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Der Papst spricht im Internet

24.01.2009 | 09:16 Uhr
Der Papst spricht im Internet

Rom. Ein Mausklick – schon erscheint Papst Benedikt XVI. auf dem Computer und spricht. Suchmaschinenbetreiber Google hat dem Vatikan einen eigenen You-Tube-Kanal zur Verfügung gestellt. Ein großer Schritt für den kleinen Kirchenstaat und seine Aktivitäten, den die römische Zentrale zu schätzen weiß.

„Wir stehen am Beginn eines Weges im weltweiten Netz, der uns weit bringen wird”, kündigte Vatikansprecher Pater Federico Lombardi SJ im prall gefüllten Pressesaal an. „Ein wahres Geschenk für die Menschheit” sei das Internet, so hat auch Papst Benedikt XVI. in seiner Botschaft „Neue Techniken – neue Verbindungen” geschrieben: Dieser Text zum katholischen Welttag der Medien am 24. Mai ist der erste des Kirchenoberhauptes, der sich direkt an die digitale Generation wendet.

Bisher in vier Sprachen, darunter auch Deutsch, ist der Kanal abrufbar unter http://it.youtube.com/vaticande. „Pope Tube” wird er schon scherzhaft rund um den Vatikan genannt. Das vatikanische Fernsehzentrum CTV, Radio Vatikan und eine Videoagentur sind beteiligt. Täglich sollen ein bis drei Kurzvideos von höchstens zwei Minuten Länge gezeigt werden.

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Christa Langen-Peduto

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Kommentare
24.01.2010
15:38
Der Papst spricht im Internet
von Paul Haverkamp | #8

Das Internet kann binnenkirchliche Reformen in der katholischen Kirche nicht ersetzen

Mit Hilfe des Internets das Evangelium an die Menschen heranzutragen und mit Angehörigen anderer Religionen ins Gespräch zu kommen, ist gewiss eine „in der Zeit“ liegende Option der katholischen Kirche. Doch die Frage stellt sich sofort, warum nur Priester und nicht auch Laien vom Papst aufgefordert werden, sich an der Offensive zu beteiligen.

Für mich ist es eine nicht minder notwendige Aufgabe, Papst Benedikt immer wieder aufs Neue aufzufordern, endlich die seit Jahrzehnten aufgestauten Reformschritte zu gehen, damit die Kirche auch von Innen ein „Aggiornamento“ vollzieht, anstatt den Reform ablehnenden Kräften innerhalb der katholischen Kirche (Opus Dei, Pius-Bruderschaft, u.a.) ständig den Rücken zu stärken. Inzwischen muss die Frage gestellt werden, ob Papst Benedikt persönlich noch ein Konzilsbefürworter ohne Wenn und Aber ist.

Im Gegensatz zu allen anderen europäischen Staaten hat der Vatikan bis auf den heutigen seine absolutistischen bzw. autokratischen Herrschaftsstrukturen nicht abgelegt und die vatikanischen Instanzen nicht im Entferntesten daran denken, sich den Gedanken von „Partizipation“ und „Communio“ zu öffnen. Wegen der erforderlichen Kürze kann ich in diesem Zusammenhang die binnenkirchlichen Reformen nur auflisten:

• Im Vatikan darf es – frei nach absolutistischer Willkür – keinen rechtsfreien Raum geben. Das Fehlen einer unabhängigen richterlichen Instanz muss umgehend korrigiert werde Gewaltentrennung müsste auch für die Kirche kein Fremdwort mehr sein. Wir brauchen ein Prozessrecht, das den Menschenrechten auch in der Kirche zur Geltung verhilft. (Das Recht auf einen frei gewählten Verteidiger, der Akteneinsicht verlangen kann, Rekursinstanzen usw.) . Der Papst hat somit absolute diktatorische Vollmachten und ist letztlich nicht an Gesetze und Gremien (etwa Organe der Kurie) gebunden. Zu keinem historischen Zeitpunkt war der Papst mit einer solchen universalen Machtfülle und Durchsetzungskraft ausgestattet wie heute. Der Vatikanstaat hat in moderner Weise das von Gregor VII. 1075 formulierte Prinzip bestätigt: „Der Papst wird von niemandem gerichtet, er ist keiner Staatsgewalt untergeben. Der Papst übt hingegen im Vatikanstaat absolute Staatsgewalt aus und ist damit (neben dem Fürsten von Monaco) der letzte absolute Herrscher in Europa, der selbst an keine Verfassung gebunden ist (sondern auch Verfassungsgesetzgeber ist).

