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Blass am Strand

31.07.2009 | 16:06 Uhr

Menschen, die das Innere ihres Computers besser kennen als ihr eigenes und den PC entsprechend liebevoll mit hochwertigem Datensalat füttern, während sie selbst kalte Pizza essen, nennt man im Englischen meist „Geeks”.

Obwohl es einige von ihnen zu beträchtlichem Ruhm gebracht haben (siehe Bill Gates), gelten sie außerhalb der virtuellen Welt immer noch als wunderlich und sozial isoliert. Auch die Reisebranche hat sie bislang völlig ignoriert, denn was soll der Geek auf Mallorca tun?

Das wird sich jetzt ändern dank eines neuen Reiseführers, geschrieben von einem echten Geek für Gleichgesinnte. Im „Geek Atlas” werden 128 Orte vorgestellt, an denen bedeutsame Entdeckungen gemacht wurden (z.B. Newtons Apfelbaum in Cambridge, der bei der Entdeckung der Schwerkraft hilfreich war oder Bletchley Park, wo der Enigma Code geknackt wurde) oder die für Wissenschaft und Technologie wichtig sind (das „Joint Genome Institute” in Kalifornien, wo Gene entschlüsselt werden).

Wenn sich künftig blasse, schwarz gekleidete Menschen am Strand einfinden, dann nicht, weil sie die Segnungen der Frischluft oder die Bedeutung der Sonne für die Vitamin-D-Produktion erkannt hätten, sondern z.B. weil am Strand von Porthcurno in Cornwall 1870 das erste Unterseetelegraphenkabel nach Indien verlegt wurde und ein neues Kommunikationszeitalter einläutete, quasi das viktorianische Internet.

Man muss als Ottonormalreisender vielleicht nicht alle Orte abklappern, aber dank des üppigen Hintergrundmaterials macht die Lektüre auf jeden Fall schlauer.

Katharina Borchert ist Chefredakteurin des Internetportals DerWesten

Katharina Borchert

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Kommentare
03.08.2009
05:48
Blass am Strand
von kometa | #1

Geek und Geek-Atlas:
Wer fragt sich da, was ein geek ist?
Und dann sucht er bei „Wiki“ – und findet umfassende Ergänzungen und semantischen Klärungen zu den Begrifflein „Freak“, „Nerd“ etc.: Langweiler, Sonderling, Streber, Außenseiter…

Das englischsprachige Produkt von John Graham-Cumming, das nicht bibliograf. konkretisiert wird, heißt:
“The Geek Atlas: 128 Places Where Science and Technology Come Alive (Paperback)

Katharina Borcherts Beitrag, dem jeder Hinweis auf das Verlagsprodukt fehlt, ist wohl eine Amazon-Empfehlung, ohne dass sie dies ausdrücken will.

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