Brauchen alle Schüler ein Laptop?
26.04.2009 | 18:50 Uhr 2009-04-26T18:50:00+0200Essen. Ohne Computer geht es im Alltag nicht - doch damit müssen Schulen erst umzugehen lernen. Denn wenn es um Jugend und elektronische Medien geht, dann geht es oft um die möglichen Gefahren: Mobbing und Anmache, Ballerspiele, Selbstentblößung, Dauerchats.
Eines ist wohl Schülern, Lehrern und Eltern klar: Auf Internet, Textverarbeitungs- und Präsentationsprogramme oder digitale Foto- und Filmbearbeitung können die Schulen nicht mehr verzichten – zu sehr beherrschen die Medien Alltag und Arbeitswelt. Doch die Computer in den Schulen sind oft veraltet, ihre Programme lassen sich zuhause auf dem Computer nicht bearbeiten, so die Klagen. Dabei könne glücklich sein, wer überhaupt zuhause auf einem Computer arbeiten könne. „Gerade Migrantenkinder und sozial Schwache haben diese Möglichkeit nicht”, sagt Dieter Dornbusch, der Vorsitzende des Bundeselternrates.
Noch kein Konzept
Eben deshalb braucht jeder Schüler heutzutage einen eigenen Laptop, sagte die Berliner Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) jüngst in einem Interview. Damit der Bildschirm eben als wirkliches Arbeitsinstrument genutzt werde. Wer etwa von den grenzenlosen Möglichkeiten, die das Internet bietet, profitieren wolle, müsse wissen, dass dort „die gleichen Regeln gelten wie im wirklichen Leben”, argumentierte Schavan.
Viel mehr sagte sie nicht. Es gibt auch keinen Plan, kein ernstzunehmendes Konzept, wonach die Laptop-für-alle-Forderung etwas ist, was sich in absehbarer Zeit in die Realität umsetzen lassen könnte. Bevor sich überhaupt Fachleute zu dieser Idee äußern, merken sie ohnehin an, die Bundesministerin habe gar keine Kompetenz, derartiges zu fordern.
„Das ist Ländersache”
„Frau Schavan”, sagt etwa Udo Beckmann, Bundes- und NRW-Landesvorsitzender des Lehrerverbandes Bildung und Erziehung (VBE), „soll nicht immer Vorschläge in die Welt setzen, für die sie gar nicht zuständig ist.” Die Ausstattung von Schülern und die damit verbundene pädagogische Arbeit sei nun mal Ländersache. Abgesehen davon löse man mit Laptops nicht das größte Problem im Bildungswesen, „die mangelhafte Lesekompetenz”. Es wäre hilfreicher, sagt Beckmann, die vorhandenen Computer in den Schulen auf einen aktuellen Stand zu versetzen, statt jedem Schüler ein Gerät in die Hand zu drücken, „das ohnehin schnell veraltet”.
Für Michael Schopen, geschäftsführender Vorstand des Vereins „Schulen ans Netz”, greift Schavans Forderung zu kurz. „Ich möchte nur ungern die Diskussion um die Medienbildung von Schülern auf die reine Ausstattungsfrage reduzieren”, sagt er. „Auch mit Laptops können Lehrer schließlich schlechten Unterricht machen.”
Handlungsorientiert
Den Lehrern müsse klar sein, welches Ziel sie mit der Laptop-Einbindung in den Unterricht erreichen wollten. „Dafür brauchen sie vernünftige Unterrichtskonzepte.” Handlungsorientierter Unterricht nennt Schopen die richtige Methode. „Frontalunterricht und Computer – das passt einfach nicht zusammen.”
Ob Schüler ein Notebook bekommen oder das kleinere, leichtere und vor allem günstigere Netbook, sei zweitrangig. „Erst kommt das Konzept, dann die Frage der Ausstattung”, sagt er. Was die Schulen sonst noch brauchen? Wartungsarme Schulnetzwerke, in die sich die Laptops problemlos einbinden ließen. Und natürlich eine sichere Finanzierung, die auch die Reparatur und den Ersatz der Geräte beinhalte.
Für Elternvertreter Dornbusch ist die Frage der Finanzierung der Knackpunkt der im Prinzip guten Idee: „Wenn Chancengleichheit herrschen soll, dann brauchen wirklich alle Schüler in allen Schulformen einen Laptop.” Dass dies jemals bezahlbar sein könnte, „das ist eine Utopie”.