• „In ihrer Rechtsgestalt, …. präsentiert sich die Kirche als ein Ort sakral begründeter Herrschaft, in der christliche Freiheit zu Gehorsam wird.“ ….. Der Sehnsucht nach Freiheit und Verantwortung wurde begegnet durch die Einforderung von Gehorsam, allein aufgrund formaler Autorität unabhängig von Einsicht. Die Laien bilden nach wie vor die hörende Kirche. So weit die Rechtsordnung mit ihrem Gehorsamsanspruch.“ Kurz gefasst, lautet die Formel: Christliche Freiheit erfüllt sich im Gehorsam.“ Was den Gläubigen in der real existierenden Kirche zugemutet wird, heißt, die heilige Herrschaft als die wahre Form christlicher Freiheit zu verstehen und zu akzeptieren. Freiheit gegen die Hierarchie, gegen das Lehramt kann es nach deren Selbstverständnis legitim nicht geben. (Prof. Werner Böckenförde)

• Für die katholische Kirche sehe ich die deutliche Gefahr, dass der auf den Zölibat verpflichtete Klerus schlicht ausstirbt. An Geistlichen würde es nicht mangeln – es mangelt bloß an Zölibatswilligen. Zur Abschaffung des Pflicht-Zölibats gibt es keine Alternative!

• Jesus hat keinen Menschen aus seiner Mahlgemeinschaft ausgeschlossen, zu der er insbesondere diejenigen einlud, die am Rande der Gesellschaft lebten. Diese Mahlgemeinschaft, Anzeichen des himmlischen Hochzeitsmahls, symbolisiert die Gleichheit aller vor Gott ; denn Gott akzeptiert alle ohne Ansehen der Person, erwartet aber auch von denen, die sich zum Mahle einladen lassen, eine brüderliche und schwesterliche Nähe und den Glauben an die liebende und verzeihende Kraft seiner frohmachenden und den Menschen befreienden Botschaft. Es wird kein wirkliches ökumenisches Aufeinander-Zugehen geben, wenn der Geist von Macht- und Herrschaftsausübung das Denken bestimmter Personen bestimmen sollte. Geist subsistiert nicht nur in einer Kirche, die dann in der Gefahr steht, diesen Geist als Monopolanspruch gegenüber den anderen Kirchen zu missbrauchen. Zum Konzept der Suche nach einem „differenzierten Konsens“ oder dem Anstreben einer ökumenischen Einheit gemäß der Richtschnur „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“ kann und wird es keine Alternative geben.

• Das Thema „Frauen in der Kirche“ ist ein weiteres Skandalproblem im innerkirchlichen Problembereich. Wenn die Kirchenhierarchie sich mit Vehemenz versucht dagegen zu wehren – und dabei keinerlei biblische Argumente vorweisen kann – so wird an diesem Problem deutlich, wie das Thema „Macht“ innerkirchlich eine absolute Vorrangstellung hat. Die Abwertung der Frau in der Frage der Gottebenbildlichkeit, und die Ableitung der Unterordnung der Frau aus der sog. Schöpfungsordnung hat bis heute Konsequenzen: Weil die Frau zur Unterordnung bestimmt ist qua Schöpfungsordnung, kann sie nicht dazu taugen, ein Amt zu übernehmen, das explizit zu Führungsaufgaben führt.

• Wenn der Papst sein Amt als pontifex maximus, also als „oberster Brückenbauer“, verstehen würde, dessen vornehmste Aufgabe darin bestünde, die Menschen aller christlichen Kirchen bzw. Konfessionen in aller Welt unter dem jesuanischen Leitbild, wie es die Bergpredigt entwirft, zusammenzuführen, so könnte ich mir sehr wohl eine Zukunft dieses Amtes vorstellen. Viele Christen – auch Christen der reformierten Kirchen – würden heute einen universalkirchlichen Petrusdienst als menschliche Einrichtung (iure humano) für durchaus nützlich ansehen, eine sog. „Communio mit Petrus“; jedoch wird die katholische Kirche zur Kenntnis nehmen müssen, dass sie Abschied nehmen muss von der Vorstellung einer „Communio unter Petrus“. Katholische Christen werden verinnerlichen müssen, dass sie nicht Angehörige einer Papstkirche sind, sondern Mitglieder der Kirche Jesu Christi, zu der der Papst gehört, der darin den Dienst und das Amt des Petrus wahrnimmt. Die Zeiten, in denen der Papst wie im Mittelalter weltliche Macht und Herrschaft besaß, waren nicht Höhepunkte, sonder Tiefpunkte der Papst- und Kirchengeschichte.

