Mit quietschenden Reifen
05.03.2008 | 15:41 Uhr 2008-03-05T15:41:00+0100Radball ist ein Sport, ohne den sich Heiko Cordes ein Leben gar nicht mehr vorstellen kann. Ähnlich geht es seinem Teamkollegen Patrick Sinnen. Seit vier Jahren spielen die beiden zusammen.
Tierische Entstehung
Wir schreiben das Ende des 19. Jahrhunderts. Der für damalige Verhältnisse berühmten Kunstradfahrer Nicholas Kaufmann fährt auf seinem Drahtesel durch die Straßen, als plötzlich ein kleiner Hund seinen Weg kreuzt. Ausweichen ist nicht mehr möglich, den Lenker umreißen für Mensch und Tier nicht sinnvoll.
Sie sind erfolgreiche Sportler, aber werden kaum wahrgenommen. Nur die lokale Presse berichtet über ihre Leistungen. Denn ihr Sport ist nicht populär.
DerWesten ändert das. In regelmäßigen Abständen werden hier Randsportarten und ihre erfolgreichsten Vertreter vorgestellt - in der Serie Heimliche Helden.
Alle bisher veröffentlichten Folgen der Serie Heimliche Helden gibt es hier
Um sich den wohl schmerzhaften Sturz, und dem Tier Verletzung zu ersparen, befördert Kaufmann den Kläffer mit dem Vorderrad zur Seite – die rege Phantasie eines jeden Hunde-Hassers spielt gerade sicherlich etliche Szenen im Kopf ab, in denen der Vierbeiner quer durch die Luft fliegt, aber Kaufmann beförderte den Hund wohlgemerkt sanft zur Seite, sonst hätte sich wohl die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ bei ihm gemeldet. Das war nicht der Fall, stattdessen dachte sich Kaufmann, wenn man schon Tier so befördern kann, geht es mit einem Ball wohl sogar noch leichter – Radball war geboren.
Ball statt Hund
Am 14. September 1883 stellte Nicholas Kaufmann gemeinsam mit einem anderen Kunstradfahrer namens John Featherly die neue Sportart der amerikanischen Öffentlichkeit vor. Aber statt eines Hundes nahmen sie dann doch lieber einen Polo-Ball. Gespielt wurde das Spiel auf zwei Tore dabei auf einer Art Hochrad, dem American-Star-Bicycle.
Unter den Kunstradfahrern wurde die Sportart in Amerika sehr schnell populär und auch die Entwicklung in Europa war nicht zu stoppen. Dort waren offiziell die beiden Berliner Kunstradfahrer Paul und Otto Lüders die ersten beiden Radballspieler, die es am 10. März 1901 der deutschen Öffentlichkeit vorstellten. Wilhelm Schreiber und Eugen Blersch dominierten in den ersten Jahre die Europa- und (ab 1930) die Weltmeisterschaften. Für 20 Jahre kaum geschlagen war zwischen 1968 und 1988 das tschechoslowakische Team mit Jan und Jindøich Pospíšil.
Kopfbälle sind gestattet
Eine kurze Übersicht über die wichtigsten Regeln: Eine Mannschaft besteht aus zwei Spielern: Torwart und Feldspieler, wobei auch der Torhüter im Feld spielen darf und umgekehrt. Die Spielzeit beträgt zweimal sieben Minuten. Der Ball – nicht der Hund – hat Kugelform, ist aus Stoff gefertigt, hat einen Durchmesser von 17-18cm und muss ein Gewicht zwischen 500 und 600gr. haben. Gespielt wird der Ball durch Schläge mit dem Rad und dem Körper, allerdings ohne Benutzung von Händen und Füßen – es sei denn die Hände bleiben am Lenker und die Füße auf den Pedalen. Kopfbälle sind gestattet. (nie)
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08:23
Heimliche Helden - eine prima Serie! Radball kannte ich bisher gar nicht, finde ich aber hochinteressant. Wieder einmal ein guter Beitrag, der nicht so sehr im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehende Sportarten (und Sportler) beleuchtet. Weiter so!
13:59
Wie immer ein klasse Beitrag.
Also nichts wie rauf aufs Rad und
üben, üben, üben
Liebe Grüße von
Meik
12:59
Radball! Noch nie gehört geschweige denn gesehen. Toller Beitrag! Großartige Sportart!
Mehr davon :-)
10:38
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10:34
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12:31
Hallo Seawolf, was sind den Weihnachtsbaüme? Sie haben schon recht, Deutsche Sprache - schwere Sprache. Peinlich. Oder einfach nur quietschdumm? Wozu gibt es denn die Rechtschreibprüfung?
11:45
Vielen Dank für den Hinweis, balu_der_baer, schön, dass Sie den Fehler gefunden haben, in den 20 Sekunden, in den er tatsächlich online stand. Wir haben ihn natürlich mit QUIETSCHENDER Tastatur direkt korrigiert! Grüße aus der Redaktion, David Nienhaus
11:32
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11:22
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