Arbeit auf Tabak-Plantagen macht Ostafrikas Kinder krank
30.08.2009 | 15:51 Uhr 2009-08-30T15:51:00+0200Essen. Für knappe 17 Cent arbeiten Kinder zwölf lange Stunden auf den Tabakplantagen Malawis. 78 000, schätzt die Hilfsorganisation Plan International Deutschland, versuchen mit diesem Minimallohn den Lebensunterhalt der Familien in dem ostafrikanischen Land aufzubessern.
Sie müssen auf Schulbildung verzichten und fangen sich überdies Nikotinvergiftungen ein. „Eine Studie von Plan International kommt zu dem Ergebnis, dass die Kinder über den ständigen Hautkontakt mit den Tabakblättern bis zu 54 Milligramm Nikotin aufnehmen”, sagt Claudia Ulferts, Pressesprecherin von Plan International in Berlin. „Das entspricht einem Konsum von 50 Zigaretten pro Tag.”
In Gerbereien oder Teppichfabriken
Das bleibt nicht ohne Folgen. Die zum Teil erst Fünfjährigen klagen über Bauch- und Kopfschmerzen, Husten, Atemnot. Dabei sei es egal, ob die Kinder in kleinen Familienbetrieben oder bei großen Produzenten ihre Cents verdienen. „Die schrecklichen Bedingungen von Kinderarbeit in Gerbereien oder Teppichfabriken sind bekannt”, sagt Ulferts. Für die Probleme auf den Tabakplantagen seien die Menschen weltweit noch nicht so sensibilisiert.Die Kinder selbst beschreiben die Symptome drastisch: „Es fühlt sich an, als ob man keine Luft mehr bekommt. Das Atmen tut so weh, dass der ganze Brustkorb brennt. Dann kommt die Übelkeit, und mit dem Übergeben spuckt man Blut”, zitiert Ulferts.
Für Gesundheitsstandards
Plan International, eine Organisation, die aus 18 europäischen Staaten in 48 Ländern weltweit für Gesundheitsstandards kämpft, sucht das Gespräch mit der Regierung Malawis. „Langfristiges Ziel muss natürlich sein, dass das Land auf Kinderarbeit verzichtet”, sagt Ulferts. Kurzfristig wolle man eine Garantie, dass die Kinder mit Handschuhen, Schutzanzügen und Atemschutz ausgestattet werden.
Weitere Informationen im Internet: www.plan-deutschland.de/

12:48
Der Durchschnittskonsument ist großartig darin, die Augen vor den Missständen zu verschließen, die er durch seinen unreflektierten Konsum fördert.
13:09
Wär doch viel günstiger die Plantagen für andere Güter zu nutzen als die Kinder vor den Folgen der, meiner meinung nach, bestialischen Arbeit zu schützen. Wacht auf ihr Raucher der Nationen und besinnt euch auf die Wichtigkeit des Atmens!
10:07
Ja und, was stört`s den deutschen Durchschnittssüchtigen ?