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Grüne Vorwahl: Basis bestimmt Spitzen-Duo

03.09.2012 | 09:04 Uhr

Berlin, 03.09.12: Als erste der im Bundestag vertretenen Parteien werden die Grünen ihre Spitzenkandidaten für den Bundestagswahlkampf 2013 per Urwahl durch alle Mitglieder bestimmen. Die besten Chancen werden derzeit Jürgen Trittin eingeräumt.

Jetzt also hat die grüne Basis das Wort. Nach dem Votum des kleinen Parteitages am Sonntag sollen die knapp 60.000 Mitglieder bis Ende Oktober entscheiden, mit welcher Doppelspitze die Partei in den Bundestagswahlkampf 2013 ziehen wird. Sechs Bewerber sind bekannt, bis zum 16. September sollen sich noch weitere Interessenten melden können. Wie bei den Primaries genannten Vorwahlen im US-Präsidentschaftswahlkampf werden die Kandidaten das Schaulaufen vor der eigenen Anhängerschaft starten. Aber welche Auswahl haben die Parteimitglieder wirklich? Die Kommunalpolitiker Werner Winkler aus Waiblingen und Franz Spitzenberger aus Sonthofen gelten als chancenlos. Als gesetzt wird dagegen der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion Jürgen Trittin, gehandelt. Er ist zum Gesicht der Partei in der Öffentlichkeit geworden. Spannender ist es bei den Frauen: Die Co-Fraktionschefin Renate Künast, Parteichefin Claudia Roth und Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt streiten um den Platz neben Trittin. Wer das Rennen macht, ist offen. Göring-Eckhardt verteidigte am Sonntag die Urwahl. O-ton Göring-Eckhardt (" Das heißt aber nicht, dass wir jetzt gegeneinander kämpfen, sondern das heißt erst mal, dass wir am Ende miteinander Wahlkampf machen werden. Und das es ein Wettstreit ist, mit welchen Schwerpunkten, mit welchen Themen, und eben mit welchen Personen.") Eine mögliche reine Frauenspitze wird parteiintern praktisch ausgeschlossen. Inhaltliche Unterschiede zwischen den drei Kandidatinnen sind kaum auszumachen, alle drei stehen hinter den Leitlinien des ökologischen Umbaus der Gesellschaft, auch wenn Roth für den linken Flügel steht sowie Künast und Göring-Eckardt für die Realos. Trittin kann egal sein, wer die Siegerin wird, solange die Partei in der öffentlichen Wahrnehmung nicht darunter leidet. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid büßten die Grünen in der abgelaufenen Woche einen Prozentpunkt ein und liegen derzeit bei 13 Prozent. Die SPD kommt in der Erhebung für "Bild am Sonntag" auf 28 Prozent. Damit hat Rot-Grün bislang keine Regierungsmehrheit.

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