Batman – kein reiner Held
18.08.2008 | 13:01 Uhr 2008-08-18T13:01:00+0200Er hatte immer eine dunkle Seite. Jetzt ist endgültig Schluss mit buntem Kinderkram.
Batman ist keine Lachnummer. Natürlich nicht – die maskierte Nachtseite des am Tage milliardenschweren Industriellen Wayne agiert zwar im Dienste der Gerechtigkeit, bewegt sich aber immer wieder außerhalb des Gesetzes. Er ist kein unumschränkter Held.
Christopher Nolans erster Batman-Film trug dem 2005 eindrucksvoll Rechnung. „Batman Begins” räumte auf mit dem haribo-bunten Kinderkram des Batman-Kinos der 90er-Jahre, das unter der Regie von Tim Burton und Joel Schumacher einen Comic-Kosmos aufgespannt hatte, der mit Riesenenten und Spaßgestalten an einen Märchenwald erinnerte. Nolans zweiter Batman-Film „The Dark Knight”, der in den USA bereits beachtliche Rekordmarken gesetzt hat, erzählt eine spannende Geschichte. Terror regiert in Gotham City. Ein Irrer, der sich Joker nennt, erschüttert mit seinen Verbrechen die Stadt und fordert Batman als einzigen ernstzunehmenden Gegner zum Duell heraus.
Dunkle Bilder, harte Kon-traste und Gewaltbereitschaft geben die Richtung vor für ein düsteres Charakterdrama. Es geht um Gier und Anerkennung, um moralische Integrität, persönlichen Verzicht und eine Gesellschaft, die sich allzu leicht auf Lichtgestalten verlässt; auch wenn sie dunkel gekleidet sind.
Christian Bale als Batman steht dabei in der zweiten Reihe, die Akzente setzen Heath Ledgers Joker und Aaron Eckharts Staatsanwalt als Gegenpol. Die Story ist komplex, nicht frei von Ungereimtheiten und, schlimmer, Längen. Und doch trifft dieser Film ins Ziel, weil er das verspielte Superheldengenre weiterbringt, weil er sich und seine Figuren ernst nimmt, weil er die Zuschauer nicht für dumm verkauft. Batman ist keine Lachnummer.
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