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Essener Ehrenbürger

Berthold Beitz spricht mit Auszubildenden über Nazi-Zeit

16.01.2009 | 19:45 Uhr

Essen. Der Vorsitzende der Krupp-Stiftung, Berthold Beitz, hat erstmals gegenüber Auszubildenden des Thyssen-Krupp-Konzerns über seine Rettung von 1500 Juden während der Zeit des Nationalsozialismus gesprochen. „Was ich getan habe, habe ich nur aus menschlichem Gefühl getan”, sagte Beitz.

Der 95-jährige Beitz lud am Freitag eine Handvoll junger Mitarbeiter aus ganz Deutschland nach Essen ein, um sich zu seiner Rolle als kaufmännischer Leiter der „Karpaten Öl” im polnischen Boryslaw zwischen 1942 und 1944 befragen zu lassen. Die jungen Leute hatten sich im Zuge einer Studienfahrt mit dem Holocaust auseinander gesetzt und dabei erfahren, dass der Haupteigner ihres Arbeitgebers einst viele Juden vor dem Konzentrationslager rettete, indem er sie als unabkömmliche Arbeitskräfte reklamierte.

Beitz hatte hierzu im Frühjahr 2008 erstmals seit Jahrzehnten ein Interview gegeben. Für die seltene Courage in düsterer Zeit wurden er und seine Frau Else in der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem mit dem Ehrentitel „Gerechte unter den Völkern” ausgezeichnet.

"Mensch und Mensch trifft sich immer wieder"

„Was ich getan habe, habe ich nur aus menschlichem Gefühl getan”, sagte er am Freitag. Beitz gab seinen jungen Gästen mit auf den Weg: „Innerlich frei sein, um mutige Entscheidungen zu treffen. Merken Sie sich das – das hat der alte Beitz gesagt”. Der Essener Ehrenbürger schilderte in bewegenden Worten, wie ihn die Ereignisse in Polen in seinem langen Leben immer wieder einholten: „Mensch und Mensch trifft sich immer wieder”, schärfte er den jungen Gästen ein. Und er zitierte Perikles: „Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit. Und das Geheimnis der Freiheit ist der Mut.”

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Tobias Blasius

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Kommentare
17.01.2009
11:00
Berthold Beitz spricht mit Auszubildenden über Nazi-Zeit
von Sabine R | #3

Wenn man keine AHNUNG hat, sollte man einfach mal den Mund halten!!!!

16.01.2009
20:20
Berthold Beitz spricht mit Auszubildenden über Nazi-Zeit
von AliMomente | #2

dass der Haupteigner ihres Arbeitgebers einst viele Juden vor dem Konzentrationslager rettete, indem er sie als unabkömmliche Arbeitskräfte reklamierte. Oder weil es billige Arbeitskräfte waren? Alles wird gedreht wie es am besten passt. Wer hinterfragt wird Tot gemacht.

16.01.2009
20:17
Berthold Beitz spricht mit Auszubildenden über Nazi-Zeit
von AliMomente | #1

Kann Berthold Beitz nicht besser über das heutige Morden dort sprechen. Ich würde meinen beiden Kindern nicht erlauben dem Gerede von diesem Herrn (wer auch immer das ist) zuzuhören.

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