Chatroom-Mörder: "Ich war fremdbestimmt"
14.01.2009 | 18:14 Uhr 2009-01-14T18:14:00+0100
Essen. Er will nicht verantwortlich sein für die Morde in Stade und Marl, aber er gibt zu, seine Internet-Bekanntschaften umgebracht zu haben. Mit einem Geständnis begann am Mittwochmorgen vor dem Essener Landgericht der Prozess gegen den Hamburger Christian G. (27), im Internet als "Riddick300" bekannt.
Er liebte die Anonymität des Internet, lernte über das Internet nach eigenen Worten 100 bis 150 Frauen kennen, mit denen er auch sexuell verkehrte. "Sie alle leben noch, bis auf die beiden Damen", lässt der massig wirkende Angeklagte seinen Verteidiger Burkhard Benecken vortragen. Selbst möchte der Hamburger nicht mit dem Gericht sprechen, auch Fragen will er nicht beantworten.
Laut Anklage hat er am 5. Juni vergangenen Jahres in Stade die 26 Jahre alte Jessica K. hinterrücks erstochen. Nur wenige Tage später, in der Nacht zum 18. Juni, soll er dann in Marl die 39 Jahre alte Regina B. ebenfalls von hinten mit einem Messer erstochen haben. Die Taten selbst räumt er ein. Die Stader Tötung stellt er aber als Unfall dar: Im Streit habe er Jessica K. kurz an die Kehle gefasst, da sei sie leblos zu Boden gestürzt. Sein Anwalt habe ihm später erklärt, dies sei "ein Unglücksfall, und zwar in Form des Carotis-Sinus-Reflextodes" gewesen. Und in Marl will er wegen einer falschen Beschuldigung durch die Frau plötzlich "die Augen von Jesus" gesehen und deshalb zugestochen haben. "Ich war fremdbestimmt", liest Anwalt Benecken aus der Erklärung des Mandanten vor.
Aus schwierigen familiären Verhältnissen
Aus schwierigen familiären Verhältnissen stammt der Angeklagte. Er war schon als Kleinkind im Heim, musste Gewalttaten seines Vaters mitansehen. Dies soll verantwortlich sein für die späteren Wahnvorstellungen. Als der Mandant sechs Jahre alt war, so liest Benecken weiter vor, habe der Vater die Mutter vor den Augen des Kindes vergewaltigt. Machtlos sei der Angeklagte damals gewesen, heißt es in der Erklärung. "Ich betete damals zu Jesus. Seitdem bin ich gläubig." Und Alpträume will er seitdem haben.
Die Marlerin Regina B. habe er besucht und direkt am ersten Tag Sex mit ihr gehabt. Die Initiative sei von der Frau ausgegangen. Später habe sie wegen ihrer Schulden 400 Euro von ihm verlangt. Falls er nicht zahle, so habe sie gedroht, werde sie ihn wegen Vergewaltigung anzeigen. "Irgendetwas zwischen Traurigkeit und Wut" habe er wegen dieser Lüge verspürt. Dann seien die Bilder wieder aufgetaucht: "Ich dachte wieder an die Vergewaltigung zum Nachteil meiner Mutter." Als Regina B. ihn wiederholt "Vergewaltiger" nannte, habe er wohl zugestochen: "Die Augen von Jesus verließen mich nicht." Erinnerung an die Tat selbst fehle ihm: "Ein ganzes Stück Erlebnis weiß ich nicht mehr."
Begutachtung verweigert
Eine Begutachtung durch den Essener Psychiatrie-Professor Norbert Leygraf, der am Prozess teilnimmt, hat der Angeklagte bislang verweigert. Aber schon bei seinen ersten Vernehmungen durch die Kriminalpolizei in Recklinghausen hatte Christian G. "Jesus" angeführt, erinnert sich vor Gericht ein Vernehmungsbeamter. Allerdings habe er dies nicht ausgesprochen, sondern es auf einem Zettel aufgeschrieben. Der Angeklagte deutete damals an, der Marlerin Regina B. nach ihrem Tod Schnittverletzungen in Kreuzform zugefügt zu haben. Er besuche gerne Gottesdienste in der evangelischen Kirche, habe G. weiter erzählt, berichtet der Beamte. Denn Kirchen seien für ihn "ein Ort der Ruhe und Stille, wo er gut nachdenken könne". 14 Prozesstage hat Andreas Labentz, Vorsitzender des Essener Schwurgerichtes, bislang angesetzt, um die Anklagevorwürfe und die Schuldfähigkeit von Christian G. zu überprüfen.

17:36
leider haben die täter mehr hilfen als opfer. die anwälte die solche monster verteitigen sollten in der klappse ,um zu bsinnung zu kommen.
22:15
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21:33
Mit dieser Aussage, einmal auf die Tränendrüse gedrückt, von der schweren Jugend erzählt und der Freispruch ist gegritzt...
UInd das Gericht beründet das Urteil dann mit den Worten: Man will diesem jungen Menschen nicht die Zukunft verbauen.
Jemand, der bei Rot über eine Ampel gefahren wäre, der würde schärfer bestraft werden...
20:43
fremdbestimmt. Wäre ein guter Vorschlag für das Unwort des Jahres.
19:40
Wenn ich von meiner Kindheit erzählen würde, demnach habe ich 10 Morde 20 Banküberfälle 200 Raubüberfälle frei.
Schade das es für solche Verbrechen nicht mehr die Todesstrafe gibt.
Ich stelle mir gerade vor wie es ist einen Mord ausersehen und einen im Affekt begannen zu haben.
Glaubt der Irre das er damit durch kommt?
Eine Schande das sich die Justiz damit beschäftigen muss, im Mittelalter hat man solche Irren an den Pranger gefesselt und verhungern lassen schön langsam damit er auch mal was davon hat.
18:04
Fremdbestimmt,schlechte Kindheit und vielleicht noch auf Drogen.Liebe Nicht-mehr-im-Namen-des-Volkes-Justiz : Lasst den armen Mann doch frei !
15:35
Da ist er wieder der arme Täter,selber Opfer ,aber die Frauen sind mitschuldig geworden ,warum sind sie nicht misstrauischer und gehen sofort mit Ihm in die Kiste?Es wird wieder mal jemand in die Psychiatrie gesteckt und bezahlen darf der Steuerzahler.
15:31
Na so was! Ich bin auch dauernd fremdbestimmt, weil ich die Gesetze unseres Staates, die andere für mich beschließen, einhalten muss.
Der Kollege Anwalt scheint mir ein netter Finger zu sein...
14:26
Fehlt nur noch ein Vorurteil um die Palette zu vervollständigen.
Christian G. spielte seit geraumer Zeit sogenannte ,,Killerspiele.
13:52
Und wenn er durch die Augen von Jesus sah: JESUS hätte nie getötet! Oder überhaupt nur die Hand gehoben. Gegen niemanden.
Im Namen Jesus zu töten ist eine Verunglimpfung des Namens.