Solide Finanzierungsmodelle – soviel gibt Annette Schavan dann doch noch im Interview preis, müssten eben noch gefunden werden.
12:29
Es gibt genug Kindergeld, wenn das Geld von den Eltern sachgerecht eingesetzt und verwaltet wird kann jedes Kind mit einem Laptop ausgestattet werden.
19:30
Laptops für alle SchülerInnen sind eine große Chance, gerade auch für benachteiligte Kinder. Das zeigt das Beispiel Unna. Dort sind seit sechs Jahren alle Schulen wirklich am Netz, zwei und bald drei bieten erfolgreich Laptopklassen mit elternfinanzierten Geräten an. Details: www.unit21.de
18:38
Nein!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
18:28
Ein Kochbuch für Mädchen? Oder was für EIN Buch?
18:21
Ich denke, wenn jedes Kind im Haushalt ein Buch vorfinden würde...und das ja evtl. auch mal gelesen wird....das würde gerade bei Unterschicht- und Migrantenkindern mehr bringen und weniger kosten als ein Laptop.
15:41
Korrektur zu meinem Beitrag #12.
Laut Duden kann man beides sagen:
der Laptop und das Laptop.
Daher ist die Überschrift des Artikels grammatikalisch korrekt.
Sorry für meinen Fehler.
15:01
@29
Dumm nur, dass fast alle diese unfähigen Machthaber ohne Taschenrechner und erst recht ohne Computer und Internet aufwachsen mussten, viele sich auch heute noch ihre Emails ausdrucken lassen, weil sie selbst den Mailer nicht bedienen können. Genau diese Menschen regieren jetzt und jetzt und verstehen wenig oder gar nichts. Das Einzige, was sie verstehen ist, was sie selbst gelernt haben: die Ausweitung von Macht, Kontrolle, Überwachung, Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten.
Demokratie, Aufklärung, rationales Denken, Lernen aus der Geschichte, .... stand bei denen eher nicht auf dem Lehrplan.
Die fundierte Allgemeinbildung musste für jede Generation und muss auch in Zukunft immer wieder neu definiert werden, damit die Welt nicht ganz so arm wird. Leider sind da noch allzuviele Ewiggestrige, die immer wieder die seit Jahrzehnten notwendigen Reformen unterbinden.
Nur mit Lese-, Schreib- und Rechenfertigkeit auf dem Stand von 1960 oder 1970 kommen Jugendliche heute nicht mehr weit in dieser Gesellschaft und werden auch nicht genug verdienen, um demnächst unsere Renten zu zahlen und unsere Staatsverschuldung zu tilgen.
14:11
So ein Quatsch, keiner braucht für eine fundierte (Allgenmein-)Bildung irgendwelche elektronischen Spielereien. Die viel angepriesenen neuen technischen Geräte sind es doch, die die Köpfe der Schüler und anderer immer weiter aufweichen. Lesen, rechnenund vor allem denken kann man wunderbar mit unserem Gehirn. Mehr braucht man nicht. Alle diejenigen die ach so laut nach Medienkompetenz, alleine schon das Wort, schreien, vertuschen nur damit die Tatsache, dass unsere Schüler immer dümmer und inkompetenter werden. Knopf an, Knopf aus und dazwischen ein paar Tasten gedrückt. Mehr braucht man anscheinend nicht mehr. Wir entwickeln uns von Könnern zu Kennern, die nur noch die Geräte bedienen ohne selbstständig denken zu können.
Grandiose kulturelle Leistungen stehen uns da bevor, ach nein, eine arme Zukunft steht uns da bevor!
Wann bekommen wir endlich fähige Menschen an die Macht, die diesen Niedergang aufhalten werden?
13:54
@ spacedrummer
Nette Aufzählung! Aber vermutlich meinten sie einen iPod ein iPote ist mir unbekannt, außerdem würde mich mal interessieren, was Leegs sind!
Die Textverarbeitung hätte wenn überhaupt einen Translator an Bord und keinen Translater.
Und las but not least: schreibt man plaziert mit z und nicht mit c.
Ich finde es ja gut, wenn einige Kommentatoren ihre Bildung und ihre Sprachkenntnisse zur Schau stellen, aber wenn, dann bitte auch richtig. :-)))
Wäre der implantierte Übersetzungschip nicht vielleicht etwas für sie?
13:12
@12-ich wäre dafur dass dummschwätzer mal ihren mund halten sollten