitet derzeit die Antragsformulare für die Förderung. Es ist für die begünstigten Autokäufer ratsam, schon jetzt einen formlosen Antrag auf den Zuschuss zu stellen. Denn die gesamte Fördersumme des Bundes ist auf 1,5 Milliarden Euro begrenzt und die Verteilung der Prämie erfolgt nach der Reihenfolge, in der die Anträge eingehen. Der Händler darf das Antragsverfahren für die Kunden übernehmen.

Was geschieht mit dem alten Fahrzeug?

Das alte Auto muss verschrottet werden. Auch ein Verkauf ins Ausland ist nicht erlaubt. Der Wagen muss in einem anerkannten Demontagebetrieb abgewrackt werden.

Verlangen die Behörden irgendwelche Nachweise?

Der bürokratische Aufwand ist gering. Verlangt wird eine Bestätigung, dass der alte Wagen ordnungsgemäß verschrottet wird und ein Nachweis der Zulassung vom alten und vom neuen Wagen durch den Antragsteller.

Wo gibt es weitere Informationen?

Die Behörde hat unter der Nummer 06196 908470 eine Hotline eingerichtet. Dort erhalten Autokäufer alle notwendigen Detailinformationen. Im Internet ist das Amt unter der Adresse www.bafa.de präsent.

Kann die Regel missbraucht werden?

Die Bundesregierung arbeitet noch an den Klauseln, die den Missbrauch der Regelung verhindern sollen. Es könnte zum Beispiel eine Mindestfrist für den Besitz des neuen Autos geben. Auch muss sichergestellt werden, dass Schrotthändler die oft noch fahrtüchtigen Altfahrzeuge nicht ins Ausland bringen und dort verkaufen.

Lohnt sich die Umweltprämie für alle Autofahrer, die ihren alten gegen einen neuen Wagen eintauschen wollen?

Die Interessenten sollten rechnen und zunächst einen Blick in die Gebrauchtwagenbörsen wagen. Wenn der Gebrauchte noch mehr wert ist als 2 500 Euro, lohnt sich der Privatverkauf mehr als das Verschrotten für die Subvention. Gleiches gilt, wenn das Fahrzeug beim Händler für eine höhere Gutschrift in Zahlung gegeben werden kann.

Was will die Bundesregierung mit der Förderung erreichen?

Die Autoindustrie soll mit der Umweltprämie aus der Krise gezogen werden. Viel Händler sitzen auf unverkäuflichen Modellen, weil sich die potenziellen Kunden zurückhalten. Die Subvention soll die Zurückhaltung beenden. Zugleich erhofft sich die Politik einen Beitrag zum Umweltschutz, weil die schmutzigeren alten Autos durch den neuesten Stand der Technik ersetzt werden.

Was sagen Kritiker zur Umweltprämie?

Der Verkehrsclub Deutschland lehnt die Abwrackprämie ab. Der Verein befürchtet Mitnahmeeffekte und Betrügereien. Außerdem bemängeln Umweltschützer, dass die Subvention nicht an den Kauf besonders umweltfreundlicher Modelle geknüpft wurde. Ein noch größeres Ärgernis ist für die Kritiker die Befreiung der Neuwagenkunden von der Kfz-Steuer, die auch ein Bestandteil des Klimapakets ist. Der Käufer eines spritfressenden Großfahrzeugs wird dabei um bis zu 1400 Euro entlastet.

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Wolfgang Mulke

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Kommentare
28.01.2009
13:27
Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Abwrackprämie
von Anonym | #17

Warum schenkt uns Frau Merkel nicht lieber 2.500,00 EUR, um unser älteres Auto, was noch völlig intakt ist, umzurüsten auf Flüssiggas oder Ethanol? Damit wären vielen sehr viel mehr gedient - nicht nur den Autokonzernen und den Banken, die dann teure Kredite verkaufen zwecks Autokauf. Und jetzt auch noch die KFZ-Steueränderung, die garantiert die Besitzer von älteren Autos, die sich nämlich keine Neuwagen leisten können, kostentechnisch noch mehr belasten wird.

18.01.2009
10:53
Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Abwrackprämie
von Observador | #16

Super! Das Gauner-Kartell aus Gebrauchtwagenhändlern, Gutachtern und Werkstätten wird wissen, wie maximaler Profit aus diesem Ding aus dem Tollhaus zu schlagen ist. Diese Idee kann nur von Ahnungslosen kommen.

17.01.2009
16:49
Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Abwrackprämie
von ellerw1 | #15

Welche Investition lohmnt sich eher? 100 Euro einmalig für ein Kind oder 2500 Euro für eine Umweltkiste?
Ach, ich vergaß, die Bevölkerungsdichte in Deutschland wird ja anders geregelt.

17.01.2009
16:45
Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Abwrackprämie
von Lolalol | #14

Wer sich sowas ausdenkt musste noch nie für etwas langfristig arbeiten und ansparen. Meine Wertesystem das ich mit vielen Bekannten teile steht kopf.
Politiker und schämen......ehe wird eine Schimpansin Königin von England.

