Stadtspitzen waren gleichzeitig im Urlaub
09.08.2010 | 18:52 Uhr 2010-08-09T18:52:00+0200
Duisburg.Was einem Amtsleiter und seinem Stellvertreter wohl übel angekreidet würde, hat sich Duisburgs Stadtspitze unmittelbar vor der Loveparade erlaubt: Verwaltungschef (Adolf Sauerland) und Stellvertreter (Dr. Peter Greulich) waren zeitgleich in Urlaub.
Vor dem größtem Massenereignis in der Geschichte der Stadt musste Planungsdezernent Jürgen Dressler für eine Woche die Führung der Stadtverwaltung übernehmen. Sauerland weilte in Österreich, Greulich in Spanien.
Am Tag der Loveparade selbst war der Oberbürgermeister wieder in der Stadt, sein Stellvertreter brauchte indes sechs Tage, um seine Ferien abzubrechen und zurückzukehren in die von der Katastrophe gezeichnete Stadt. Kämmerer Dr. Peter Langner, auch er Mitglied des sechsköpfigen Verwaltungsvorstandes, auch er in den Sommerferien, trat sogar erst am gestrigen Montag seinen Dienst im Rathaus wieder an. Wie in der Stadtverwaltung gemunkelt wird, war er in seinem Urlaub weder zu erreichen, noch hat er sich von sich aus gemeldet.
Langwieriges Verfahren
Was nun aus dieser Stadtspitze, die laut Planungsdezernent Jürgen Dressler völlig handlungsunfähig ist (die WAZ berichtete) wird, ist zunächst Sache der Politik. SPD, Linke und FDP kommen mit ihren insgesamt 39 Stimmen im Rat auf die erforderliche Mehrheit, um die Einleitung eines Abwahlverfahrens für Oberbürgermeister Sauerland zu beantragen. „Die Grünen sind herzlich eingeladen, sich an diesem Antrag zu beteiligen“, hieß es gestern bei den Sozialdemokraten.
Für diesen Antrag ist jedoch ein langwieriges bürokratisches Verfahren notwendig: Jedes Ratsmitglied muss nämlich persönlich den Antrag unterschreiben – in Urlaubszeiten nicht immer ganz einfach. Dennoch ist damit zu rechnen, dass der Antrag Ende August eingereicht wird.
CDU will sich hinter ihren OB stellen
Dann aber ist zur Einleitung der OB-Abwahl eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Rat erforderlich. Die ist ohne CDU-Stimmen nicht zu erreichen, und die Christdemokraten haben bereits bekundet, sich gegebenenfalls hinter „ihren“ Oberbürgermeister zu stellen. Tun sie das aber nicht, hat Sauerland zwei Alternativen: Zurücktreten oder die Wähler entscheiden lassen.
Noch beraten wird in den Gremien der Rats-Parteien, wie man mit dem Sicherheitsdezernenten Wolfgang Rabe umgehen will, dem die organisatorischen Mängel bei der Loveparade angelastet werden und der zudem Druck auf die Entscheidung für das letztlich so tragisch verlaufene Musikspektakel ausgeübt haben soll.
Für die Abwahl eines Dezernenten müssen zwar nicht die Bürger um ihr Votum gebeten werden, aber es müssen ebenfalls zwei Drittel der Ratsmitglieder zustimmen. Doch auch Rabe gehört der CDU an.

11:15
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07:14
Was für armselige Egoisten stehen dieser gebeutelten Stadt vor?
Wir Bürger und Bürgerinnen haben uns eine regelrechte Gurkentruppe angezüchtet.
Die Kommunalwahlen bringen nichts. Laßt sie uns abschaffen.
00:26
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22:24
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22:05
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22:03
Wir brauchen keinen teueren PR-Profi, wie haben doch unseren Urlauber der DMG! Aber im Ernst:
Wir brauchen endlich den Kehraus der gesamten Stadtverwaltungselite!
Sie haben versagt, sie waren schlicht weg, sie haben diese Stadt in moralische Trümmer zerlegt!
Keiner hat das getan, wofür wir Bürger ihn bezahlen.
Wenn die kleinen Feuerwehrleute, Sanitäter und Polizisten so versagt hätten, hätten wir unendlich viele Tote!
20:12
Was heißt denn hier verantwortlich handeln?
Zurücktreten und die Aufklärung der weisungsgebundenen Staatsanwaltschaft und der weisungsgebundenen Kölner Polizei zu überlassen führt doch nur zur Verschleierung von Dresslers und Jägers Anteil an dem Desaster.
Respekt vor den Opfern würde es gebieten, dass von einem unabhängigen Ermittlungsrichter, vom BKA oder einem Untersuchungsausschuss des Landtags ermittelt würde und dass die Stadtverwaltung, Polizei, und Veranstalter einen Wettlauf in ehrlicher Kooperation zeigten.
Leider sind die Duisburger Wähler gewöhnt, sich das bieten zu lassen und fallen auf die Hasskampagne rein, z.B. von Jäger, der am Tag vor dem Unglück noch getönt hatte, seine Polizei sei bestens vorbereitet und dann noch vor der Trauerfeier mit dem eiligen Schuldverteilen begann.
Respekt vor den Opfern heißt nicht, dass man einen Sündenbock schlachtet und gut ist, sondern dass man zusammenkommt und eine Wiederholung des Abschiebens der Verantwortung verhindert.
Wer da mit dem Zeigefinger zeigt, soll erkennen, dass er mit drei Fingern auf sich selbst zeigt.
20:01
Der WDR berichtet, dass ein Journalist vom FOCUS als Medienberater für Duisburg engagiert wurde. Es scheint mir kein Gerücht zu sein. Wer bezahlt den Medienberater, gibt es keine Pressestelle der Stadt Duisburg.
19:59
DUISBURG - wir können alles - AUSSER RICHTIG !!
19:59
DUISBURG - wir können alles - AUSSER RICHTIG !!