Ärger über Verkehrslärm
04.06.2009 | 15:24 Uhr 2009-06-04T15:24:00+0200Eine Initiative gegen Verkehrslärm stößt in Bochum bei der Politik auf taube Ohren. Ihr Fazit "Kulturförderung ist der Stadt wichtiger als Lärmschutz."
Eigentlich könnte dieser Balkon ganz nett sein: zehn Meter über Niveau, pergolen-überdacht, umgeben von Efeuranken und Blauregen. Doch um es länger hier auszuhalten, braucht man wohl tatsächlich jene drei Flaschen „Amselkeller”, die leer im Abfallkorb nebenan liegen. Unten dröhnt nämlich die Schnittstelle von Oviedo-Ring und Tunnel. Und auf diesem Balkon ist es noch viel lauter als jene 70 Dezibel, die Anlieger Werner Sczesny oben an seinem Schlafzimmerfenster gemessen hat.
Mit Dutzenden von Nachbarn macht Sczesny in der Anwohnerinitiative Bochum-Bärendorf (ABB) darauf aufmerksam, dass es so nicht mehr weitergehen soll. Aktuell sei das Wohnviertel von Oviedo-Ring, Stensstraße und Wasserstraße mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 77 000 Fahrzeugen beschallt. „Morgens um vier rumpeln die ersten 30-Tonner über die Stensstraße”, berichtet der Initiativen-Sprecher, „da stehen die Leute senkrecht im Bett.”
Es wird gewiss nicht so weitergehen, denn absehbar ist ja schon die Hochstufung und der Ausbau des Ringes zur Autobahn. Nach Fertigstellung von Westkreuz und Opel-Querspange rechnen die Anwohner mit zusätzlichen 52 000 Autos, darunter massig Lkw, die die Abkürzung zur A 43 nehmen. Hoffnungen auf Lärmschutz brauchen sich die Anlieger aber nach dem Gesetz vorerst nicht zu machen.
Zwar würden alle Ratsfraktionen hinter der Forderung nach Schallschutz stehen, sagt etwa die Grüne Monika Engel: „Aber das muss man beim Bund durchsetzen. Und der vertritt die Auffassung, dieser Abschnitt sei eine Alt-Strecke, die nicht nachgerüstet zu werden brauche - erst wenn eine erhebliche Mehrbelastung nachgewiesen ist.”
Nicht erst dann, fordern die Anlieger. Und wenn schon, dann gleich einen Lärm-Deckel, der bis zur Brücke der Wasserstraße reicht. Wie so etwas gebaut werden kann, hat der Maschinenbau-Ingenieur Sczesny bereits recherchiert. Und gefragt, was das kosten würde. Antwort: 10 bis 15 Millionen. Man habe auch schon als Minimum Flüsterasphalt gefordert, der kostet vielleicht nur eine Million bis zur nächsten Biegung. Spart dann aber bestimmt eine Flasche „Amselkeller”.
15:34
Das wäre jetzt meine Frage gewesen.
Wenn ich an eine Schnellstraße oder Bahnstrecke
ziehe muss ich doch mit Lärm rechnen,oder?
12:07
MrX: Erstaunlich, dass zu Ihrem Beitrag noch keiner hier das übliche Warum ziehst du denn auch dahin? gepostet hat ...
08:53
Da gibt es auch noch schlimmere Ecken in Bochum
Dorstener Str. im Bereich Bf Präsident z.B. wenn nachts die Züge (Dieselloks) sehr laut ca 5 mal fahren.
In Düsseldorf gibt es ein Nachtflugverbot damit man wenigstens ein paar Stunden ruhe hat, aber die Bahn darf alles und es kümmert keinen Verantwortlichen.
Mein Fazit daher, eine neue Wohnung suchen
20:20
Na klar, der Politiker sitzt im Grünen und genießt die Ruhe. Nur: jeder mit Auto macht Lärm und die Autoindustrie hat es nach über 100 Jahren Automobilbau bis heute nicht geschafft, diese Dinger leise zu machen, noch schlimmer: diese Knallköppe wollen es nichteinmal!
16:15
Und da jetzt eh kein Geld mehr da ist wird man noch lange auf die Sanierung einiger Straßen warten müßen geschweige denn auf Lärmschutzmasnahmen. Ist so die Straßen in BO sind doch sowas von fertig und vom Fachmännischen flicken kann auch nicht die Rede sein.