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Krise

Arbeitsmarkt bricht ein

29.01.2009 | 20:29 Uhr

Die Wirtschaftskrise hat endgültig den deutschen Arbeitsmarkt erfasst: Im Januar nahm die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 387.000 auf 3,49 Millionen (Quote: 8,3 Prozent) zu, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag mit.

Dies ist der stärkste saisonbereinigte Anstieg seit November 2002, wenn man die Einführung der Hartz-IV-Reformen 2005 außer Acht lässt. BA-Chef Frank-Jürgen Weise erwartet auch weiter steigende Zahlen, geht aber davon aus, dass es „nicht ganz so schlecht wird wie in vergleichbaren früheren Abschwüngen”.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat den Arbeitsmarkt erreicht. Die Zahl der in Deutschland registrierten Arbeitslosen stieg im Januar auf knapp 3,5 Millionen. Im Oktober und November 2008 war die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit 16 Jahren wieder unter die Marke von drei Millionen gefallen.

Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) erklärte, mit den Hilfen aus dem Konjunkturpaket werde es gelingen, Vertrauen zu schaffen und die Beschäftigung zu stützen. Das sieht Gustav Horn, Chef des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung, anders. „Uns stehen noch gravierende Veränderungen bevor”, sagte er der WAZ. Horn erwartet 2009 einen Rückgang der Produktion um 2,4 Prozent und einen Anstieg der Arbeitslosenzahl auf vier Millionen. Und: „Um die Finanzbranche zu stabilisieren, werden wir ohne weitere Verstaatlichungen oder Teilverstaatlichung, wie bei der Commerzbank, nicht auskommen.”

Handwerk will ohne Jobabbau auskommen

Das Handwerk ist dagegen zuversichtlich, 2009 ohne umfangreichen Abbau von Arbeitsplätzen überstehen zu können. „Im Handwerk sind knapp fünf Millionen Männer und Frauen beschäftigt. Wir hoffen, dass wir die Beschäftigtenzahlen halten können”, sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Kentzler, der WAZ. Zwar würden auch die meisten Handwerksfirmen von der Wirtschaftskrise getroffen, weil Leistungen storniert und weniger Neubauaufträge erteilt würden. Noch aber seien „unsere Betriebe relativ gut ausgelastet”.

Allerdings sei die Finanzierung für die Unternehmen schwieriger geworden. Kentzler betonte aber, dass eine Kreditklemme derzeit nicht zu erkennen sei. Schließlich hätten Volksbanken und Sparkassen zuletzt einen Zufluss bei den Einlagen privater Sparer erlebt. Dieses Geld werde „zu großen Teilen in der jeweiligen Region wieder in Form von Krediten ausgereicht”.

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Christopher Shepherd, Detlef Fechtner

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