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Die Jagd auf Jungakademiker

29.03.2009 | 16:07 Uhr
Die Jagd auf Jungakademiker

Berlin. Einige Personalvermittler suchen gezielt Uniabsolventen. Wer auf die Headhunter zugeht, erhöht seine Chance auf einen Stellenermittlung. „Wir freuen uns über jede gute Bewerbung”, sagt Christian Richter, Co-Geschäftsführer der auf junge Akademiker spezialisierten Personalberatung select if.

Normalerweise interessieren sich Headhunter nur für Führungskräfte und Fachpersonal. Sie suchen Manager und Spezialisten. Mit Jungakademikern können die Personalvermittler in der Regel nichts anfangen. Doch es gibt Ausnahmen. Einige der 2000 Agenten in Deutschland haben sich auf Absolventen, die frisch aus dem Hörsaal kommen, spezialisiert. Wer selbst auf die „Jäger” zugeht, verbessert seine Chancen, zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden. Besonders gute Karten hat, wer sich von der Masse abhebt.

„An der Uni hat sich keiner für meine Fähigkeiten interessiert”, erzählt ein Software-Entwickler. Dem Großteil der zwei Millionen Studenten an den deutschen Hochschulen dürfte es genauso gehen: weit und breit keine Spur von den so genannten Headhuntern. Dabei warten manche Personalagenturen nur darauf, dass sich die Studenten und Absolventen bei ihnen melden.

Bewerbungen gern gesehen

„Wir freuen uns über jede gute Bewerbung”, sagt Christian Richter, Co-Geschäftsführer der auf junge Akademiker spezialisierten Personalberatung select if. „Hochschulabsolventen werden mehr und mehr gefragt.” Vor allem mittelständische Unternehmen würden sich bei der Suche nach Nachwuchskräften an das Düsseldorfer Unternehmen wenden. „Für sie ist es schwierig den Hochschulmarkt zu durchblicken”, weiß Richter. Auch beim Mitstreiter access sind Neuzugänge „absolut erwünscht”.

Nicht nur die Freude über Initiativbewerbungen haben beide Firmen gemeinsam. Sowohl bei select if, als auch bei access konzentrieren sich die Personalberater auf die Vermittlung von Absolventen ganz bestimmter Fachrichtungen. „Vor allem klassische Fächer wie BWL, Ingenieurwesen und Informatik werden von den Unternehmen nachgefragt”, sagt access-Personalberater Stephan Dong-Jin Oh. Bei select if sieht es ähnlich aus: „Wir sind vor allem in den Bereichen Informatik und Ingenieurwesen tätig, aber auch Fächer wie BWL und Psychologie sind gefragt – wenn es sich beispielsweise um Berufe im Personalwesen dreht”, sagt Firmenchef Richter.

Wichtig sind Soft Skills

Gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt versprechen die Vermittler Kandidaten, die sich von der Bewerbermasse abheben. Praktika, gute Noten und Auslandserfahrungen machen Jobaspiranten interessant. Doch auch wer nicht so einen guten Abschluss hingelegt oder kein Semester in einem anderen Land studiert hat, kann auf ein Vorstellungsgespräch hoffen. „Die Soft Skills werden immer wichtiger”, sagt der select-if-Chef. Wer organisieren kann, gerne im Team arbeitet und flexibel ist, hat also gute Karten.

Auf der Suche nach erfahrenem Personal rufen die Headhunter schon mal direkt am Arbeitsplatz an, wie unser Software-Entwickler weiß: „Nach vier Jahren im Job wurde ich tagsüber angerufen – die wollten mich abwerben!” Bis heute kann der Programmierer nur darüber spekulieren, woher die Vermittler seine Daten hatten.

Warum eine Person ins Visier eines Personalvermittlers gerät kann unterschiedliche Ursachen haben. Zum einen durchforsten die Agenten die eigene Bewerberdatenbank. Zum anderen durchstöbern sie Zeitungsanzeigen oder recherchieren direkt im Markt. Das bedeutet, sie gehen zum Beispiel auf Veranstaltungen, wie Messen oder Kongresse, um Kontakte zu knüpfen. Mittlerweile begeben sich viele Headhunter auch ins Internet und durchsuchen virtuelle Job-Plattformen, wie Absolventa, Monster oder Xing. Vielleicht sind die Personaler auch so auf den Programmierer aufmerksam geworden. Kurz vor dem Abwerbanruf hatte er sich ein Profil bei einem Job-Netzwerk angelegt.

