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Commerzbank als Steueroase?

13.03.2009 | 08:52 Uhr
Commerzbank als Steueroase?

Berlin. Trotz ihrer Teilverstaatlichung betreiben Commerzbank und Dresdner Bank weiter Filialen auf den Cayman Inseln und den Kanalinseln. Steuerhinterziehung werde dort aber nicht betrieben, meinen die Institute. Politiker sehen das anders.

Die Finanzkrise hat vieles geändert, manches aber auch nicht. So sind weiterhin selbst Banken, an denen der Staat beteiligt ist, in Steueroasen aktiv. Negativ fallen da die Commerzbank und die Dresdner Bank auf: Sie betreiben Filialen in Ländern, die Privatleuten und Unternehmen bei der Steuervermeidung helfen. „Es gibt klare Indizien, dass die beiden Institute Steuerhinterziehung ermöglichen”, sagt Gerhard Schick, der finanzpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag.

So unterhält die Commerzbank einen Ableger auf den Cayman Inseln in der Karibik. Ihre Tochter Dresdner Bank ist unter anderem auf den Kanalinseln aktiv. Alleine dort verwaltet die Commerzbank-Gruppe nach Angaben der Grünen rund 23 Milliarden Euro Anlagekapital. Sowohl die Cayman Inseln als auch die Kanalinseln stehen auf der Liste der Steueroasen, die US-Präsident Barack Obama hat zusammenstellen lassen.

„Legitime Standorte”

Auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) setzt diese Länder unter Druck, weil die von ihnen unterstützte Steuerhinterziehung den deutschen Staat jedes Jahr Milliarden Euro kostet. Grünen-Politiker Schick fordert nun, dass sich Steinbrück in die Geschäftspolitik der Commerzbank „einmischen” solle. Schließlich habe der Bund mittlerweile 25 Prozent des Institutes übernommen.

Unternehmen und reiche Privatleute nehmen die Dienste der Schweiz, Luxemburgs, Monacos, der Cayman Inseln oder anderer Steueroasen gerne in Anspruch, weil die Banken dort wenig Informationen über die angelegten Gelder herausrücken und niedrigere Steuersätze anbieten als Deutschland. Auf der Internetseite der Dresdner Bank Monaco heißt es unter dem Stichwort „privates Vermögensmanagement”, dass die Angestellten dort „das Bankgeheimnis strikt einhalten”.

„Die Kanalinseln sind völlig legitime Standorte”, sagt dagegen Martin Halusa, der Sprecher der Dresdner Bank. „Wir gehen davon aus, dass unsere Kunden keine Steuerhinterziehung betreiben.” Illegale Praktiken würde das Institut auch nicht unterstützen, so Halusa. Seine Kollegin Simone Fuchs erklärt: „Auf den Cayman-Inseln unterhält die Commerzbank AG lediglich ein Buchungszentrum für das Firmenkundengeschäft, das uns die Möglichkeit gibt, Buchungen innerhalb der amerikanischen Zeitzone vorzunehmen.” Die Commerzbank biete auf den Cayman-Inseln keinerlei Privatkundengeschäft an. Weil der Ableger der US-Bankenaufsicht unterstehe, sei dort auch keine Steuerhinterziehung möglich.

Die Commerzbank weist außerdem darauf hin, dass weder die Cayman Inseln noch die Kanalinseln auf der Liste der Steueroasen stehen, die die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) herausgibt. Diese Liste enthält augenblicklich nur drei Steuerhinterzieher-Staaten: Liechtenstein (siehe nebenstehenden Artikel), Monaco und Andorra. Die OECD erweitert ihre Aufstellung aber zur Zeit und könnte auch die Schweiz, Österreich und Luxemburg aufnehmen.

Nicht nur bei den Grünen regt sich Unmut über die Praktiken der Banken mit öffentlicher Beteiligung. Auch die SPD will dies thematisieren. Nach dem G20-Gipfel der wichtigsten Industrienationen Anfang April in London müsse man auch in Deutschland untersuchen, welche Banken in Steueroasen aktiv seien, fordert SPD-Abgeordneter Hans-Ulrich Krüger.

