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Der Ripper von Ruhrort

26.09.2008 | 16:06 Uhr

Silvia Kaffke lässt ihren historischen Krimi "Das rote Licht des Mondes" in Duisburg spielen.Vor der Kulisse der heute noch erhaltenen Häuser aus dem 18. Jahrhundert treibt ein Frauenmörder grausames Spiel

Kennt Ruhrorts dunkle Seite: Silvia Kaffke. Foto: A. Barth

Duisburg-Ruhrort, ein nebliger Abend im Jahre 1854. Die 35-jährige Carolina Kaufmeister macht eine entsetzliche Entdeckung. Sie findet die furchtbar zugerichteten Leichen zweier Mädchen, denen man das Herz aus dem Leib gerissen hat. Das kleine Städtchen am Rhein ist gelähmt vor Angst. Denn der unbekannte Frauenmörder schlägt noch häufiger zu . . .

Mit "Das rote Licht des Mondes" hat die Duisburger Kriminal-Autorin Silvia Kaffke jetzt ihr fünftes Buch herausgegeben. Es ist ein historischer Kriminalroman, der zwischen den Häusern begüterter Kaufleute und den finsteren Löchern des in der Frühindustrialisierung wachsenden Proletariats spielt.

Ihre fesselnde Geschichte ist im wirtschaftlichen und sozialen Geflecht Ruhrorts des 19. Jahrhunderts angelegt, dessen Menschen - so wie der Bürgermeister Günter Weinhagen - zu Protagonisten ihres spannenden Romans werden.

Die 1962 in Duisburg geborene Silvia Kaffke lebt selbst in Ruhrort, das seit 1854 rings um den historischen Altstadt-Kern deutlich gewachsen ist. Die Autorin ließ sich dabei von den verwinkelten Gassen und vom Kopfstein-Pflaster rund um das historische Firmengelände von Haniel inspirieren: "Die alten Häuser aus dem 18. Jahrhundert haben meine Fantasie angekurbelt."

Ihr Debüt als Autorin hatte Silvia Kaffke im Jahr 2000 mit ihrem Krimi "Messerscharf", der mit Ann-Kathrin Kramer in der Rolle der BKA-Ermittlerin Michelle Eisner verfilmt wurde. Die Liebhaberin von Fantasy-Literatur pflegt für ihre Bücher stets die genaue Recherche. So bewegt sich in ihrem neuen Kriminal-Roman die intelligente Spediteurs-Tochter Carolina Kaufmann in einem Milieu sozialer Unfreiheit, dem unverheiratete Frauen im nicht mehr ganz jungen Alter in dieser Zeit kaum entrinnen konnten.

Doch Silvia Kaffke lässt Carolina Kaufmann den Kampf gegen gesellschaftliche Ungerechtigkeit und gegen den mysteriösen Frauenmörder aufnehmen. Die mutige Lina begibt sich gemeinsam mit Robert Borghoff, dem neuen Kommissar der Stadt Ruhrort, auf die Spur der Finsterlinge, die in ihrer Grausamkeit teuflische Züge entwickeln. In den kleinen Straßen Ruhrorts tauchen weitere Frauenleichen ohne Herz auf. Wo und wer ist er, der grausame Ruhrort-Ripper?

Silvia Kaffke ist es gelungen, ihre präzisen Ortskenntnisse mit einer guten Erzählung zu verbinden, die den Leser stets zu fesseln weiß. Die genaue Zeichnung ihrer Figuren und deren Umgebung macht ihre Literatur zu einer Zeitreise mit großem Unterhaltungswert.

Silvia Kaffke, "Das rote Licht des Mondes", Wunderlich, 510 Seiten, 19,90 E.

Von Thomas Becker

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