Der Reitsport sitzt wieder fest im Sattel
01.02.2009 | 13:58 Uhr 2009-02-01T13:58:00+0100Dortmund. Beim 57. Internationalen Reitturnier in Dortmund wollen die Veranstalter für den sauberen Sport kämpfen: Kein Reiter darf starten, gegen den national oder international ein Verfahren wegen eines Medikationsverstoßes anhängig ist.
Krise, Niedergang, Glaubwürdigkeitsschwund. Nach den Olympischen Reiterspielen in Hongkong schien es düster auszusehen für den Reitsport. Doch zwei Monate vor dem Internationalen Reitturnier in der Dortmunder Westfalenhalle straft die Entwicklung indes alle Schwarzmaler Lügen.
Das Masters-League-Finale Ende 2008 in Frankfurt/Main war das bislang erfolgreichste und blieb damit gänzlich unberührt von Finanz- und Pferdekrise, das Weltcupturnier in Leipzig verzeichnete jüngst einen Rekordbesuch von über 53 000 Zuschauern, vor zwei Wochen in Münster war die Halle an vier Tagen ausverkauft. Und auch für Dortmund zeichnet sich ab, „dass der Besucherzuspruch ein guter wird”, sagt Organisator Dr. Kasper Funke. Gleichwohl räumt er ein: „Wenn wir das Vorjahresergebnis von 38 500 Zuschauern erreichen, dann sind wir sehr, sehr zufrieden.”
Auch ein beliebtes Turnier ist kein Selbstläufer
Auch ein beliebtes Turnier wie das in Dortmund ist kein Selbstläufer. Aber Funkes Optimismus fußt auf zwei Faktoren. Mit dem Finale der neuen Dressurserie Meggle-Champions und der ersten Station der neuen Serie Young Masters League für U25-Springreiter sieht er das sportliche Angebot weiter aufgewertet. Und er setzt auf den Faktor Glaubwürdigkeit. „Wir haben schon vor Hongkong vermehrt Dopingkontrollen eingeführt und werden auch jetzt über die mittlerweile von den Verbänden eingeführten Regelungen hinausgehen.” Der Chef von Escon-International, einem der großen deutschen Turnierveranstalter, sieht ein Umdenken in der gesamten Branche. „Im Vorjahr haben uns ausländische Verbände und einige Reiter noch kritisiert, da fühlten sich einige angegriffen.” Mitterweile werde der Kampf für einen sauberen Sport auf breiter Basis geführt.
In Dortmund heißt das, dass dank einer neuen Ausschreibung kein Reiter mehr starten darf, gegen den national oder international ein Verfahren wegen eines Medikationsver-stoßes anhängig ist. Außerdem denken Funke und seine Kollegen noch weiter: „Bis jetzt wird bei Vergehen immer der Reiter bestraft. Es sollte auch Sanktionen gegen den Pferdebesitzer und den behandelnden Tierarzt geben.”
Auch damit scheint Deutschland wieder einmal eine Vorreiterrolle einzunehmen. „Natürlich haben wir nach Hongkong auch diskutiert. Aber insgesamt ist es ruhig geblieben”, sagt der niederländische Spitzenreiter Gerd-Jan Bruggink. Er gehört zu denen, die jetzt schon ihre Meldung für Dortmund abgegeben haben. Auch Deutschlands Top-Star Ludger Beerbaum hat zugesagt, während der Marler Christian Ahlmann, der wegen einer Doping-Affäre um seinen Wallach Cöster von den Reiterspielen in Hongkong ausgeschlossen worden war, noch nicht auf der Startliste steht. „Aber er hat mir zu verstehen gegeben, dass er das Dortmunder Turnier in seinem Plan hat”, versichert Kasper Funke.
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