PR-Profi soll Duisburg helfen
10.08.2010 | 20:11 Uhr 2010-08-10T20:11:00+0200
Duisburg.Die Aufarbeitung der Loveparade-Katastrophe verursacht im Duisburger Rathaus immer größeren Wirbel. Nun soll ein PR-Mann die heftig kritisierte Stadtspitze bei der Krisenkommunikation unterstützen. Vor den Ermittlern türmen sich riesige Aktenberge auf.
Die Stadt Duisburg will sich nach Informationen dieser Zeitung von einem Medienberater in der Krisenkommunikation unterstützen lassen. Die massiv unter Druck geratene Stadtspitze um Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) will dabei auf die Dienste des Journalisten Karl-Heinz Steinkühler setzen. Der ehemalige NRW-Landeskorrespondent des Magazins Focus gilt als Journalist mit hervorragenden Kontakten in Politik- und Medienkreisen. Steinkühler betreibt inzwischen in Düsseldorf eine PR-Agentur, in der er unter anderem Politikern „Beratung in öffentlichkeitswirksamen Ausnahmesituationen“ anbietet.
Ein Sprecher der Stadt wollte auf Anfrage eine Zusammenarbeit der Stadt mit Steinkühler nicht bestätigen. Er verwies an die Düsseldorfer Anwaltskanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek. Diese war jedoch für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Über die Kanzlei soll der PR-Berater engagiert worden sein. Heuking und Partner sind juristisch für Duisburg tätig. Die Kanzlei hatte nach dem Unglück eine Stellungnahme veröffentlicht. Darin kamen die Juristen zu der vorläufigen Einschätzung, dass ein Fehlverhalten der Stadt nach derzeitigem Stand nicht festzustellen sei.
Im Rathaus rumort es weiter
Im Duisburger Rathaus rumort es weiter. Nun offenbart sich immer deutlicher, warum Duisburgs Planungsdezernent Jürgen Dressler (SPD) in der vergangenen Woche mit einem „Brandbrief”, in dem er eine ungeordnete Verwaltungsführung und eine fehlende Strategie zur Krisenbehebung anprangerte, einen Machtkampf im Rathaus angezettelt hatte : In der Woche vor der Loveparade waren Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) und sein Stellvertreter Peter Greulich (Grüne) gleichzeitig im Urlaub. Die Verantwortung der verwaisten Stadtspitze musste Dressler übernehmen . Greulich kehrte angesichts der Katastrophe allerdings nicht sofort zurück, er benötigte sechs Tage, um seinen Dienst wieder aufzunehmen. Noch länger abwesend blieb Kämmerer, Peter Langner, ebenfalls Mitglied im Verwaltungsvorstand: Erst am diesem Montag - mehr als zwei Wochen nach der Katastrophe - tauchte er wieder im Rathaus auf. In Kreisen der Verwaltung heißt es, er sei weder zu erreichen gewesen, noch habe er sich selbst gemeldet.
Die auf Hochdruck laufenden Ermittlungen der Duisburger Staatsanwaltschaft nehmen immer größere Ausmaße an. 220 Strafanzeigen sind mittlerweile eingegangen.
„Wir stehen vor einer Flut von Daten”, so der Kölner Polizeipräsident Klaus Steffenhagen. Über 50 Terabyte Daten haben Spezialisten bis jetzt sichergestellt. Allein das Überspielen der Daten der Stadt Duisburg, mit dem am 25. Juli begonnen wurde, dauerte bis zum vergangenen Wochenende. Hinzu kommen über 80 Aktenordner sichergestellte Planungs- und Durchführungsunterlagen sowie über 900 Stunden Videomaterial aus Überwachungskameras, Beweissicherungsmaterial der Polizei, Handyvideos, von Medien zur Verfügung gestelltes Material, Internetveröffentlichungen und umfangreiches Fotomaterial.
