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Heimliche Helden

Gut Holz

19.03.2008 | 15:59 Uhr

Daniel Mittelstädt räumt ab: Der Sportkegler aus Heiligenhaus ist mehrfacher Deutscher Meister, Weltmeister, Weltrekordhalter. Und er räumt mit einem Vorurteil auf: Sportkegeln ist kein Kneipenspiel.

Schon die Ägypter kegelten

Eine Kugel, neun Kegel: Überall in Deutschland treffen sich Abend für Abend Clubs und Teams, um in geselliger Runde ein oder zwei Würfe zu wagen. Die meisten kennen den Kegelsport. Sportkegeln hingegen dürfte nicht für jedermann ein Begriff sein.

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Heimliche Helden

Sie sind erfolgreiche Sportler, aber werden kaum wahrgenommen. Nur die lokale Presse berichtet über ihre Leistungen. Denn ihr Sport ist nicht populär.

DerWesten ändert das. In regelmäßigen Abständen werden hier Randsportarten und ihre erfolgreichsten Vertreter vorgestellt - in der Serie Heimliche Helden.

Alle bisher veröffentlichten Folgen der Serie Heimliche Helden gibt es hier

Schon um 5.000 vor Christus kegelten die alten Ägypter. In Deutschland stammt die erste urkundliche Erwähnung des Kegelsports aus dem Jahr 1157 in der Chronik von Rothenburg ob der Tauber auf. Allerdings galt Kegeln damals noch nicht als Sport, sondern als Glücksspiel. Überhaupt war Kegeln lange verrufen. Allein die Anzahl der Kegel versprühte einen Hauch von Blasphemie, so dass von Puritanern in Amerika schließlich das Bowling-Spiel mit zehn Figuren erfunden wurde.

Auf der Suche nach dem perfekten Wurf

Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Kegelsport in Europa immer populärer und entwickelte sich zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung, vor allem in Gaststätten. Doch während Freizeitkegeln vor allem Spaß machen soll, geht es für aktive Sportkegler um Punkte und den perfekten Wurf. Gespielt wird im Team: Eine Mannschaft besteht aus sechs Spielern, in manchen unteren Klassen dürfen sich auch vier Spieler zusammentun. Sie treten in verschiedenen Spielverfahren gegen andere Mannschaften an: Entweder im Bereich „Classic“, der nochmal in die Spielformen „100/200 Wurf“ und „120 Wurf International“ unterteilt wird, oder im Bereich „Schere“. Beide Bereiche haben ihre eigenen Regeln.

Mehr als ein Gaststätten-Hobby: Sportkegeln. Foto: WAZ

Was bei allen Spielen gilt: Die Ergebnisse (Kegelsumme oder auch Holzzahl, da ein gefallener/umgeworfener Kegel als ein Holz gerechnet wird) im Sportkegeln hängen von vielen Faktoren ab: Kegelform (derzeit werden im Aktivenbereich zwei unterschiedliche Kegelformen gespielt: der gerade geschnittene 2000-Kegel und der bauchige Top-Kegel), Bahnpflege (durch das Aufbringen von Gleitmitteln gemäß Reglement kann das Schlagverhalten maßgeblich verbessert werden) und Kugel-Lauf (Gerade, Bogen, Drall) bestimmen einen Wurf entscheiden mit. Ein Sportkegler muss sich daher immer wieder neu auf die Bahn einstellen, auf der er spielt.

Jede Menge Holz

Am Ende eines Spiels erreicht ein durchschnittlicher Spieler auf 100 Wurf etwa 400-450 Holz. Auf Bohlebahnen beträgt die durchschnittliche Holzzahl eines Sportkeglers 700 Holz. Ein durchschnittlicher Spieler erreicht auf 200 Wurf etwa 850-950 Holz, gute Spieler erreichen hier 1050 Holz und mehr. Jedoch sind auch mehr Holz bei Bundesligaspielern möglich und werden auf guten Bahnanlagen oft erreicht. Bei 120 Wurf erreicht eine durchschnittliche Spielerin etwa 520 Holz, der Weltrekord liegt aktuell bei 694 Holz; ein Sportkegler (Bohle) wirft etwa 840 Kegel.

Die deutschen Sportkegler sind im Deutschen Kegler- und Bowlingbund (DKB) organisiert, der sich in vier Disziplinverbände (entsprechend den Bahnarten) gliedert: Deutscher Bohle-Kegler-Verband (DBKV) für den Kegelsport auf Bohlebahnen, Deutscher Schere-Keglerbund (DSKB) für die Schere-Aktivisten, Deutscher Keglerbund-Classic für Classic/Asphalt (DKBC) und die Deutsche Bowling-Union (DBU) für die Bahnart Bowling. Quelle: Wikipedia

DerWesten

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Kommentare
20.04.2008
18:03
Gut Holz
von Meik Ohlenschläger | #6

Dieser Film befreit Sportkegeln von dem Mief des Kneipen-Kugel-Schiebens!
Prima!

22.03.2008
13:05
Gut Holz
von hummelchen und schnecke xD | #5

Sehr schönes Video, super gestaltet und der Hauptdarsteller ist einfach spitze:D

22.03.2008
07:57
Gut Holz
von Guido Schümann | #4

Ein prima Artikel und Film über den Kegelsport! Mehr von solchen Beiträgen!

Wer Appetit auf mehr hat, kann sich zum Einstieg hier schlau machen:

www.Deutscher-Keglerbund.de - für die einzelnen Bahnarten bitte die Disziplinverbände anklicken: Schere/DSKV, Bohle/DBKV, Classic-Asphalt/DKBC, Bowling/DBU.

Kegeln ist ein Sport für alle Menschen - ungeachtet ihrer Herkunft, ihrer erlebten Bildungschancen, ihres Berufes sowie ihres bisherigen Lebensweges, ungeachtet ihrer religiösen, politischen oder weltanschaulichen Bindungen oder Interessenlagen.

Kegeln ist ein Sport für Jung und Alt, für Mädchen und Jungen, für Männer und Frauen, für Mitbürger ohne genauso wie für Mitbürger mit Migrationshintergrund.

Kurzum: Kegeln ist ein Sport, bei dem Menschen zueinander finden.

Lust auf mehr? Also, auf geht´s! Der nächste Klub oder Verein für Sportkegeln ist meistens gar nicht so weit entfernt, sondern oftmals fast vor der Haustür!

In diesem Sinne: Gut Holz!

Guido Schümann - www.KegelReport.de

21.03.2008
15:44
Gut Holz
von Reinhard Heinath | #3

Guter Bericht, vom Sportkegeln kommt viel zu wenig in den Medien

21.03.2008
14:31
Gut Holz
von KSFrechdachs | #2

Ich kegeln für die SKV-Heiligenhaus ... Heiligenhaus, 42579 ist nicht Bochum... Er wohnt auch hin Hhaus nur studieren tut er in Bochum ;)

21.03.2008
13:20
Gut Holz
von Karsten | #1

Das ist wirklich mal ein heimlicher Held. Ich wusste garnicht, dass es Kegeln auch außerhalb von verrauchten Kneipen-Hinterzimmern gibt – und plötzlich erfahre ich, dass in Bochum ein Deutscher Meister trainiert und studiert. Einfach Klasse!

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