Das Rad vom Chef richtig versteuern

Berlin..  Viele Beschäftigte setzen statt auf ein Dienstauto auf ein Dienstfahrrad. Sie sind in der Anschaffung und im Unterhalt günstiger und in großen Städten oftmals praktischer. Allerdings gilt auch hier: „Stellt der Arbeitgeber Dienstfahrräder zur Verfügung und dürfen diese auch privat oder für den Weg zur Arbeit benutzt werden, hat der Arbeitnehmer einen geldwerten Vorteil“, gibt Erich Nöll vom Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine zu bedenken. Und dieser muss im Prinzip wie bei Dienstautos versteuert werden.

Da es bei Fahrrädern keinen fest montierten Tacho gibt, kann kein Fahrtenbuch geführt werden. Zur Erfassung des geldwerten Vorteils für die Privatnutzung kommt die sogenannte 1-Prozent-Regelung zum Tragen. Kostet das Fahrrad beispielsweise 1000 Euro, ist jeden Monat ein Betrag von 10 Euro der Lohnsteuer für die Privatnutzung des Fahrrads zu unterwerfen.

Eine Besonderheit ist bei Rädern mit Elektromotor zu beachten: Hat das E-Bike eine Leistung von mehr als 25 Stundenkilometer, ist es als Kraftfahrzeug einzustufen. „Für die Steuer bedeutet dies: Neben der 1-Prozent-Regelung muss auch noch die 0,03-Prozent-Regelung angewendet werden und der geldwerte Vorteil für die Nutzung des E-Bikes für die Wege zur Arbeit versteuert werden“, erklärt Nöll. Bei E-Bikes mit einer Leistung unter 25 km/h wird auf den Zuschlag verzichtet.