Mehr als 1000 Hinweise
Mehr als 1000 Hinweise aus Deutschland und dem Ausland sind eingegangen. Mehrere hundert Zeugen müssen vernommen werden. „Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die individuelle Wahrnehmung ein und desselben Sachverhalts sich zum Teil völlig unterschiedlich darstellt“, so der Leiter der Kölner Ermittlungsgruppe Stephan Becker die Vorgehensweise.
Der nglücksort der Loveparade geeinigt. Am 4. September soll eine Gedenktafel mit der Inschrift „Duisburg gedenkt der Opfer der Loveparade“ am Karl-Lehr-Tunnel angebracht werden. Die Bürger sind zudem aufgerufen, an diesem Tag bis 14 Uhr alle Trauergaben, Kerzen und Erinnerungszettel zur weiteren Aufbewahrung in einem Glaskubus zu sammeln. Nach einer Gedenkfeier soll die Sperrung des Duisburger Unglückstunnels dann aufgehoben werden.
Der Glaskubus wird im Innenhafen zwischen dem Kultur- und Stadthistorischen Museum und dem Garten der Erinnerung aufgestellt. Zudem ist spätestens bis zum ersten Jahrestag des Unglücks eine Stele für die 21 Opfer des 24. Juli geplant. Auch eine Gedenkstätte ist weiterhin im Gespräch.

22:15
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05:32
man was sind wir alle sauerland...äh zu schnell dabei.
pr profi soll er oder wird er? er soll! also, erstmal gar nicht fakt
dieser schritt steht dann wohl noch in der prüfung.
und über so eine nachricht brauchen wir gar nicht diskutieren oder den hass wieder auspacken.
was für ein bla bla die schlagzeile ist. was soll das heissen? pr profi contra staatsanwaltschaft? für den einfachen duisburger oder möglicher konsumtourist(lach)? pr profis in meinem beruflichen kreis sind erfinder des trügerischen lichtes um die wahren ursachen zu verschleiern. also kundenorientierte lügen. deshalb auch profi. ahja die städtekonkurrenz!!!! mensch stimmt ja, unser forum ist noch gar nicht bezahlt. struckturwandel mit dem ziel der neuen kranken gier auf konsum. das geld dafür haben die von außerhalb anreisenden ja dabei. bei dem mangel an einkaufsmöglichkeiten hier im ruhrgebiet. durch unser neues professionelles konzept des wachstums (nicht schuldenpolitik). durch das forum und das neue weltstadtbild duisburgs, haben sich die einzelhandelsmieten teilweise mehr als verdoppelt, wer soll denn da noch fair handeln können, geschweige fair die mitarbeiter bezahlen können? warten wir die nächste krise ab, die reguliert ja bekanntlich den hochmut(sonst leider nichts). jetzt müssen wir nur noch die negativ pr mit den toten zu unserem nutzen verdrehen. dazu wahrscheinlich auch ein profi. sauerland! rufe doch deine partei an oder den westerwahn, die kennen sich mit der wahren retorik für dummbürger am besten aus, da braucht ihr den profi nicht.
liebe waz, bleiben sie doch bitte mit schlagzeilen sachlich korrekt, wenn es um solche emotionen geht, oder müsst ihr jetzt schon möglichkeiten posaunen? zurück zur dpa? günstiger ist eurer produkt dadurch auch nicht geworden!
oder haben diese nachrichten der hypothesen einen ganz anderen grund?auch die schlagzeile über den angeblichen kommentar frau heinemanns über die ursache der tödlichen demo (lp) fand ich gerade von ihnen als waz völlig unpassend, überflüssig und fragwürdig, bezogen auf ihr motiv. gerade wo sie ein bildungsauftrag haben sollen.
welches land illner und co zur wahrheitsklärung besitzt, braucht keine offenen und wahren beweisaufnahmen, und jetzt den applaus bitte.
vergessen sie nicht wählen zu gehen. wen sie wählen sollen, sagt der profi ihnen, somit müssen sie erst gar nicht selber darüber nachdenken wen sie wählen oder die angst haben müssen das mao... äh die mauer im besetzten deutschland (mit einer verfassung,waffenstillstandsvertrag, vor allem nach auflösung des warschauer paktes) wieder errichtet werden wird. sind wir nicht alle ein bischen sauer im land? oder im kopf?
friede freude eierkuchen
13:33
PR-Berater für Duisburg? Es reicht vollkommen, wenn endlich unser OB abdankt. Das ist wesentlich billiger und bewirkt 10 mal mehr als ein PR-Berater für 2000,-€ am Tag .
