Jeckes Treiben in Köln
15.02.2010 | 10:23 Uhr 2010-02-15T10:23:00+0100Karneval als kollektive Psychotherapie für deutsche Spießbürger? Brian Melican klärt auf.
Als angehender Redakteur in Deutschland, der nicht aus einer Karneval-Hochburg wie Düsseldorf oder Köln stammt, muss ich mich jeden Februar aufs Neue einiger unbekannter Vokabeln vergegenwärtigen: Der Karnevalsprache. Das ist für den englischen Journalisten umso schwieriger.
Et Vokabelche kütt!
Helau, Alaaf, Jeck (mit oder ohne: himmlich), Altweiber, Möhne, schunkeln, Kölle, Zoch (dieser „kütt" anstatt zu kommen), Prunksitzung, Veedel – damit muss ich mich zunächst wieder vertraut machen. Dann muss ich noch darüber lustig-ironisch berichten, wie die Kollegen das hier so schön tun.
Attacke der "Möhnen"
Den Artikel überflog ich zuerst nur kurz. Unvorbereitet auf Karneval bin ich über diesen Satz gestolpert:
„In Düsseldorf stürmten die bunt kostümierten «Möhnen» das Rathaus und besetzten den Marktplatz. Oberbürgermeister Dirk Elbers hatte angesichts des Ansturms Hunderter Altweiber keine Chance. Sein Schlips fiel den Scheren der Möhnen zum Opfer."
Ist ja nur Karneval, Brian!
Da raste mein Herz: Bürgermeister, Scheren, Opfer? Ich ahnte Böses: einen Amoklauf, Volksaufstand oder Schlimmeres! Doch dann fiel es mir ein: Karneval! Ich werde wohl mein ganzes Leben lang immer wieder davon überrascht werden und mich jedes Jahr wieder aufs Närrische einstellen müssen.
Und ich werde auf jeden Fall verinnerlichen müssen, wo man Helau sagt und wo Alaaf.
22:44
Dem kann ich nur bepflichten. Die Stadt ist große klasse !
22:51
Ich als Neu-Kölner habe dieses Jahr das erste mal die Karnevalszeit kennengelernt undhabe mich direkt verliebt. Das will ich nicht mehr missen 1