Das US-Kapitol
19.01.2009 | 19:00 Uhr 2009-01-19T19:00:00+0100
Konsuln, Kuppel, Klassizismus: Das Kapitol in Washington, D.C., ist der Ort, an dem Präsidenten gemacht werden.
Das Kapitol ist der Sitz des Kongresses, des US-Parlaments mit seinen beiden Kammern Senat und Repräsentantenhaus. Wenn Obama hier heute vereidigt wird, dann ist es also auch ein Abschied von der alten Arbeitsstelle: Denn bis 2008 saß er hier ja als Senator für den Staat Illinois.
Der Name nimmt Bezug auf den Kapitolinischen Hügel in Rom – von dem man sagen darf, dass er in der römischen Republik eine gewisse Rolle spielte: Hier feierte man mit einem Opfer den Amtsantritt der Konsuln. Die Amerikaner stellten sich also bewusst in eine republikanische Tradition.
Ein Flügel für jede Kammer
Das Gebäude wurde von 1793 bis 1823 erbaut und später erweitert. Auch der Bau orientiert sich an Rom: Kuppel, Säulen, Giebelfenster – alle Formen sind nach Art der Zeit antiken Vorbildern nachempfunden. Der Baukörper ist eine Rotunde, die von zwei Flügeln flankiert wird: einem für den Senat und einem fürs Repräsentantenhaus. Die Kuppel ist 88 Meter hoch.
Das Kapitol war nach dem Weißen Haus das erste größere Bauwerk der Hauptstadt. Die meisten Präsidenten wurden hier ins Amt eingeführt – anders als die römischen Konsuln aber nicht mit einem heidnischen Opfer, sondern mit der Hand auf der Bibel.

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