Skigebiete im Test
15.01.2010 | 21:03 Uhr 2010-01-15T21:03:00+0100DerWesten hat sich die Bretter untergeschnallt und Skigebiete im HSK getestet.
Skiliftkarussell Winterberg:
21 Liftanlagen (Sessellifte und Schlepplifte)
Tageskarte: 23 Euro für Erwachsene, 14 Euro Kinder
Höhe: 550 - 840 m
Parkplätze: kostenpflichtig
Adresse: Am Waltenberg 46, 59955 Winterberg
Schneetelefon: 02981 802998
Skigebiet Bödefeld-Hunau:
Drei Lifte (Schlepplifte) und ein Babylift
Tageskarte: 19,50 Euro für Erwachsene, 13 Euro für Kinder
Höhe: 600 - 810 Meter
Parkplätze: kostenfrei
Adresse: Hunaustraße 81, 57392 Schmallenberg
Schneetelefon: 02977 1212
Skigebiet Wildewiese:
Vier Lifte (Schlepplifte) und ein Privatlift
Tageskarte: 15 Euro für Erwachsene, 10 Euro für Kinder
Höhe: 530 - 650 Meter
Parkplätze: kostenpflichtig
Adresse: Wildewiese 1, 59846 Sundern
Schneetelefon: 02395 438
In allen drei Skigebieten ist Fahren unter Flutlicht möglich!
Das Hochsauerland ist bekannt für seine zahlreichen Skigebiete. Riesige Autoschlangen bahnen sich täglich den Weg in Richtung Winterberg und Co. Wir haben drei beliebte Alpin-Skigebiete in unterschiedlichen Regionen des Hochsauerlandes genauer unter die Lupe genommen. Wohin lohnt sich ein Abstecher? Wo liegen Schwächen der drei Skigebiete?
Alle Skigebiete konnten wir natürlich nicht testen. Dafür ist das Angebot einfach zu groß. Daher fiel die Wahl auf das Skigebiet Bödefeld-Hunau im Schmallenberger Raum, das Skiliftkarussell Winterberg und das Skigebiet Wildewiese in Sundern.
St. Moritz des Sauerlandes?
"Du fährst zum Skifahren ins Sauerland? Wohin denn?" - "Nach Winterberg natürlich!" So oder ähnlich könnte der klassische Dialog unter Skibegeisterten ablaufen. Doch hält das gerne als St. Moritz des Sauerlandes bezeichnete Winterberg, was es verspricht? Wir haben uns am Skiliftkarussell umgeschaut.
Der erste Eindruck: verwirrend! Das große Parkplatzangebot überfordert den Spontan-Skiausflügler. Es gibt nur eine Lösung, um herauszufinden, welcher Parkplatz zum gewünschten Lift gehört. Fenster runtergekurbelt und einen der wild winkenden Platzwarte gefragt. Weiter geht's - aber erst, nachdem die Parkgebühr bezahlt ist. Am Hang angekommen, wird gleich das große Problem des Skifahrer-Mekkas am Kahlen Asten deutlich: Es ist verdammt voll. Anstehen und viel Geduld gehören zum Programm.
Wer die Geduldsprobe überstanden hat, wird belohnt. 21 Liftanlagen - sowohl Schlepp- als auch Sessellifte - gehören zum Skikarussell. Vom Kinderhang, über Anfängerpisten bis hin zum Steilhang für Fortgeschrittene ist alles dabei. Pluspunkt gibt es für Schneesicherheit.
Anfänger bis Alleskönner
Unser Fazit: Ein Skigebiet für jedermann - vom Anfänger bis zum Könner - mit besten Bedingungen. Und wer kann schon mit zwei Polizisten auf Skiern aufwarten? Sie passen auf, dass es auf den Hängen gesittet zugeht. Doch das Skiliftkarussell ist alles andere als ein Geheimtipp. Gut für Après-Ski-Fans, weil immer was los ist, schlecht für die, die nonstop die Pisten runterdüsen wollen.
Der längste und höchste Lift im Sauerland läuft aber nicht in Winterberg. Der ist das Markenzeichen des Skigebietes Bödefeld-Hunau in Schmallenberg. Skifahrer, die sich allerdings auf Steilhänge und schwarze Pisten freuen, sind hier fehl am Platz. Hier sind die Genießer am Zug. 1,5 Kilometer Pistenlänge laden mehr zum Entspannen denn zum rasanten Abenteuer-Abfahrtski ein. Flachstücke und gut fahrbare Pistenabschnitte machen den Anfänger glücklich und belohnen den Könner mit Pistenabschnitten, auf denen sie den Ski einfach laufen lassen können.
60 Zentimeter Kunstschnee und 20 Zentimeter "echter" Schnee sprechen für sich. Und wer das Abenteuer liebt, der reitet eben auf dem Skibock. Noch nie gehört? Wer sich vorher als Gruppe von mindestens zehn Personen anmeldet, darf ein ungewöhnliches Gefährt nutzen. Der Skibock ist eine Art Mini-Ski auf dem ein Sitz befestigt wurde. Fast mit dem eigenen Hinterteil auf dem Boden wird damit den Hang hinuntergedüst. Bremse? Fehlanzeige! Durch geschicktes Bewegen des Allerwertesten kann der Mini-Ski seitlich zum Hang gedreht werden. Die Hände helfen beim Kurvenfahren. Informationen unter info@expert-in-aktion.de.
Genießen heißt die Devise
Unser Fazit: Ein Skihang für Genießer. Die längste Abfahrt des Sauerlandes ist nicht die schwerste, aber dafür eben die längste Piste. Aber sie ist eben die einzige, wer Pisten-Vielfalt sucht, ist hier falsch. Pluspunkte gibt es für das Abenteuer Skibock und kostenfreies Parken direkt an der Talstation.
Es geht nach Wildewiese in Sundern. Ob der klangvolle Name hält, was er verspricht? Wenn "wild" gleich "naturbelassen" ist, dann ja. In Wildewiese wird auf Naturschnee gesetzt. Einer der wenigen Südhänge in der Skilandschaft des Sauerlandes sorgt für reichlich Besonnung. Wer am Ende des Schlepplifts aussteigt, muss sich darauf einstellen, dass er sich an einer Menschentraube vorbeischieben muss. Der Panoramablick rundherum bremst die Skifans aus. Staunen ist angesagt! Erst dann geht's bergab.
Auffallend sind die vielen Schulklassen, die Wildewiese als Klassenfahrtziel nutzen. Kichernd und lachend düsen sie den extrem breiten Hang runter. Platz gibt es hier genug. Wenn die kleine Sarah (4) ihre ersten Fahrversuche unternimmt und sich langsam von Papas Hand löst, hat sie genug Platz, um sich zwischendurch einfach mal fallen zu lassen und auf dem Po ein Stück des Hangs runterzurutschen.
Natur und Familie
Unser Fazit: Ein Familien-Skigebiet. Großer Pluspunkt für den Panoramablick und die breite Piste. Kinder und Jugendliche kommen auf ihre Kosten. Großer Nachteil: Der Naturschnee hat seine Grenzen, wenn es länger nicht geschneit hat. Grasnarben und vereiste Stücke kommen zum Vorschein. Da wird es auf den steileren Südhang-Passagen unangenehm rutschig.
Der Test zeigt: Skibegeisterte müssen nicht nach Österreich fahren, um Spaß auf der Piste zu haben. Das Hochsauerland liegt doch so nah...
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