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Mandy Kunstmann

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Kommentare
31.03.2009
22:04
Blockierter Kommentar.
von rene.bogdanski | #11

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

31.03.2009
16:15
Die Jagd auf Jungakademiker
von DerSupaTypAusDerEonWerbung | #10

Dass es für diese Art von Personalbeschaffung (oder auf Wichtig-Tu: Personal Recruiting) einen Markt gibt zeigt, dass Unternehmen immer stärker auf eine Jungspunt-Unternehmenskultur setzen anstatt auf Weiterbildung und lebenslanges Halten erfahrener Mitarbeiter. Ziemlich dumm bei der gegenwärtigen demographischen Entwicklung. Zumal die immer jüngeren und homogeneren (s. die immer gleichen Kriterien im Lebenslauf) Mitarbeiter auch in leitenden Positionen letztendlich die Wettbewerbsfähigkeit verringern. Wie las ich doch letztens irgendwo: Bei BMW sieht man zwar überall adrette Leute, mit denen man sich nett unterhalten kann, aber irgendwie hat man das Gefühl, die sehen alle gleich aus. Wer aber seine Personalpolitik auf Accessment-Center, standardisierte Personalentwicklungsinstrumente und normierte Personalauswahlverfahren setzt, braucht sich am Ende nicht zu wundern, dass den Mitarbeiter Persönlichkeit und Kreativität fehlen. Leider stehen unsere überall zu findenden 35-jährigen Experten für Human-Resources (menschliche Vorräte) auf genau diesen methodischen Blödsinn. Und man kann es ihnen nicht ausreden. Schließlich ist das Risiko zu groß, auch mal für eine unkonventionelle Entscheidung persönlich gerade stehen zu müssen und sich dann nicht auf Allerwelts-Methodik herausreden zu können.

31.03.2009
14:57
Die Jagd auf Jungakademiker
von Karl der Kleine | #9

Nie vergessen:
Arbeitsverträge sind Verträge zum Zweck der gegenseitigen Ausbeutung. Und NICHTS weiter.
Der berühmte Teamplayer ist bloss der Depp, der feierlich verspricht, nie am Stuhl seines Chefs zu sägen.
Und Headhunter sind so ziemlich der letzte ......
Wenn die Leute irgendwas könnten, hätten sie ja tolle Jobs in der Industrie!!
Das ist dasselbe wie die Vermögensberater in der Bank- wenn die was könnten, wieso arbeiten sie noch in der Bank??

31.03.2009
01:42
Die Jagd auf Jungakademiker
von dasKollektiv | #8

Nachwuchs formt man, Nachwuchs kauft man nicht,
Absolventen braucht man nicht, der Markt kommt ohne aus!

30.03.2009
20:01
Die Jagd auf Jungakademiker
von Anne Sollinger | #7

Absolventa ist auch mehr Schein, als Sein :-)

http://www.secretsites.de/joblog/?p=533

30.03.2009
19:55
Die Jagd auf Jungakademiker
von FelixAustria | #6

Von der Bewerbermasse abheben.

Praktika....

Vermittler versprechen......

Nach vier Jahren wurde ich angerufen - tagsüber

Tut mit leid. Aber die Nachwachsenden Rohstoffe sollten sich Eines vor Augen halten:

Verdienen - tun immer nur die Headhunter. Die haben ihre Diplome in Struwweligreden gemacht.

War vor 25 Jahren schon so und ist heute nicht anders. Ansonsten ist der Artikel eine nette PR-Kampagne für eine Branche, der in den nächsten Wochen das Wasser bis zum Hals stehen wird. Weil Unternehmen kurzarbeiten, insolvenzen und entlassen - nicht einstellen.

Nicht mitbekommen?

Da kommt neben dem jungen Gemüse noch jede Menge abgezockter alter Rüben auf den Markt:

Wer wird wohl gewinnen, wenn es um die Existenz der Unternehmen geht.

Der/die Junge mit Praktikum und Auslandssemester oder der Alte Hase mit einem viertel Jahrhundert Berufserfahrung?

30.03.2009
16:24
Die Jagd auf Jungakademiker
von Argus | #5

BWL sollte als Ekel-Fach reduziert werden!

30.03.2009
15:14
Die Jagd auf Jungakademiker
von Angelika Macht | #4

Man sollte anmerken, dass nur sehr wenige Berater / Headhunter auf Absolventen und Young Professionals spezialisiert sind.
http://www.alma-mater.de und http://www.spirofrog.de sind Spezialisten auf diesem Gebiet der junge Karriere!

30.03.2009
14:52
Die Jagd auf Jungakademiker
von Martin Tobor | #3

Datenbank durchforsten, telefonieren, Zeitungsanzeigen durchstöbern: Nur nicht mit den möglichen Menschen in unmittelbaren Kontakt treten! Dabei ist es so einfach: Kopf(geld)jäger, geh einfach mal into eine Studentenkneipe rein - musse aber auch wirklich reingehen ... nicht nur in sondern into . Spendier ein Bierchen und du hast Kontakte ohne Ende.

30.03.2009
12:22
Die Jagd auf Jungakademiker
von Marlene Opiolla | #2

Hallo Marlene,

m.E. ein schöner Artikel

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