• Die geplanten pastoralen Neuordnungen der Bischöfe tragen den Bedürfnissen der Gläubigen in keiner Weise Rechnung und vernachlässigen in sträflicher Weise die Gemeindebildung (Koinonia). Die Priester sind mit den zunehmenden Leitungsaufgaben überfordert. Die Ehrenamtlichen, denen keine wirkliche Verantwortung und Kompetenz übertragen wird, sind immer weniger bereit, als Lückenbüßer tätig zu werden. Statt struktureller Scheinlösungen, die an der Kirchenbasis sehr umstritten sind, möchte ich die Bischöfe auffordern, die Eigenverantwortung der Gemeinden nach dem Subsidiaritätsprinzip zu stärken. Alle Strukturmodelle, die auf den Priester als Gemeindeleiter fixiert sind, zerstören die christlichen Gemeinden in ihrem theologischen Kern. Damit die gemeinsame Mahlfeier Mittelpunkt gemeindlichen Lebens bleibt, müssen neue liturgische Formen entwickelt werden, die nicht auf das Amt fixiert sind, so wie dies z.B. das aktuelle Diskussionspapier „Kirche und Amt“ der niederländischen Dominikaner vorschlägt.

• Der Bereich der päpstlichen Jurisdiktion, so durchgreifend er sich gestaltet, ist indes keineswegs ein unfehlbarer. Päpste haben durchaus fehlgeurteilt, etwa Bonifaz VIII. mit seiner Bulle ‚Unam sanctam’ (Dem römischen Papst sich zu unterwerfen, sei für alle Menschen unbedingt zum Heil notwendig – „das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir“), der inzwischen seliggesprochene Pius IX. mit seiner Abwertung der modernen Freiheitsrechte als „Wahn“ oder auch der heiliggesprochene Pius X. mit seinen höchst parteilichen Stellungnahmen beim Modernismus-Streit. Doch es ist in erster Linie nicht nach persönlichen Schwächen oder Fehlern einzelner Päpste zu fragen, sondern nach dem päpstlichem Amt als solchem, das doch unter bestimmten Bedingungen Unfehlbarkeit und jederzeit maßgebliche Universaljurisdiktion beansprucht. Hier stellen sich erhebliche Anfragen : Wieso konnten Kirche und Päpste bei Ketzertötungen, Kreuzzügen, Konfessionskriegen, Freiheits-Verurteilungen überhaupt offiziell zustimmen und mitwirken? Wie steht dies alles zum Selbstanspruch des Papstamtes und letztlich des Christentums selbst? Kann man hier überhaupt für Vergangenes um Vergebung bitten? Und wer vermag diese Vergebung auszusprechen? Wer auch soll der Adressat solcher Bitten sein? In den Blick zu nehmen ist somit nicht bloß das Problem einer Kirche aus Sündern, sondern pointiert formuliert : die sündige Kirche. Zu Recht fordert deshalb Hans Küng : „Keine fadenscheinige Unterscheidung zwischen der ‚heiligen’ Kirche und den sündigen Gliedern, wo, um die Heiligkeit ‚der Kirche’ nicht zu kompromittieren, völlig abstrakt unterschieden wird zwischen den Gliedern und der Kirche selbst, die angeblich sündlos bleibt. Aber : Kirche gibt es nicht in abstracto, sondern in concreto!“

Um die Dringlichkeit innerer Reformen im Bereich der katholischen Kirche zu verdeutlichen, seien abschließend einige Zahlen genannt:

Im Jahr 2008 traten in Deutschland 120.000 Gläubige aus der katholischen Kirche aus. Dem standen nur 14.000 Eintritte und Wiederaufnahmen gegenüber. Den evangelischen Kirchen kehrten im gleichen Jahr 160.000 Menschen den Rücken. Zudem entwickeln sich die Deutschen immer mehr zu Feiertagschristen und besuchen die Gottesdienste nur noch zu Anlässen wie Weihnachten, Taufen oder Hochzeiten. Die Teilnahme an Sonntagsgottesdiensten geht dramatisch zurück.

