Die Werte der Aufklärung
10.04.2009 | 16:45 Uhr 2009-04-10T16:45:43+0200Die Abkürzung GWUP wird hier jetzt mal nicht erklärt, sie ist zu kompliziert für den Anfang; jedenfalls ist das eine Vereinigung von einigen hundert (Natur)Wissenschaftlern, die gegen Esoterik, Parawissenschaften und sonstigen Humbug fröhlich zu Felde ...
... ziehen. Skepsis ist ihr Handwerkszeug. Skepsis, also das Gegenteil von Glaube. Woran glauben Skeptiker, lieber Martin Mahner? Und Mahner sagt: "Müsste man nicht erst ,Glaube´ definieren?" Oh, hier weht der kühle Wind der wissenschaftlichen Exaktheit.
Der Mann mit dem sprechenden Namen leitet das Informationszentrum der GWUP, wo sie hinter die Kulissen der Scharlatanerie blicken. "Es gibt Dinge, die muss man letztlich glauben als Voraussetzung wissenschaftlichen Denkens. Zum Beispiel, dass die Welt überhaupt real ist, dass sie Gesetzmäßigkeiten folgt und dass es Kausalität gibt", sagt der 50-Jährige.
Auf dieser Grundlage vertraue er "berechtigterweise allem, was empirisch nachgewiesen ist: Der Mensch kann ja nicht alles immer wieder selbst überprüfen." Skeptiker glaubten "ganz altmodisch an die Werte der Aufklärung: Glaubt nichts ohne Belege. Sind die Sachen überprüfbar? Erwägt pro und contra. Haltet nichts schon für wahr, nur weil es schön ist oder wünschenswert." Das gehe bis zu ethischen Fragen: "Zitiere Deine Quellen. Begehe kein Plagiat. Obwohl der Inhalt ja nicht falsch wird, wenn ich ihn klaue."
Aus Gesprächen wisse er, dass die Entscheidung in jungen Jahren falle, ob ein Mensch "auf die skeptisch-wissenschaftliche Schiene kommt oder nicht. Ich fand halt Was-ist-Was-Bücher toll, etwa verglichen mit Fußball. Warum, kann ich nicht sagen", so Mahner: "Ich war noch keine zehn, da habe ich dem Religionslehrer kein Wort mehr geglaubt. Heute haben Sie etwa Kinder von Kreationisten, die glauben dem Biologielehrer kein Wort mehr."
GWUP ist die "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften". www.gwup.org. Tel: 06154 / 69 50 21 Hubert Wolf
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