Die Abschlussarbeit clever angehen

Bremen..  Wer sein Studium erfolgreich abschließen will, steht am Ende vor einer Herausforderung: der Abschlussarbeit. Kaum jemandem fällt dieser Schritt leicht. Die Arbeit verlangt nicht nur Fachwissen, sondern auch eine gute Organisation. Viele Absolventen wissen aber nicht, wie und wo sie beginnen sollen. Folgende Tipps können helfen:

Themenwahl

Am Ende des Studiums blicken Absolventen auf unzählige Seminare und Vorlesungen zurück. Trotzdem fällt die Wahl des Themas für die Abschlussarbeit häufig schwer. „Das Wichtigste ist, die eigenen Interessen zu berücksichtigen“, sagt Schreibcoach und Kommunikationstrainer Peter Holz aus Bremen. Sich monatelang für ein langweiliges Thema zu motivieren, ist extrem schwer. Deshalb Achtung: Dass der Prof. ein bestimmtes Thema gerade zu vergeben hat, sollte nie der alleinige Grund für die Auswahl sein.

Eine Möglichkeit ist, sich an Studienschwerpunkten zu orientieren. Eine Alternative kann ein Thema sein, das für den späteren Job hilfreich ist. Als Inspiration können ältere Abschlussarbeiten dienen.

Eingrenzung

Als nächstes geht es an die Eingrenzung. „Eine gelungene Arbeit ist durch eine eindeutige Forschungsfrage und eine klare Antwort charakterisiert“, erklärt Holz. Doch wie die finden? Steht das Thema, lesen Studenten sich zunächst in den aktuellen Forschungsstand ein. Interessante Aspekte besprechen sie dann mit ihrem Betreuer, mit Kommilitonen und Freunden. So bekommen sie ein Gefühl dafür, ob die Fragestellung passt.

Zeitplanung

Nach der Ausarbeitung der Fragestellung kommt die Literaturrecherche? „Falsch“, sagt Holz. Zuerst kommt die Planung. Ohne vernünftiges Zeitmanagement legen Absolventen besser nicht los. Sonst ist die Gefahr groß, zu lange zu recherchieren und zu wenig Zeit für das Schreiben zu haben. Studenten planen die Monate bis zur Abgabe am besten genau durch. Sie können zum Beispiel festlegen, dass sie nach dem ersten Monat auf dem aktuellen Forschungsstand sein wollen und diesen für die Einleitung niedergeschrieben haben, sowie eine Gliederung haben. Nach dem zweiten Monat soll das erste Kapitel stehen und so weiter. Der Zeitplan endet idealerweise zwei Wochen vor dem Abgabetermin. „Man sollte mit Verzögerungen rechnen.“

Recherche

Nach der Planung kommt die Recherche. Mancher setzt sich nun tagelang in die Bibliothek. Doch nur passiv Wissen aufzunehmen, reicht nicht. Stift und Papier sollten schon jetzt bereitliegen, um wichtige Stellen gleich zu notieren, erklärt Cornelia Rémi vom Institut für Deutsche Philologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Auch Gedanken, Argumente und Formulierungsideen werden am besten gleich aufgeschrieben. Diese Notizen helfen dabei, etwas zu Papier zu bringen.

Schreibblockade

So früh wie möglich fangen Studierende dann damit an, Text zu produzieren. Manchem fällt das sehr schwer. Kommt man partout an einer Stelle nicht weiter, hilft es, erst einmal etwas anderes zu machen. Ein Beispiel: Der Übergang vom ersten zum zweiten Kapitel der Arbeit will nicht gelingen. Statt sich nun daran festzubeißen, kann es besser sein, erst einmal in der Einleitung die Methodik zu erklären. So gewinnen Studenten etwas Abstand zum Problem – und haben am Abend trotzdem das Gefühl, für die Arbeit etwas geschafft zu haben.

Doch nicht immer gelingt es, den Knoten im Kopf von allein zu lösen. Dann sollten Studenten den Betreuer aufsuchen. „Wer Unterstützung an konkreten Stellen benötigt, bringt eine grobe Gliederung oder ein paar ausformulierte Seiten mit“, erklärt Rémi. So kann der Betreuer feststellen, wo es genau hapert.

Aufschieben

Viele Studenten schieben ihre Arbeit auf, wenn es an einer Stelle schwierig wird. Selbst sehr disziplinierten Menschen passiert das. Ein Stück weit ist das typisch, sagt Judith Wellbrock von der Studienberatung der Freien Universität in Berlin. Sie rät deshalb, von Anfang an bei der Planung großzügig zu sein. Es ist nicht realistisch, fünf Monate für die Arbeit zu recherchieren und die Seiten dann in einem Monat niederzuschreiben. Gut ist deshalb, auch den Zeitplan mit Kommilitonen durchzusprechen.