In Deutschland sank die Zahl der neu geweihten Diözesan-Priester 2008 erstmals seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 1962 unter 100.

Aber es geht nicht nur um das zahlenmäßige Problem des Priestermangels, sondern um die Frage, ob der Zölibat und der Ausschluss von Frauen heute nicht den evangeliumsgemäßen Auftrag der Gemeindebildung entscheidend behindert. Biblisch ist die Ordination nur unverheirateter Männer nicht begründbar.

Der Schweizer Bibelwissenschaftler Herbert Haag, der sich gegen eine „Zwei-Stände-Kirche“ von Klerikern und Laien wandte, schrieb 1997 in seinem Buch „Worauf es ankommt“: „Priestermangel, Gemeinden ohne Eucharistie, Zölibat, Frauenordination bezeichnen die Probleme, die zwar nicht allein, aber doch weitgehend die gegenwärtige Not der katholischen Kirche bestimmen. Die Krise der Kirche wird so lange andauern, wie sich diese nicht entschließt, sich eine neue Verfassung zu geben. (...) Vierhundert Jahre lang waren es nach unserem Sprachgebrauch ‘Laien’, die der Eucharistie vorstanden. Dies zeigt, dass ein sakramental geweihter Priester nicht erforderlich ist und weder biblisch noch dogmatisch begründet werden kann.“

Das Konzilsdekret „Lumen gentium“ (8) stellt zum Wesen der Kirche fest, dass sie „Sünder in ihrem eigenen Schoße“ umfasst. „Sie ist zugleich heilig und stets der Reinigung bedürftig, sie geht immerfort den Weg der Buße und Erneuerung.“

Das 2. Vatikanische Konzil nennt die Kirche eine ecclesia semper reformanda, eine Kirche, deren Wesen es ist, sich ständig zu reformieren. Das darf aber nicht so verstanden werden, als würde sich die Kirche allein schon durch ihre Existenz reformieren. Reform ist kein passives Geschehen. Reformieren heißt auch nicht: Neues um des Neuen willen, sondern: Neues um der Lebendigkeit willen, wenn das Alte nicht mehr dem Leben dient, sondern nur noch Selbstzweck ist. Und solche Selbstzwecke gibt es noch genug in der Kirche!


Paul Haverkamp, Lingen

28.01.2009
13:47
Der Papst spricht im Internet
von SuppeWirdNurHeißGekocht | #7

Was der so sagt interessiert ich überhaupt nicht. Egal was im Fernsehen oder Internet von ihm gesprochen wird oder in der Zeitung steht. Veraltete Ansichten, erschreckend, dass die heutzutage noch so verbreitet werden ...

26.01.2009
20:26
Der Papst spricht im Internet
von Hexenblut66 | #6

Wen google vom Vatikan gutes Geld bekommt-Warum nicht-der Vatikan hat doch genug Geld!

25.01.2009
11:45
Der Papst spricht im Internet
von Web.Jet | #5

Forscher erklären YouTube-Epidemien:
Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich haben mit mathematischen Methoden die Aufmerksamkeitsspirale beschrieben, die abläuft, wenn YouTube-Videos zum Renner werden. http://www.em-multi-shop.at/pg208.html

25.01.2009
11:18
Der Papst spricht im Internet
von tginbo | #4

... der Einfluss in den Schulen reichte denen noch nicht!!

24.01.2009
11:21
Der Papst spricht im Internet
von kuba4711 | #3

Was für einen Unterschied soll das machen ,wenn die katholische Sekte jetzt auch über YOU-TUBE ihre Lügen verbreiten darf???

24.01.2009
10:41
Der Papst spricht im Internet
von Zuschauer | #2

Was soll denn Google hat dem Vatikan einen eigenen You-Tube-Kanal zur Verfügung gestellt heißen? Ich kenn das so, daß sich da jeder einfach anmelden kann... Der Vatikan nicht? Dem muß das dann zur Verfügung gestellt werden?? Willkommen im 20 Jahrhundert! Und vielleicht kommen die in 50 Jahren auch mal im 21. Jahrhundert an ;)

24.01.2009
10:20
Der Papst spricht im Internet
von A.S. | #1

Ich sach mal so:

Irgendwas muß mann ja diesen Hirnkranken wie al kadia, hamas und Konsorten ideologisch entgegen setzen.
Konkurrenz belebt das Geschäft!

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