Berührend und maßlos zugleich
15.11.2009 | 19:11 Uhr 2009-11-15T19:11:00+0100Zur Trauerfeier für Robert Enke
Die These sei gewagt: Wo sich am Wochenende Familien oder Freundeskreise zusammenfanden, vielleicht weil sie zum Essen verabredet waren, da saß auch das Thema Robert Enke mit am Tisch. Vermutlich stand nicht mehr so sehr der Selbstmord im Mittelpunkt der Gespräche, sondern das Für und Wider einer Trauer-Inszenierung, die man in ähnlich pathetischer Form zuletzt im April 1967 gesehen hat.
Als Konrad Adenauer starb, wurde sein Sarg vom Kölner Dom, wo die Trauerfeier stattfand, auf einem Schiff der Bundeswehr zum Friedhof in Rhöndorf bei Bonn gefahren. Mancher empfand das damals als unangemessenen Pomp. Doch Adenauer war immerhin der erste Bundeskanzler nach dem Krieg, ein Staatsmann, den man als Begründer der modernen Bundesrepublik bezeichnen kann, der Entscheidungen traf, die bis heute das innere und äußere Koordinatensystem der Nation prägen.
Die persönliche Tragödie des Menschen Robert Enke wird niemanden unberührt lassen, der zu Mitgefühl fähig ist, und die ehrliche Trauer so vieler Menschen beeindruckt. Aber hier starb – ein Fußballer, ein Akteur in einem Unterhaltungsbetrieb, dessen Bedeutung man früher mal als „schönste Nebensache der Welt” umschrieb.
Der Sarg dieses unglücklichen Menschenkindes wurde auf den Elfmeterpunkt gestellt, drumherum schwelgten Zehntausende im Gefühlsrausch, im Fernsehen herrschte Ausnahmezustand. Über Geschmack lässt sich schlecht streiten, über Stilfragen auch nicht. Aber man darf als Beobachter finden, dass hier einige Maßstäbe verrutscht sind.

23:15
Ich werde jetzt die Benachrichtigungen abstellen, denn trotz Kenntnis von betroffenen Personen haben auch sie nicht verstanden was eine Depression aus einer Persönlichkeit macht.Was man vorher war ist völlig unerheblich.Ich bin froh das ich meinen Weg da heraus gefunden habe, Öffentlichkeit und Bekanntheit schadet da eher.
Und jemandem vorzuwerfen das er vorher Geld verdient hat und bekannt war, ist absurd.
Diese Dinge die da im Kopf passieren haben weder mit Intelligenz, noch mit Geld zu tun.
Dieses absolute Gefühl von Leere wünsche ich niemandem.
Geholfen haben mir Verständnis meines Mannes und ein guter, sensibler Hausarz; der weiß was Depressionen bedeuten.
22:44
Er konnte für den Fußball und Millionen € Verantwortung tragen, das war so sein Wunsch! Und er hatte seine Tat mit kühlem Kopf und langer Hand so vorgeplant. Mit Verantwortungsgefühl für Dritte hätte er einen anderen Weg wählen müssen. Er hat durch dieses Handeln völlig egoistisch viele andere Leben zerstört!
Und den Medien geht es natürlich nur um Geld und Einschaltquoten - und tausende ziehen mit, obwohl sie ihn nicht persönlich kannten.
Das ist ebenso eine Unverschämtheit.
Andere Unbekannte mit ähnlicher Krankheit machen Wochen, Monate und Jahre Spießrutenläufe mit, keiner kann angeblich helfen, keiner ist angeblich zuständig und keiner will natürlich bezahlen.
Und niemand kann sich in deren nicht vorhandener Prominenz sonnen...
Und von solchen Gesellschafts-Opfern, die völlig alleine gelassen wurden, kenne ich mehrere...
21:48
Du hast mich nicht
verstanden, ein an Depressionen erkrankter Mensch kann weder für sich noch für andere Verantwortung tragen, wenn er es könnte würde er sich nicht
umbringen
Und es geht nicht um Geld, sondern einfach darum das jeder Mensch der bekannt ist kaum noch privat bleibt, egal was er auch tut.
Man kann das gut oder schlecht finden, aber man sollte es niemand zum Vorwurf machen.
Denn egal was man dann tut es wird immer bewertet und entwertet.
21:00
Unsinn@12
Ein Toter muss und kann nichts mehr verarbeiten!
Und jeder Kranke sollte trotz Krankheit Verantwortung tragen und nicht andere durch sein Handeln krank machen, wieLokführer, Helfer, Verwandte etc..
