Arbeit muss sich lohnen
14.02.2010 | 18:35 Uhr 2010-02-14T18:35:00+0100An dieser Stelle kommentieren Professoren aus dem Ruhrgebiet jeden Montag aktuelle ökonomische Themen. Diesmal: Prof. Gerhard Bosch, Geschäftsführender Direktor des Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen.
Unsere Verfassung schreibt die Sicherung des Existenzminimums für alle, die nicht arbeiten oder keine Arbeit finden können, vor. Gleichzeitig wissen wir, dass sich Arbeit lohnen muss. Denn die Arbeitsmoral einer Volkswirtschaft wird auf Dauer untergraben, wenn die, die nicht arbeiten, mehr Einkommen beziehen, als die, die arbeiten. Durch das sogenannte „Lohnabstandsgebot“ wollte die Politik den Zielkonflikt zwischen Existenzsicherung und Arbeitsanreiz auflösen. Wer Vollzeit arbeitet, sollte soviel verdienen, dass er keine staatliche Hilfe benötigt.
Solange ordentliche Löhne gezahlt wurden, funktionierte das Lohnabstandsgebot. Die weit überwiegende Anzahl der Beschäftigten konnte für sich selbst aufkommen. Nur Beschäftigte mit mehreren Kindern und niedrigem Einkommen hatten weiterhin Unterstützungsbedarf.
In den letzten Jahren hat sich die Politik vom Lohnabstandsgebot verabschiedet. Mit den Hartz-Gesetzen wollte man den Niedriglohnsektor vergrößern. Dieses Ziel hat man erreicht. Mittlerweile sind rund 6,5 Millionen Beschäftigte Geringverdiener. Die Folgen für den Sozialstaat sind gravierend. 1,3 Millionen Beschäftigte sind sogenannte Aufstocker. Ihr Verdienst liegt unterhalb des Existenzminimums und sie beziehen zusätzlich Hartz IV.
Die Aufgabe des Lohnabstandsgebots hat zu massivem Arbeitgebermissbrauch des Sozialsystems geführt. In vielen Niedriglohnbereichen werden Beschäftigte mit Löhnen unterhalb des Existenzminimums zum Arbeitsamt geschickt, um sich dort die Differenz zu holen. Die Subvention von niedrigen Löhnen kostet den Staat rund 9,3 Milliarden Euro im Jahr. Es handelt sich hier um eine lupenreine Unternehmersubvention, die auf eine Streichliste gehört. Denn es ist kein nachvollziehbarer Grund zu erkennen, warum etwa die Leiharbeitsbranche mit mehr als 500 Millionen Euro pro Jahr gefördert werden soll.
Das Problem liegt heute nicht in zu hohen Hartz-Sätzen, sondern in zu niedrigen Löhnen. Es widerspricht daher jeder Logik, wenn Politiker den unzureichenden Abstand zwischen den Hartz IV-Sätzen und Erwerbseinkommen kritisieren, wenn sie gleichzeitig selber alles tun, um die Löhne im unteren Bereich abzusenken. Durch deutliche Erhöhungen der unteren Löhne sollte man den notwendigen Lohnabstand wieder herstellen. Nur mit Mindestlöhnen und gleicher Bezahlung für Leiharbeitnehmer wird dies gelingen.

10:09
Hier im Land kommt es immer mehr zu der Meinung das die Leute bestraft werden die noch zur Arbeit gehen. Leider kann man dem auch schon fast zustimmen, man Schuftet den ganzen Tag und am Monatsende bleibt doch wieder nichts hängen so schlägt man sich von Monat zu Monat.
08:28
Durch deutliche Erhöhungen der unteren Löhne sollte man den notwendigen Lohnabstand wieder herstellen. Das ist ein schöner Wunschgedanke! Aber ich bin mir sicher das sich die Arbeitgeber mit allen Mitteln dagegen wehren werden, wo sie sogar noch die Unterstützung der Politiker haben.
11:23
Interessant finde ich hierzu auch die Lohnnievaeus aus unseren Nachbarländer. Bsp. Schweiz: www.lohncheck.ch Scheint schon ein anderes Lohnniveau zu sein.
10:29
Wenn die leidende schweigende Mehrheit auch zu dem unter das Grungesetz fallende deutsche Volk gehört, muß man sich fragen ob die Politik mit ihren Wirtschaftslobbiisten nicht nicht wegen Ausbeutung der Masse zu Zwangsarbeit im Steibruch verurteilt werden müßte bei trocken Brot und Wasser.
ein Lohn für welche Arbeit auch immer muß so bezaht sein, dass der Arbeitnehmer bei einem 8 Std.-Job davon leben kann.
21:15
@kuballa
Ich weiß nicht, wer Sie sind und wenn ich es wüsste, würde ich meine gute Erziehung vergessen. Sie sind eine asoziale Socke par excellence.
Wenn Sie von dieser Frechheit des Arbeitslosengeldes, das nach einem 44-.fach verurteilen Kriminellen benannt worden ist, betroffen wären, wäre Ihr Geschrei sicher das Lauteste. Sie sind dumm, ignorant und unglaublich borniert. Und zu kleingeistig, um die Realität zu erkennen und zu verstehen.
13:34
Wer die Neoliberalen Wählt,macht sich eigentlich der Mithilfe von Korruption Schuldig.
Hartz-IV-Empfänger klagt nicht über 45-Stunden-Woche ohne weitere Entlohnung
Ein Hartz-IV-Empfänger aus Köln nimmt an einer Maßnahme der ARGE teil, die ihn 45 Stunden in der Woche beschäftigt, ohne dass er dafür einen Cent extra sieht.
Er muss für einen Verein, der sich darum bemüht, dass Langzeitarbeitslose zurück ins Arbeitsleben finden, Steine stapeln oder Pflanzenpflege vornehmen. Der Kölner Chef der ARGE meint zu der Maßnahme: Das ist keine Beschäftigung, sondern eine Qualifizierung mit fachlicher Anleitung.
Der Hartz-IV-Empfänger, der nicht erkannt werde möchte, bekommt von dem Verein seine Fahrkarte für die öffentlichen Verkehrsbetriebe bezahlt. Der Langzeitarbeitslose nimmt diese
13:05
Wer braucht Kommunisten? Daher seid schlau passt auf wer Links wählt steht auf der Verliererseite wie zb Kuba.
20:24
Den neoliberalen politisch -ökonomischen Rohrkrepierern fällt zu diesem guten Beitrag hier bei westen .de nichts Substantielles ein.
An sich keine Überraschung.
Ausser dem eigenen Verdienst ist bei den Neos sowieso nichts Substantielles vorhanden!
18:25
Professor oder Brotfresser ?
Mit dem Mindestlohn ist auch ein Lohnabstandsgebot gegenüber Hartz IV-Leistungen gegeben !
21:22
Wieviele Dumpfbacken gibt es eigentlich in dieser
Gesellschaft? Nach Durchsicht der Kommentare
muss es sich um einen Großteil handeln.
Solange kein Arbeitgeber nachweisen muss, warum er seinen Arbeitnehmer nur Hungerlöhne zahlt, sich selbst aber i.d.R. die Taschen vollstopft, solange stimmt in diesem Land etwas
nicht. Punkt.
Und das bei Jobs, die keiner verlagern kann, weil
die Arbeit in D erledigt werden muss.