09:05
Der PR-Mann wird doch nur gebraucht, damit Herr Sauerland als gläubiger Christ nicht noch mehr Lügen verbreiten muss.
15:33
@148
die idee mit dem verkleiden hatte ich auch, nur das ich mir ein schalketrikot überzog und prommt in der stadt von ein paar ultras ein aufs maul gekriegt hab.
da ist deine idee schon weitsichtiger.
13:12
Ursprünglich wollte ich etwas Anderes sagen, hatte mich aber von Ihrem Beitrag ablenken lassen.
Wer für EUR 10.000,00 zuzüglich lukrativer Aufsichtsratsposten nicht in der Lage ist, sich selbst zu erklären, ist eindeutig fehl am Platz und gehört entsorgt.
Ich fürchte, den Duisburgern wird übel, wenn sie erfahren, wieviel der Personenschutz eines unfähigen Menschen kostet, der eh nicht mehr für die Stadt, sondern nur noch für sich selbst arbeitet, wenn man es denn Arbeit nennen darf. Er lässt arbeiten, zu Lasten des Steuerzahlers. Und allein deshalb gehört er weggejagt.
Dieser Mensch hat abgedankt und lässt sich das teuer bezahlen.
13:06
#175 Ruhregebietskind
Die Betroffenen der Stadt Duisburg sind gar nicht so blöd. Sie haben sehr wohl verstanden, welch übles Spiel mit ihnen gespielt wird. Sie haben verstehen müssen, dass es eine Stadtspitze gibt, die nicht für die Stadt, sondern für sich selbst arbeitet, und da kann ein auch noch so guter PR-Mann nichts mehr retten. Schlimm ist nur, dass dieselben Bürger, die da besch..... werden, auch noch dafür bezahlen müssen.
11:42
Tatsächlich kommt der PR-Berater zu spät, denn die komplette Politikrunde in Duisburg hat bisher ein trauriges Bild abgegeben.
Trotzdem kommt der PR-Berater mit Sicherheit nicht geradewegs aus der Unterwelt, um die Diskussion zu verschleiern, Fehler der Verantwortlichen auszureden und Schönfärberei zu betreiben.
Wer sich mit dem Thema PR auch nur ein bisschen beschäftigt, weiß, dass Öffentlichkeitsarbeit in erster Linie dazu dient, aufzuklären, zu informieren und somit für ein besseres Verständnis in der Öffentlichkeit zu sorgen. Im Fall der Loveparade wird es die Aufgabe des PR-Beraters sein, die bisher traurige Informationspolitik in Duisburg wieder auf ein Niveau zu heben, mit dem alle Betroffenen, Verantwortlichen und Interessierte umgehen können.
11:40
Von uns gezahlte Steuern werden also nun dafür ausgegeben, dass der Mist, den Volksvertreter mitunter anrichten, als Wohltaten verkauft werden und somit Pöstchen gesichert werden können?
Das wäre skandalös
11:21
#171 Ralf Martin
Selbst einem rethorisch noch so brillanten PR-Profi wird es nicht gelingen, 21 Tote wieder zum Leben zu erwecken.
Auch wird es ihm nicht gelingen, eine armselige und völlig unfähige Rathausführung zu dem zu machen, was sie per Salär sein müssten, nämlich gut.
Dass die Psychiatrie hier hilflos ist, wissen wir alle. So ist das eben in der Politik.