Das Spiel der Schmiede
11.06.2008 | 13:47 Uhr 2008-06-11T13:47:00+0200Zwei starke Männer vom Rhein spielen das Spiel der Schmiede: Gerhard Bruckhaus aus Kaarst und Bernd Liebke aus Ratingen sind Gewichtwerfer.
Sie sind erfolgreiche Sportler, aber werden kaum wahrgenommen. Nur die lokale Presse berichtet über ihre Leistungen. Denn ihr Sport ist nicht populär.
DerWesten ändert das. In regelmäßigen Abständen werden hier Randsportarten und ihre erfolgreichsten Vertreter vorgestellt - in der Serie Heimliche Helden.
Alle bisher veröffentlichten Folgen der Serie Heimliche Helden gibt es hier
Wer hat’s erfunden? Nein, nicht die Schwyzer. Die Sportart Gewichtwerfen kommt aus Schottland. Dort war es den Schmieden im Mittelalter offenbar so langweilig, dass sie sich ein Spiel ausdachten und sich fortan allabendlich zu einer Runde "Wer wirft den Hammer am weitesten?" trafen.
Kraft, Technik, Schnelligkeit
Aber Spaß beiseite. Denn Gewichtwerfen hat sich über die Jahrhunderte zu einer durchaus ernstzunehmenden Disziplin entwickelt, die Kraft, Technik und Schnelligkeit zugleich erfordert.
Rasenkraftsport: Hammer, Gewicht und Steine
Wie der Hammerwurf, der immer noch zu den olympischen Sportarten zählt, ist das Gewichtwerfen (nur in den Jahren 1904 und 1920 wurden Olympiasieger gekürt) eine Disziplin des so genannten "Rasenkraftsports", zu der auch das Steinstoßen gehört.
Seit 2001 suchen die Rasenkraftsportler alle zwei Jahre ihre Europameister im Dreikampf. Erst 2007 fand die EM im schwäbischen Waiblingen statt.
Schwungvolle Drehung
Aber zurück zum Gewichtwerfen: Ziel dieser Disziplin ist es, das Gewicht aus einem 2,50 mal 1,50 Meter großen Feld einarmig möglichst weit zu werfen. Drehungen sind dabei erlaubt.
Das Wurfgewicht ist dem Wurfhammer ähnlich. Es besteht aus einem Griff, einer Kette und einer Eisenkugel, die unterschiedlich schwer sein kann: Männer werfen eine 12,5 Kilo-Kugel, Frauen und Jugendliche dürfen mit fünf oder 7,5 Kilo schweren Kugeln an den Start gehen.
Alle Athleten werfen mit der aus der Leichtathletik bekannten Hammerwurftechnik. Allerdings kann das "kurze" Gewicht schneller beschleunigt werden. Dadurch reichen den Werfern zwei bis drei Drehungen zur optimalen Beschleunigung aus. (tha)
19:57
Super Mutmacherfilm für alle die spät in Sport einsteigen wollen!
06:31
An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass Gerhard Bruckhaus Gründer und 1.Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Rather Leichtathletik ist. www.foerdervereinrath.de
08:09
Toller Beitrag. Endlich werden mal die Leistungen zweier sehr guter Altersklassensportler entsprechend präsentiert und gewürdigt.
Übrigens, die neue, aktuelle ART-Homepage unter Weiterführende Links ist inzwischen über http://www.art-leichtathletik.de zu erreichen.
20:41
hammer!
zu köstlich.
musste ich gleich zweimal gucken... ließ sich nicht vermeiden :-)
19:07
Hallo,
ganz toller und lustiger Beitrag. Dazu noch sehr informativ.