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Heimliche Helden: Vollgas-Fußball

Heimliche Helden, 14.05.2008, DerWesten

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Die Jungs vom MBC Kierspe betreiben die schnellste Ballsportart der Welt: Motoball.

Der schnellste Mannschaftssport auf unserem Planeten

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Heimliche Helden

Sie sind erfolgreiche Sportler, aber werden kaum wahrgenommen. Nur die lokale Presse berichtet über ihre Leistungen. Denn ihr Sport ist nicht populär.

DerWesten ändert das. In regelmäßigen Abständen werden hier Randsportarten und ihre erfolgreichsten Vertreter vorgestellt - in der Serie Heimliche Helden.

Alle bisher veröffentlichten Folgen der Serie Heimliche Helden gibt es hier

Ohrenbetäubender Motorenlärm auf dem Platz, quietschende Reifen drücken sich durchs Kies, schwere Maschinen fahren so dicht nebeneinander, dass nur noch ein einzelnes Blatt Papier zwischen sie passt. Plötzlich fliegt ein Helm durch die Luft und eine Gruppe von Menschen schreit laut auf. Es ist gar kein Helm, sondern ein Ball. Die schreienden Menschen jubeln über eine soeben gelungene Aktion.

Wenn man nach der schnellsten Ballsportart der Welt gefragt wird, fällt häufig die Antwort: Eishockey. Aber das ist falsch. Niemand, der diese Antwort gibt, hat jemals ein Motoballspiel gesehen. Motoball ist tatsächlich die schnellste Ballsportart der Welt. Es ist sogar die schnellste Mannschaftssportart auf diesem Planeten. Kein Wunder, sind doch die Feldspieler beim Motoball ebenfalls die schnellsten überhaupt.

250 ccm Motorräder

Dazu muss man wissen, dass die Spieler auf 250 ccm Motorrädern sitzen. Motoball ist nämlich Fußball auf Motorrädern. Eine richtige Motoballmannschaft besteht aus zehn Spielern, zwei Mechanikern und einem Teamleiter. Gespielt wird auf einem Spielfeld, das die exakte Größe eines Fußballfeldes hat. Zu Beginn einer Partie kommen pro Mannschaft je vier Feldspieler und ein Torhüter zum Einsatz, welche im fliegenden Wechsel ausgetauscht werden können.

Schlammschlacht im Motodrom beim Derby zwischen MBC und MSF Tornado Kierspe. Foto: Alexander Cremer

Eine Partie, in der immer zwei motorisierte Mannschaften um den Ball, Tore und den Sieg kämpfen, dauert vier mal 20 Minuten. Dazwischen gibt es jeweils zehn Minuten zum verschnaufen und überprüfen der zweirädrigen Untersätze. Genau wie im Fußball, darf der Ball mit dem Fuß, Körper oder Kopf gespielt werden und somit versucht werden, den gegnerischen Torhüter zu überwinden.

Schutzkleidung ist Pflicht

Während einer Partie geht es mitunter sehr rau zur Sache. Die Fahrer schonen weder sich, noch Maschinen oder Gegner. Mal leckt der Kühler, mal muss ein Lenker während eines Spiels gerade gebogen werden, mal passieren kleine Unfälle. Um sich vor Verletzungen durch Zusammenstöße, Unfälle und Pannen zu schützen, bestehen die Ausrüstungen der Spieler überwiegend aus schwer entflammbaren Materialien und die Schuhe haben extrem starke und feuerfeste Sohlen.

Spannende Zweikämpfe sind in der Motoball-Bundesliga garantiert. Fotos: Alexander Cremer Foto: Alexander Cremer

Die Regeln sind – nicht zuletzt wegen der Nähe zum klassischen Fußball – für die Zuschauer leicht zu verstehen. Die Geschwindigkeit der Maschinen und das somit sehr hohe Tempo des Spiels sorgen für Abwechslung und enorme Spannung bei den Fans. Ab und an kommt es sogar vor, dass durch die gewaltigen Kräfte der Schüsse der Torwart mitsamt des Balls ins Tor fliegt.

Obwohl die Sportart bisher kaum wahrgenommen wird, gibt es sie schon sehr lange. Bereits seit 1956 wird jährlich um die Deutsche Meisterschaft gekämpft. Besser geht’s den Motoballern dagegen in Russland, wo Spitzenbegegnungen schon einmal von mehreren zehntausend Zuschauern bewundert werden. (chs)

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