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An Flughäfen bald hautnah durchleuchtet

28.12.2009 | 19:19 Uhr

Ruf nach Körper-Scannern wird lauter

Berlin. Nach dem vereitelten Attentat auf ein US-Flugzeug wird der Ruf nach dem Einsatz von Körper-Scannern an Flughäfen lauter. „Wenn die Industrie uns eine Technik zur Verfügung stellt, die das Entdecken gefährlicher Substanzen am Körper ermöglicht, ohne die Intimsphäre der Bürger zu verletzten, können wir darauf nicht verzichten; und zwar flächendeckend an allen Flughäfen”, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), dieser Zeitung.

Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab, der über Weihnachten den Anschlag auf einen Flug von Amsterdam nach Detroit geplant hatte, trug einen Sprengsatz am unteren Körper; das blieb bei Kontrollen vor dem Besteigen des Flugzeugs unentdeckt. „Eine Sicherheitslücke, die auch in Deutschland existiert”, heißt es dazu aus Kreisen des Innenministeriums.

Konrad Freiberg, Chef der Gewerkschaft der Polizei, weiß von „hoffnungsfroher Technik, die mit ethischen Grundsätzen in Einklang zu bringen ist” und nun serienreif gemacht werden müsse. „Ich warne davor, hier zögerlich zu sein. Das kostet Geld”, so der GdP-Chef zur WAZ. Er sieht neben dem Staat die Flughafenbetreiber in der Pflicht.

Nach WAZ-Informationen testen Experten der Bundespolizei in Lübeck seit geraumer Zeit verschiedene Durchleuchtungssysteme, die sich deutlich von den so genannten Nackt-Scannern auf Röntgenstrahlen-Basis unterscheiden. Gewerkschaften, Politik und Kirchen hatten den von der EU befürworteten Einsatz solcher Geräte mit dem Verweis abgelehnt, sie stellten eine Verletzung der Privatsphäre und der Menschenwürde dar.

Bei den neuen Geräten werden hochauflösende Terahertz-Strahlen eingesetzt, um durch Kleidung und Koffer hindurch Sprengstoffe und Waffen aufzuspüren, die herkömmlichen Detektoren verborgen bleiben. Die Strahlen sollen nicht gesundheitsschädigend sein. Bei der Durchleuchtung, so ein Experte der Bundespolizei auf Anfrage, werden „keine anatomischen Details erkennbar, der Mensch wird anonymisiert dargestellt”.

Dirk Hautkapp

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