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Deutsche-Bank-Chef Ackermann erleidet Schwächeanfall

15.01.2009 | 18:34 Uhr

Nach der Bekanntgabe des Milliarden-Verlusts beim deutschen Branchenprimus wurde Josef Ackermann kurzzeitig ins Krankenhaus eingeliefert. Er lehnt weiterhin Staatshilfen ab. Andere Banken haben schon zugegriffen. Eine Übersicht.

Symbolischer hätte die Nachricht von einem Schwächeanfall des Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann nicht sein können: Kaum hatte der Schweizer die Öffentlichkeit mit einem Gewinn-Zusammenbruch beim deutschen Branchenprimus geschockt, wurde er laut Medienberichten am Mittwochabend mit einem Kreislaufkollaps in ein Berliner Krankenhaus eingeliefert. Gestern arbeitete Ackermann aber wieder.

Josef Ackermann auf der Bilanzpressekonferenz der Deutschen Bank vor knapp einem Jahr. Foto: AP

Ein Deutsche-Bank-Sprecher spielte den Vorfall herunter: Der Chef habe sich nur eine Magenverstimmung zugezogen – was am Essen bei einem Empfang der Bank in Berlin gelegen habe, sagte er.

Zuvor hatte Ackermann selbst schwer verdauliche Kost geliefert und für 2008 einen 3,9-Milliarden-Verlust bekannt gegeben. Obendrein schleicht sich noch der Staat durch die Hintertür ein. Denn durch den Einstieg der Deutschen Post mit acht Prozent ist nun der Bund mit 2,5 Prozent an der Deutschen Bank beteiligt. Grund: Der Staat hält 31 Prozent an der Post. Bislang hatte Ackermann aber jede Beteiligung oder Hilfe des Staats ausgeschlossen.

Auch weiterhin herrscht große Verunsicherung, was noch an Negativbotschaften von den Banken bevorsteht. So brachen die Postbank-Aktien gestern um 19 Prozent ein. Um ihre Position zu stärken, nehmen aber immer mehr Institute Hilfen in Anspruch. Hier eine Übersicht:

Commerzbank

Der staatliche Rettungsfonds Soffin hat der Commerzbank 18,2 Milliarden Euro als Eigenkapitalhilfe zur Verfügung gestellt und greift dem Institut zudem mit Garantien von gut 15 Milliarden Euro unter die Arme. Damit wurde die Dresdner-Bank-Übernahme gesichert. Im Gegenzug steigt der Staat mit 25 Prozent plus eine Aktie bei der Bank ein.

Hypo Real Estate

Das Institut erhält 30 Milliarden Euro Garantien vom Soffin sowie weitere 50 Milliarden von privaten Instituten, die zum Teil vom Staat abgesichert werden. Der Bund steht wohl vor einem Einstieg.

BayernLB

Die Bank bekommt 15 Milliarden Euro Soffin-Garantien und zehn Milliarden Eigenkapital vom Freistaat Bayern, der zudem 4,8 Milliarden Euro an Garantien übernimmt.

HSH Nordbank

Der Soffin gewährt der Landesbank 30 Milliarden Euro an Garantien.

WestLB

Die Eigentümer der westdeutschen Landesbank, das Land und die Sparkassen, sichern heikle Wertpapiere mit fünf Milliarden Euro ab. Es wird zudem ein zweiter Risikoschirm diskutiert.

IKB

Die Mittelstandsbank erhält zehn Milliarden Euro Liquiditätshilfen von der staatseigenen KfW und fünf Milliarden Euro an Soffin-Garantien.

SachsenLB

Der Freistaat Sachsen übernimmt Garantien über 2,75 Milliarden Euro für die Landesbank, die nun als SachsenBank zur Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) gehört.

Anträge auf Hilfen

Die Volkswagen Bank hat Garantien über zehn Milliarden Euro beim Soffin beantragt. Laut Soffin-Sprecherin Susanne Mehlhorn liegen insgesamt 15 Anträge auf Hilfen vor, weitere Angaben machte sie nicht. Zudem wird geprüft, ob die LBBW Eigenkapitalhilfen von fünf Milliarden Euro sowie Garantien von 15 Milliarden Euro von den Eigentümern, der Stadt Stuttgart, dem Land Baden-Württemberg und den Sparkassen erhält.

Mehr zum Thema:

Deutsche Bank mit Milliarden-Verlusten

Christopher Shepherd

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Kommentare
17.01.2009
11:01
Deutsche-Bank-Chef Ackermann erleidet Schwächeanfall
von Miroslav | #1

Bad Boy will Bad Bank. Ein Fall für Aktenzeichen XY...ungelöst? Oder eine neue Geschäftsidee von Franjo P. und dem Skandal-Rapper B.? Mitnichten, Deutsche-Bank-Chef Joe Ackermann will allen Ernstes eine Bad Bank gründen, um auf diesem Wege seine faulen Ramsch- und Risiko-Wertlospapiere abzustoßen und mit dem Victory-Zeichen bzw. seinem berühmten Strahlemann-Lächeln der selbstverschuldeten Finanzkrise zu trotzen. Dabei sollen die Gewinne der Deutschen Bank, der sog. Good Bank, privatisiert bleiben und die milliardenschweren Verluste von einer halbstaatlichen Bad Bank getragen und sozialisiert werden. Regierungskreise schätzen, dass damit auf den Steuerzahler mind. 400-500 Milliarden € zukommen, die durch die Bankenkrise verursacht wurden. Diese überaus unseriöse und unmoralische Aufspaltung der Banken in Good Bank und Bad Bank beweist in meinen Augen das Vorhandensein von enormen, suizidalen Kräften im Kapitalismus. Joe Ackermann mutiert so zum Dr. Jekyll und Mr. Hyde des Spätkapitalimus. Karl Marx sähe damit seine These bestätigt, dass sich der Kapitalismus letztendlich selber überwindet und auflöst.

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