Bildungsgutscheine reichen nicht
22.08.2010 | 17:49 Uhr 2010-08-22T17:49:00+0200
An dieser Stelle kommentieren Professoren aus der Region montags aktuelle Themen. Wirtschaftswissenschaftler Dirk Sauerland hält ein System mit Bildungsgutscheinen für einen guten Ansatz, aber nicht für ausreichend.
Die Idee, Bildungsgutscheine für Kinder von Hartz IV-Empfängern einzuführen, ist interessant. Ob dies sinnvoll ist, hängt vom Ziel ab. Ist es Ziel, die vom Bundesverfassungsgericht geforderte Berechnung angemessener Bedarfssätze für Kinder im Rahmen des Alg II (vordergründiger Auslöser des Vorschlags) vorzunehmen, helfen Gutscheine nicht. Sind bessere Bildungschancen für Kinder einkommensschwacher Familien das Ziel, liegt der Fall anders.
Mit dem Vorschlag soll die Nachfrage einkommensschwacher Familien nach Bildungsoptionen erhöht werden. Und es sollen Maßnahmen und Einrichtungen finanziert werden, die das Bildungssystem ergänzen: Nachhilfe, Betreuungseinrichtungen oder Sportvereine.
Gut wäre, über Gutscheine Zugangsmöglichkeiten für vorschulische Einrichtungen zu erleichtern. Solche Investitionen erhöhen die Bildungschancen am stärksten und bringen für die Gesellschaft den höchsten Ertrag.
Erfahrungen aber zeigen, dass die Inanspruchnahme der Option, die mit den Gutscheinen verbunden ist, vom Bildungsniveau der Eltern ab-hängt. Somit verbessern Gutscheine nicht die Bildungschancen für alle Betroffenen.
Einstieg in ein Gutscheinsystem
Die diskutierte Bildungskarte könnte Einstieg in ein Gutscheinsystem sein, das die Steuerung des Bildungssystems über die bedarfsorientierte Finanzierung von Bildungseinrichtungen wie Kindergärten und (Hoch-)Schulen betrifft. Die Idee ist einfach: Jeder (nicht nur einkommensschwache Familien) erhält vom Staat Bildungsgutscheine. Sie berechtigen, im Sinn eines individuellen „bedingungslosen Bildungsbudgets“, zum Besuch einer staatlichen oder privaten Bildungseinrichtung nach Wahl der Eltern, Schüler, Studenten. Die Einrichtung leitet den Gutschein an den Staat weiter und erhält dafür Geld. Wer mehr Gutscheine erhält, erhält mehr Finanzmittel. So folgen die Finanzmittel (und die Angebotskapazität) dem Bedarf beziehungsweise der Nachfrage.
Zugleich kann so eine Steuerung Bildungsangebote verbessern: Einrichtungen mit guten Leistungen ziehen mehr Schüler oder Studenten an – und werden mit höheren Einnahmen belohnt.
Gutscheinlösungen können also dazu beitragen, mehr Freiheit und Optionen in Bezug auf Bildungseinrichtungen zu gewährleisten. Doch Bildungsgutscheine allein lösen nicht das Problem der ungleich verteilten Bildungschancen.

19:21
Mit dem Zauberwort Bildungsgutschein wird quasi der Eindruck erzeugt, als ob man für den Besuch staatlicher Schulen, Schulgeld, bzw. Bildungsgeld im Land zahlen müsse und die armen Kinder von HarzIV-Eltern könnten ihren Kindern darum keine Bildung zu kommen lassen.
Das ist doch hanebüchener Unfug.
Man kann sich zwar über die Dummheit anderer lustig machen, indem man solche vernunftfreien Vorschläge erfindet und diskutiert, aber seriös finde ich das nicht.
Wenn Eltern dauerhaft HarzIV beziehen, dann hat das Gründe in ihrem Unvermögen geregelte Berufstätigkeit zu betreiben.
Kinder armer Eltern gab es zu allen Zeiten und die Chancen dieser Kinder beste Bildung zu erhalten waren noch nie besser.
Es scheint aber aktuell eine Mode zu sein, den Bildungserfolg der Kinder vom Einkommen der Eltern abzuleiten. Wenn dieses sozialistische Märchen stimmte, dann hätten ja alle wohlhabenden Eltern hochgebildete Söhne und Töchter, dann wäre Intelligenz mit Geld zu züchten. Was aber bisher offensichtlich noch nirgendwo gelungen ist.
Die armen Kinder, deren Eltern mit HarzIV auskommen, haben natürlich ein Riesenproblem aber das lösen keine wohlmeinenden Gutscheine, das lösen allein die persönlichen Motivationen der Eltern das eigene und das Leben ihrer Kinder erfolgreich zu gestalten.
19:45
Bildungsgutscheine sind für einen sogenannten Industriestaat wie Deutschland ein Armutszeugnis aller erster Klasse. Bildung und Wissen zu erlangen sollte das Grundrecht aller Menschen in diesem Land sein. Weder mit Gutscheinen oder Geld kann man Wissen erlangen. Vielleicht sollte man es einmal mit einem einheitlichen Schulsystem und einem ausreichendem gut ausgebildeten Lehrpersonal versuchen.
16:44
oh
mist
ich hab führer geschrieben
tschuldigung
jetzt werd ich bestimmt gelöscht
:-(
16:42
@roter ritter: dann ist das aber doch total lasch
richtig konsequent wär eine mautbrücke über den eingängen die die studierenden per gesichtserkennung zählt und den rfid-gutscheinen zuordnet ( wegen missbrauch und terrorismus und so )
hätten wir zu dem thema auch noch den standortvorteil technologieführer zu sein
tse
muss man die jungs denn echt für alles ans händchen nehmen?!
19:57
@König Schliesser
Warum so einfach machen wenn die Politiker es wie immer kompliziert machen und sehr Teuer und mit der chip-karte können Die auch noch geld verdienen.Und ein bürokratisches Monster auf den Weg bringen.
18:58
wär es nicht noch einfacher die zahl der studierenden für die fananzierung zu übermitteln anstatt die anzahl der eingesammelten gutscheine?!?
das würde doch in ihrem modell haargenau die selben vorteile bringen
abgesehen davon natürlich, dass man so kein geld für aufwendige elektronische systeme rausschmeissen kann und alle immer zugang zu bildung haben
ja, ich bin ein utopist
18:20
Was will die Ursula von der Leyen (CDU) mit der Bettelkarte
Bildung und Erziehung es gibt keine Bildung Ohne Erziehung
aber das hatten wir schon mal das der Staat die Bildung und Erziehung
übernommen hat 1933 Hitler und was daraus kommt weiß jeder.
Mit der Bettelkarte kann man nur die angebote annehmen
die von der Ursula von der Leyen (CDU) und der Regierung erlaubt werden und wer dazu
von der Regierung ausgesucht wurde.Private bildung gibt es nicht sagen wir von einen
Guten Schüler oder Studenten.Und der Staat darf niemals wieder unsere Kinder in die Hand bekommen!!!