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Soziale Netzwerke

Das Internet als Karrierebremse

21.08.2009 | 16:58 Uhr

Berlin. Das Internet kann für Stellensuchende zur Karrierefalle werden. Unternehmen suchen einer Studie des Bundesverbraucherschutzministeriums zufolge gezielt Webseiten mit Informationen über Bewerber.

28 Prozent von 500 befragten Personalmanagern gehen online auf Spurensuche, das geht aus einer Studies des Ministeriums für Verbraucherschutz hervor. Die im Netz gewonnenen Informationen fließen dann in das Auswahlverfahren ein.

Jede vierte Firma, die so verfährt, hat Bewerber schon einmal wegen deren Selbstdarstellung im Internet abgelehnt oder gar nicht erst zum Vorstellungsgespräch eingeladen.

Soziales Engagement hilft

Auf der anderen Seite hat gut die Hälfte der Personalstellen Informationen gefunden, die die Kandidaten erst interessant werden ließen. Auch sehr persönliche Informationen sind gefragt. So stöbert ein Drittel der Unternehmen gezielt in sozialen Netzwerken wie Facebook, StudiVZ oder MySpace, bevor eine Personalentscheidung getroffen wird. Die Nutzer dieser Webseiten tauschen vornehmlich persönliche Nachrichten aus oder kommunizieren über ihre Hobbys und Vorlieben.

Kaum noch Chancen haben Bewerber, die sich im Internet negativ über ihre Arbeit oder den Chef äußern. Drei Viertel der Personalmanager beurteilen derlei Äußerungen negativ. Sehr private Inhalte kommen bei fast jeder zweiten Personalstelle schlecht an. Bilder vom Trinkgelage angehender Azubis auf einer Party können deren Zukunftschancen deutlich schmälern.

Umgekehrt helfen manche Informationen bei der Einstellung. Angaben zu Hobbys oder zu einem sozialen Engagement steigern bei 60 Prozent der Onlinefahndern das Interesse am Kandidaten.

Spähaktionen sind legal

Das Verbraucherschutzministerium ließ nur Unternehmen befragen. Gezielte Online-Recherchen könnten auch andere Arbeitgeber machen. Der Bundesregierung ist so ein Verhalten, obwohl legal, nicht ganz geheuer. Ihr Sprecher glaubt: „Da ist der öffentliche Dienst weitgehend sauber.”

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) warnt vor allzu großer Offenheit im Netz: „Die unbekümmerte Preisgabe persönlicher Daten im Netz kann zum Stolperstein für die berufliche Karriere werden.”

Rechtlich sind diese Spähaktionen in Ordnung. Die Informationen im Internet können, wenn sie für alle frei zugänglich sind, auch von jedem Unternehmen ganz legal eingesehen werden. Experten raten daher schon seit langem zu großer Vorsicht im Netz. Persönliche Fotos können beispielsweise kaum mehr entfernt werden, wenn sie erst einmal den Weg ins Netz gefunden haben.

Weltweit werden ständig Daten aus dem Internet kopiert, weitergegeben oder archiviert. Niemand kann wissen, wo seine Informationen schon abgespeichert worden sind. Suchmaschinen zeigen mitunter noch lange nach der Löschung den Hinweis auf einen Eintrag.

Das Onlinemagazin Netzwelt macht schon einen Gegentrend aus. Immer öfter feilen Internetnutzer mit Hilfe von Profis an einem bestimmten Image im Netz.

Wolfgang Mulke

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