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Promi-Vater

Basketball statt Fußball: Es gibt nur ein' Marco Völler

21.01.2009 | 16:19 Uhr
Basketball statt Fußball: Es gibt nur ein' Marco Völler

Essen. Der Sohn von Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler spielt lieber Basketball als Fußball – und zwar in der 2. Liga beim TV Langen. Das Leben mit einem Promi-Vater ist manchmal seltsam, manchmal aber auch stinknormal.

Als die Basketballer des TV Langen beim Zweitligaspiel in Kirchheim die Halle betraten, stimmten die Fans auf den Tribünen kurzerhand jenen Song an, der spätestens seit der Fußball-WM 2002 ein Stück deutsches Kulturgut geworden ist: „Ein' Rudi Völler, es gibt nur ein' Rudi Völler!” Doch dieser melodische Gruß galt nicht dem ehemaligen DFB-Teamchef und heutigen Sportdirektor von Bayer Leverkusen. Sondern dessen Sohn Marco. Der spielt nämlich viel lieber Basketball als Fußball. Und erlebt in seinem sportlichen Alltag ab und an solch skurrile Momente.

Das Leben als Sohn eines weltweit bekannten Sport-Promis, es ist manchmal eben ein seltsames. Manchmal aber zum Glück auch ein stinknormales. Sagt zumindest Marco Völler. „Wenn wir gemeinsam durch die Stadt laufen, wollen immer Leute ein Autogramm von meinem Vater und Fotos machen. Oder aber sie rufen einfach nur: Ruuuudi”, erzählt der 20-Jährige, der mit seiner Mutter (Völlers erster Ehefrau) in Offenbach lebt. Nein, nerven täte ihn das alles überhaupt nicht. „Das gehört bei ihm nun mal mit dazu. Ich finde es schön, wie beliebt mein Vater immer noch ist.”

Bis 14 noch ein Fußballer

Und im Privaten übernehme die Fußball-Legende die ganz normalen Vater-Aufgaben: „Wenn ich eine gute Note geschrieben habe, kriege ich ein Lob. Wenn ich Mist baue, dann gibt's aber auch mal Ärger”, sagt Völler junior, der bis zu seinem 14. Lebensjahr noch die Sportart des Vaters bevorzugte. In der Jugend der Offenbacher Kickers kickte Marco – also jenem Klub, bei dem Vater Rudi einst im Jahr 1978 seinen ersten Profivertrag unterschrieb.

Prominenter Vater: Rudi Völler schaut sich ab und an ein Basketball-Spiel seines Sohnes Marco an. Foto: Reuters

Im Alter von 14 Jahren ging ihm aber der Spaß am Toreschießen verloren. Fortan wollte er lieber auf Körbe werfen. Und zockte erst mit Freunden Basketball auf der Straße, also Streetball. Später schloss Marco sich einem Verein in Offenbach an, wo sich recht schnell sein Talent offenbarte. 2005 folgte schließlich der Wechsel ins 15 Kilometer von der Heimat entfernte Städtchen Langen. Mit der U 18 des dort beheimateten TV Langen wurde der Center-Spieler auf Anhieb Deutscher Meister. Und nach Schnupper-Einsätzen im Vorjahr ist er seit dieser Saison erstmals offizielles Mitglied des Zweitliga-Kaders. Eine Knie-Verletzung sorgte dafür, dass es nur zu fünf von 15 möglichen Einsätzen reichte. Mehr Spielzeit erhalten und sich so Schritt für Schritt weiterentwickeln – das sind die selbst gesteckten Nahziele.

Was zeichnet den Basketballer Marco Völler denn aus? „Die Physis ist sein großes Plus”, antwortet Jürgen Barth, Sportlicher Leiter des TV Langen und einst selbst als Bundesliga-Spieler am Ball. „Er ist ein athletischer Typ, der über ein gutes Spielverständnis und viel Ballgefühl verfügt. Und er weiß, seine zwei Meter Körpergröße einzusetzen”, lobt Barth. Zwei Meter? „Nicht ganz”, antwortet der Durchtrainierte bescheiden. „Es sind nur 1,98 Meter.” Auch andere Werte wie 97 Kilo Kampfgewicht oder Schuhgröße 48 erinnern nicht eben sofort an die Physiognomie des Weltmeister-Vaters, der 1,79 misst.

Mindestens einmal pro Monat sehen die beiden sich. Manchmal fährt der Sohnemann nach Leverkusen und schaut sich auf der Tribüne ein Heimspiel der Bayer-Profis an. Inzwischen ist er sogar Fan geworden. Dass Vater Rudi bei einem Basketball-Spiel seines Sohnes dabei war, liegt schon etwas länger zurück. „Unsere Spielpläne kollidieren leider ständig”, weiß Marco.

Der besucht die Jahrgangsstufe 13, will im Mai sein Abitur bestehen und nach dem Zivildienst ein Studium beginnen. Wunschfächer? BWL und Sportmanagement. Letzteres scheint Familie Völler in den Genen zu liegen.

Einen Bonus oder Vergünstigungen wegen seines prominenten Nachnamens lehnt der bescheidene, auf dem Boden gebliebene junge Mann kategorisch ab. Er will alles ganz allein schaffen. Schließlich gibt es nur ein' Marco Völler.

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Thomas Richter


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