Schallers Zweifel nach der Loveparade-Tragödie
13.07.2011 | 08:51 Uhr 2011-07-13T08:51:00+0200
Köln. In der ARD-Doku über die Loveparade gibt Rainer Schaller tiefe Einblicke in sein Gemüt. Er erzählt, dass er lange nur verkleidet auf die Straße ging. Und er stellt die Frage, wie die Tunnel-Problematik während der Planung übersehen werden konnte.
„Die letzte Loveparade“ lautet der Titel der WDR/ARD-Dokumentation über die Katastrophe in Duisburg im vergangenen Jahr. Darin gewährt der Veranstalter Rainer Schaller erstmals Einblicke in sein Seeleben nach der Tragödie.
Wochenlang habe er sich selbst im Dunkeln nur mit Sonnenbrille und Mütze außer Haus gewagt. Aus Angst davor erkannt zu werden. „Man denkt, jeder guckt einen an. Selbst beim Einkaufen im Supermarkt, wenn die Kassiererin nicht gleich freundlich lächelt, hat man das Gefühl, man ist erkannt und muss sich rechtfertigen, sich einfach schlecht fühlen.“
Zum ersten Mal äußert sich Schaller im Film auch zur Problematik des Tunnels als einzigem Ein- und Ausgang zum Veranstaltungsgelände: „Man hat Monate geplant, und für mich ist es natürlich ein Rätsel, wie man das über Monate gemeinsam nicht hat sehen können. Das ist etwas, was ich mich bis heute frage: Wie konnte man das nicht sehen?“ In der Planungsphase seien viele Menschen beteiligt gewesen, von der Stadt, über sie selbst als Veranstalter, bis hin zur Polizei, Bundespolizei, Feuerwehr und Sanitätern . Schaller selbst traute sich erst vor wenigen Monaten, im Mai, zur Unglücksstelle.
Der schwerste Moment war das Treffen mit Angehörigen von Opfern
Nach der Tragödie bei der Duisburger Loveparade krempelte Schaller sein Leben um. Er arbeitet seitdem weniger, suchte psychologische Hilfe – und er brachte den Mut auf, sich sich mit Angehörigen zu treffen. „Das war einer der schwersten, wenn nicht sogar der schwerste Moment in meinem Leben.“ Er habe gemerkt, was es bedeute, Verantwortung zu übernehmen und Menschen gegenüber zu stehen, die ihr Kind verloren haben.
Ein Jahr lang haben die Autoren der WDR/ARD-Dokumentation Angehörige der Opfer und die Verantwortlichen der Loveparade begleitet und bei dem Versuch beobachtet, die Katastrophe zu überstehen. „Die letzte Loveparade “, wird in der ARD am 13. Juli um 23.30 Uhr ausgestrahlt sowie im WDR-Fernsehen, 20. Juli um 20.15 Uhr.

11:01
Und Schaller kann man sehr wohl eine Mitschuld zuweisen, da er zunächst alles unternahm, um die Rechtsbeugung im Amt zu fördern, aber am Tag der LoPa noch nicht mal die minimalsten Anforderungen an so eine faktisch illegale Genehmigung einhielt.
#53von vaikl, am 13.07.2011 um 21:43
Unbestritten, obwohl ich mich hierbei sehr schwer tue: Schaller hat eine Teilschuld.
Diese Teilschuld von Schaller wurde aber erst durch die Rechtsbeugungen und nicht konsequente Verwaltungshandlung ermöglicht.
Schaller hat natürlich unternehmerisch gedacht und die Behörden auf Aufweichungen der Gesetze abgeklopft, möglicherweise auch unter Druck gesetzt. Hier hätten die Behörden handeln und Schaller etsprechend abbügeln müssen.
Schaller selbst kann man in diesem Fall keine Rechtsbeugung vorwerfen, denn einzig und alleine war die Verwaltung für die Genehmigung zuständig und Schaller als Antragsteller, dem Grunde nach, nur ein Bittsteller.
Jedoch, was wir alle nicht wissen, welche mündliche Absprachen wurden gemacht und, welche mündlichen und gleichzeitig rechtsbrecherischen Zusagen wurde gemacht, die eine solche Tragödie erst ermöglichten?
Was allerdings am Tag der Veranstaltung für die ganze Welt sichtbar zu Tage kam, ist für mich gesehen, nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn dieses desaströse Verwaltungshandeln kann nur von oben nach unten diktiert worden sein.
Ich möchte Schaller nicht in Schutz nehmen, allerdings auf die bestehende Möglichkeit hinweisen, das Schaller mit seiner LP, nochmals, möglicherweise von Ranghohen Politikern und ehrbaren Bürgern vor ein Loch geschoben wurde, um Duisburg politisch gesehen nach vorne zu bringen.
Um ehrlich zu sein, ich traue es Schaller nicht zu dass er wissentlich den Tod von 21 Menschen und ein vielfaches mehr an Verletzten, billigend in Kauf genommen hat, denn hierfür reagierte Schaller viel zu betroffen im Gegensatz zu den eigentlichen Verantwortlichen.
09:23
Wenn ich schon höre, dass es ums Geld ging. MenschLeute, die LOPA hat Geld gekostet.
Da wurde kein Gewinn gemacht. Was stellen sich die Leute eigentlich vor????
00:51
den Ständen :-)
00:45
Tortentrieschen wie Sie dienen uns nur noch der Belustigung. Die Realität läuft an der Ständen ab.
Ticker, ticker, ticker...
00:34
Oder der Wambach?
00:25
@AxelKrause
Liegt Duisburg nicht an der Elbe? Oder an der Donau?
Oder war es nicht doch die Themse?
00:20
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22:51
Nene, ich meinte Sie ja nicht persönlich, sondern die, die dieses Duisburg-Logoerfunden haben :-)
Duisburg am Rhein. Der impliziert einen falschen Anspruch, der letztendlich in diesen Leuchtturmprojekten gipfelte. Alles an der Realität vorbei
22:45
@55 Oh! Entschuldigung! Selbstverständlich an Rhein UND Ruhr. Wo wir schon grade beim Korinthen kacken sind!
Doch Doch! Soviel Korrektheit sollte schon sein! Was man fordert sollte man auch selber bereit sein zu leisten!
Bis die Tage.
22:34
#54 von Joachim_Egal
Ist nicht weiter wichtig, lässt aber etwas erkennen.
Duisburg liegt an Rhein UND Ruhr :-)