Musik mit der Spülbürste
11.01.2010 | 13:46 Uhr 2010-01-11T13:46:00+0100Für Michael Peters kann alles Musik sein. Zum Beweis gab er uns ein Konzert in seiner Küche – ohne Instrumente.
Der studierte Schlagzeuger, Lehrer an der Musikschule, Drummer der Revue „Liebesperlen” im Schauspielhaus, Trommler in einigen Projekten und Bands, hat sich früh vom Pfad der Geräusche auf die Spur der Töne gebracht. Der 53-Jährige stammt aus Iserlohn. „Als Kind hatte ich nur den Wald vor der Tür – und das Radio”. Geräusch und Ton.
Drei Jahre war er alt, als ihm im Restaurant ein Schlagzeug auffiel: „Es war golden, bildschön und ich wollt' es sofort haben.” Das haute nicht hin, aber der Gedanke ans Trommeln ließ ihn nicht mehr los. Im Sauerland funktioniert die Sozialisation in Musikerkreisen ja auch bei Schützenfesten, Getrommel war da genug. Michael funktionierte Gardinenstangen um und begann Luftschlagzeug zu spielen. Die Eltern erkannten die Signale und schenkten ihm das erste richtige, obwohl er wegen „My Generation” von den Who erhebliche Kämpfe mit seinem Vater auszufechten hatte. „Wenn im Fernsehen ,Beat-Club' lief, musste er ausgelagert werden.” Das Schlagzeug entpuppte sich als Schießbude und der 13-Jährige schnorrte sich in der Szene durch und spielte Schlagzeug, wo man ihn ließ. Den ersten Job übernahm er mit 16 in der Disko Sacré Coeur in Husen. „Ich legte dort verbotenerweise Platten auf.” Er war zu jung, aber es reichte, um sich ein gutes Schlagzeug zu finanzieren.
Hitparaden lieferten die Schlüsselreize
Hitparaden lieferten Schlüsselreize, aber als er den Jazzer Klaus Doldinger hörte, merkte Peters, dass „Chirpy Chirpy Cheep Cheep” von Middle of the Road nicht das Ende aller Rhythmik sein konnte. „Frank Zappa hatte ebenfalls irgendwie eine andere Qualität”, sagt er. Er begann nach neuen Sounds zu hören. „Ich hab' das Schwierige gesucht, um mich abzugrenzen.” Er hat das Schwierige auch gelernt. Als er merkte, dass das beim Publikum gut ankam, „war für mich klar, dass ich Schlagzeug studieren möchte.” Als zweites Fach legte er sich Klavier unter die Taste. „Einen Tag vor der Prüfung kam der Dozent zu mir und sagte: Herr Peters, Sie sind der schlechteste Pianist der Hochschule, machen Sie das Beste raus!” Es reichte.
Vor 14 Tagen lief eine Woodstock-Revue im Kühlschiff der Linden-Brauerei in Unna. 500 Leute erinnerten sich an die legendären „three days of love and peace” 1969. Michael Peters trommelte u.a. Jimi Hendrix' „Hey Joe”. Ein Fluss aus Leichtigkeit, Bewegung, Ausdruck. Solche Projekte liebt er. Sie sind Abwechslung und Hommage.
Er ist altersmilde geworden, er fühlt sogar mit der Schlagersängerin Margot Eskens. „So'n Schlager wie ,Cindy oh Cindy' hätte ich früher mit der Arroganz der Jugend abgelehnt – dabei ist er herrlich.” In der Klassik ausgebildet, im Jazz zuhause, schlagergestählt und rockbewusst. Schön auch das Improvisieren um die Gefahr, vieles von sich preiszugeben.
Als Kind hat er sich mal nachts in den Keller im Haus der Heimat verdrückt. Dort stand eine Trommel, ein Filzschlägel lag daneben. Dumpfe Schläge, immer die gleichen. „Eine archaische Erfahrung.” Das klappte sogar in Iserlohn. Peters liebt es, sich als Drummer durchs Leben zu schlagen. Er haut sich vor die Brust, er traktiert die Tasse. Vibrierende Teller, scheppernde Mineralwasserflaschen. Der Rhythmus des Lebens findet sich im Alltag. Hören bleibt Forschen. Nach Geräusch und Ton.
21:43
Was ist das denn für ein typ, der ist ja super cool drauf :-)
10:05
das war geil gestern abend!! alle songs wurden gespielt die ich hören wollte, sound war perfekt, der neue sänger sehr gut, es war einfach ein geiler abend!
was mich etwas gestört hatte war der typ der vor mir stand und zu mir meinte du willst das die rooster spielen? diese lahmarschige nummer?
so ein dämliches arschloch! wenn der schnelle songs haben wil muss er zu dem slayer-konzert fahren!
egal, der abend war geil!