Ende März veranstaltet der Bundestag eine Anhörung zu Steueroasen, zu der auch die Vorstände der Deutschen Bank, Commerzbank und anderer Banken geladen sind. Der Schweiz und weiteren Staaten droht Finanzminister Steinbrück damit, ihnen Steuervorteile in Handel mit Deutschand zu entziehen, wenn sie nicht einlenken.

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Hannes Koch

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Kommentare
11.04.2009
21:39
Commerzbank als Steueroase?
von Freddy Krüger | #7

Ohne Steueroasen ginge es der Welt definitv schlechter, denn: 1. Wenn es nur Hochsteuergebiete geben würde, könnten die Politiker die Steuern radikal erhöhen, so müssen sie zusehen, daß sie es nicht zu sehr übertreiben. 2. Die Entwicklungsländer profitieren durch Firmengründungen und dem dort gelagerten Geld, denn jetzt soll ihnen geholfen werden. Wären sie keine Steueroasen, wäre das nicht passiert. 3. Mit der zunehmenden Entwicklung zur Weltregierung ist es wichtig, daß Menschen die Versklavung (Mittelstand verarmt oder flüchtet in Steueroasen) unterstützen müssen. Die Steueroasen haben politische Macht, die in Zeiten von inzenierten Terror zur Einführung eines tollitären Staates wichtig sind für das gesamte Deutsche Volk. Sie sind also das Gute gegen das Böse und nicht umgekehrt.

Wenn der Staat gegen Steueroptimierung vorgehen will, dann soll er doch die Mehrwertsteuer radikal erhöhen, dadurch ist JEDER gezwungen, den Staat finanziell zu unterstützen, der in Deutschland einkaufen geht.

13.03.2009
17:09
Commerzbank als Steueroase?
von Elektrosteiger | #6

Commerzbank als Steueroase?

Wenn das so sein sollte, na denn Prost und Mahlzeit D.

Und wenn das so ist, sollte man mal die Namen veröffentlichen, die dort Steuern sparen

Das würde aber in D für Überraschungen sorgen...

13.03.2009
12:50
Commerzbank als Steueroase?
von kolonie54 | #5

Die Commerzbank biete auf den Cayman-Inseln keinerlei Privatkundengeschäft an. Weil der Ableger der US-Bankenaufsicht unterstehe, sei dort auch keine Steuerhinterziehung möglich.

Stiftungen wie in Lichtenstein aber schon.

blinker5902

13.03.2009
12:46
Commerzbank als Steueroase?
von kolonie54 | #4

Martin Halusa, der Sprecher der Dresdner Bank:„Wir gehen davon aus (!!!), dass unsere Kunden keine Steuerhinterziehung betreiben.” Illegale Praktiken würde das Institut auch nicht ... unterstützen.

Ein Schelm, wer böses dabei denkt, oder der Witz der Woche.

blinker5902

13.03.2009
10:58
Commerzbank als Steueroase?
von Hea2LUZ2 | #3

DieCayman.- und Canalinseln werden benoetigt, damit die Banker, Politiker und andere Lumpen Ihre Vermoegen (Schwarzgelder) vor dem deutschen Fiskus verstecken koenen.

13.03.2009
10:32
Commerzbank als Steueroase?
von Müntefan | #2

Das ist der Stoff, aus dem unterhaltsame Kabarettsendungen produziert werden.

13.03.2009
09:33
Commerzbank als Steueroase?
von M.Kohlhaas | #1

Martin Halusa, der Sprecher der Dresdner Bank:„Wir gehen davon aus (!!!), dass unsere Kunden keine Steuerhinterziehung betreiben.” Illegale Praktiken würde das Institut auch nicht ... unterstützen.
...und ein Zitronenfalter heißt Zitronenfalter, weil er Zitronen faltet !!!

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