17.01.2009
13:26
Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Abwrackprämie
von renegade | #13

@nimmemannhof
hallo, n., auch, wenn bereits hier angesprochen, geht es nicht um afrika. auch nicht um die globale umweltschädigung. es geht auch nicht um die dinge, die noch vor einem jahr, auf der politischen agenda die oberen positionen eingenommen haben. jetzt geht es darum, wie die erstwelt-länder ihre pfründe und daseinsberechtigung sichern. insgesamt gesehen werden wir das ziel verfolgen, aus der krise gestärkt hervorzugehen. negierungen und logische einwände sind in diesem wichtigen prozess nicht erwünscht. merke: der gesetzgeber hat immer recht. :)
im übrigen halte ich es durchaus für möglich, das sich unsere politiker schämen. aber im verborgenen. abends, im bett, wenn sie in das kehren, was von ihrem innern übrig ist. :--)

17.01.2009
13:09
Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Abwrackprämie
von nimmermanhof | #12

Diesen Blödsinn müsste man einem armen Afrikaner erklären. Er würde ihn wahrscheinlich gar nicht glauben. Aber: Sein billiges altes Auto wird vor Ort jetzt noch teurer oder er bekommt keines mehr. Auch so verteilt man das Geld von unten nach oben. Autos sind in unserem Land ein Vielfaches wert von einem Kind. Das nennt man verlogene Lobbypolitik. Und die Partei nennt sich christlich soziale Union.Wo ist da das Christliche und das Soziale? Deutschlands Politiker sollten sich schämen.

17.01.2009
13:02
Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Abwrackprämie
von renegade | #11

@ 10 von G.

genau. steuerverschwendung wie gehabt. und die gleichheit hört bei den geringverdienern auf. wer nicht zahlen kann, wird rücksichtslos überrollt. ich achte im verkehr auf mögliche fehler anderer, darum bin ich noch am leben. der himmel möge mich vor dir schützen.

17.01.2009
12:35
Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Abwrackprämie
von G. | #10

Ich habe nicht den Eindruck gewinnen dürfen, dass es hier um eine Umwelt- oder Verschrottungsföderung geht, sondern um Aktionismus...
Cleverer wäre vielleicht gewesen, ein Pfand auf (alle derzeit!) zugelassene Autos zu nehmen (z.B. 1000 €) - bei nachgewiesener Verschrottung gibts das dann zurück. Bis dahin kann man grob fuhrwerken und prassen mit der fremden Kohle, ganz ohne Neuverschuldung...
Wer sich das Pfand nicht leisten kann, hat Pech und kein zugelassenes Auto (oder darf bestenfalls abstottern) - diese fahren dann eben kein Auto und schonen so die Umwelt... (ist vielleicht *******, aber pragmatisch)

17.01.2009
11:33
Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Abwrackprämie
von I. | #9

UMWELTPRÄMIE?!?!?!?!?!?! Das ist so enorm lächerlich... dann sollten sies schon beim Namen nennen und es Wirtschaftsankurbekprämie nennen...... was sind denn schon 9 Jahre..... n neuen Jahre altes Auto fährt fast immer noch wunderbar, die glauben doch nicht ernsthaft, dass jemand so n Auto in die Presse schickt.... jeder mit einigermaßen Verstand wird sich den Wisch ausfüllen lassen und das Auto dann als Export verkaufen, es darf ja nur in Deutschland nicht mehr zugelassen werden. Toll, dann werden die Kärtchen am Auto hinterlassenden noch zu den Umweltschützern der Nation, das unsere alten Autos dann woanders rumfahren juckt die deutsche Umwelt ja nicht, Hauptsache hier fahren nur noch reine tolle Neuwagen rum.... wenn man darüber mal nachdenkt könnte man sich doch nur noch am laufenden Band übergeben.... wer sich sowas ausdenkt gehört 3x täglich vor laufenden Kameras verhauen ;-)

17.01.2009
10:59
Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Abwrackprämie
von Miroslav | #8

Eine Abwrackprämie in Höhe von 2.500 € für ein mind. 9 Jahre altes Auto zu zahlen, wenn dies verschrottet und gleichzeitig dafür ein Neu- oder Jahreswagenwagen ab Euronorm 4 gekauft wird, ist absolut unvernünftig. Wer will das eigentlich und noch dazu mit welchem unnötigen Bürokratiemehraufwand in der Praxis kontrollieren, ob der Schrotthändler das Altfahrzeug tatsächlich verschrottet oder nicht doch z. B. nach Litauen ausgeführt hat? Wäre es anstelle einer Abwrackprämie nicht sinnvoller und attraktiver für unsere Umwelt und die Autoindustrie gewesen, für die Zulassung von Neufahrzeugen der Euronorm 5 bis 31.12.2009 statt 19% MWSt. generell nur den ermäßigten Steuersatz in Höhe von 7% zu veranschlagen? Wofür brauchen wir eigentlich Politiker, die derart unnütze Gesetze beschließen und verabschieden? Wann kommt endlich die lang ersehnte Abwrackprämie für überflüssige Politiker?

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