Aber darum ging es im Artikel nicht wirklich, sondern um die Art der Vermarktung.
Hier war es wieder nur: Geld regiert die Welt bis in den Tod!
01:13
Das von Vielen hier Geschriebene zeigt einmal mehr ganz deutlich das jemand der nie an Depressionen und Ängsten erkrankt ist wirklich verstehen kann was diese Krankheit mit einem Menschen macht.
Man ist nicht mehr in der Lage klar zu denken, seine Lage klar und sachlich korrekt zu bewerten.
Die Sicht ist ganz zwanghaft sehr eingeschränkt, man sieht keine Lösungen mehr.
Ich hatte das Glück noch soviel am Leben zu hängen das ich mich selbst eingewiesen habe, und damit alle Verantwortung für eine Zeit abgegeben habe.
Heute bin ich froh, wie gesagt meine Angst etwas Dummes zu tun war stärker als die Angst mich zu .
Als Frau fiel es mir nicht so schwer um Hilfe zu bitten.
Ich kann verstehen das man meint ein Suizid wäre eine schlimme Handlung anderen Menschen gegenüber, Lokführenr, Angehörigen ect.
Aber die leben noch und können das Geschehen verarbeiten.
14:55
herr enke hatte alle möglichkeiten seine krankheit in den griff zu bekommen. von der privaten- bis zur stationären behandlung. wenn er dies alles ablehnt, handelt er nach meinem dafürhalten grob fahrlässig. er hat seine familie sitzen lassen und 2 lokführer möglicherweise traumatisiert und ihrer arbeit beraubt, indem er sich selbst getötet hat. heldentum sieht anders aus. die motiviert trittbrettfahrer, die ähnliches versuchen werden. trotzdem es bleibt eine tragödie.
00:47
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22:30
Es war nicht der Elfmeterpunkt, sondern der Anstoßpunkt in der Spielfeldmitte.
Der Applaus ist der Ausdruck der Anwesenden für Zustimmung.. Sollten Sprechchöre erschallen ? So war der Applaus das richtige Element für eine würdevolle Feier - aus Zuschauern wurden Beteiligte.
17:33
Gallo Herr heiland;
Hm woher nehmen Sie Ihr Wissen um die Motive der Witwe bezüglich der Talkshows? Das sind doch haltlose Vermutungen.
Und was ist ein Held? Und was ist angemessen? Wer entscheidet das?
Genau diese Bewertungen treiben Menschen in solche ausichtslosen Lagen.Denn Herr Deissler
hat einen hohen Preis gezahlt, die wenigstens sogenannten Fussballfans aktzeptieren so etwas, da muss man dann Sachen hören wie hochbezahlte Mimose, Weichei, und das ist noch nett ausgedrückt. Andere in der Öffenlichkeit aktive
Profisportler, z.B. Herr Hannerwald haben das auch erlebt.
Bei jedem schlechten Spiel stände die psychische Verfassung zur Diskussion, wer möchte so leben?
Sich mit so etwas zu outen heißt Abschied vom Fussball, das war das was R.Enke mit Sicherheit wusste. Denn grad Fussballfans sind doch oft recht simpel gestrickt. Hop oder Top.
Meinung ok, aber bitte vorher auch mal überdenken, ob eine solche Wertung gerechtfertigt ist durch sachliche Fakten.
Und ich bin nach wie vor der Meinung das eine private Trauerfeier nicht machbar gewesen wäre, und es hätte eine Schnüffelei begonnen, durch die Medien um die Gründe .Dem hat sich Frau Enke wohl nicht aussetzen wollen, wer in der Vergangenheit bei solchen Unglücken die Medien verfolgt hat weiß das Sie recht hatte, es einfach selbst auf den Tisch zu packen.
Aber es war auch klar, egal was sie tut, es wird Leute geben die das runtermachen müssen.Warum auch immer.
LG Cornelia Tietze-Boink
16:35
ich bin der meinung,dieses brimborium,das um einen selbstmörder gemacht wurde war unangemessen.
das r.enke sich das leben genommen hat ist tragisch und schwer zu verstehen.
warum musste er aber einen unschuldigen menschen mit reinziehen und vielleicht für sein leben traumatisieren????
r.enke war, mit sicherheit, kein held.
jetzt ist s.deissler für mich ein held, er hatte den mut sich zu seiner krankheit zu bekennen!!
frau enke hätte besser mit ihren angehörigen und freunden im stillen trauern sollen, das wäre sicher auch im sinne ihres mannes gewesen.
aber so stand sie nochmal im rampenlicht und eröffnet sich neue geldtöpfe durch talkshows und dergleichen.