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Nothilfe auf Knopfdruck

18.01.2011 | 14:53 Uhr
Nothilfe auf Knopfdruck

Dortmund.Wenn Sebastian Teufer und Manuel Bartscherer den Alarmton hören, dann steigt ihr Puls: Menschen sind in Gefahr. Die beiden Zeus-Reporter sind mit dem Arbeiter-Samariter-Bund in Sachen Hausnotruf unterwegs.

Sebastian Teufer und Manuel Bartscherer, beide Schüler der Theodor-Heuss-Realschule in Dortmund, gehen in die neunte Klasse. Neben der Schule, den Hausaufgaben, Freunden und anderen Hobbys haben sie gemeinsam eine Freizeitgestaltung: der Arbeiter-Samariter-Bund in Dortmund. Die beiden berichten von ihrem Praktikum:

Heute sind wir in Sachen Hausnotruf unterwegs. Der Hausnotruf des Arbeiter-Samariter-Bundes in Dortmund ist eine Einrichtung für Senioren oder Menschen mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung. Per Knopfdruck wird Alarm in der Zentrale des Arbeiter-Samariter-Bundes ausgelöst. Im Rahmen eines Orientierungspraktikums für die Schule konnten wir den Tagesablauf eines Hausnotrufmitarbeiters hautnah miterleben.

Schnell abfahrbereit

Wir kommen in die Wache, ziehen unsere Dienstkleidung an und werden von dem Hausnotrufkollegen über die Dienstabläufe informiert. Wir sitzen beisammen und essen zu Mittag, reden über private Sachen und diskutieren über das letzte Borussiaspiel.

Plötzlich wird unser Gespräch durch einen lauten Ton unterbrochen. Ein Notruf geht in der Zentrale ein. Der Dienst habende Zentralist setzt seine Kopfhörer auf und spricht laut in das Mikrofon: „Hier ist die ASB Hausnotrufzentrale. Was kann ich für Sie tun?“ Wir hören den lauten Alarm und sind bereits abfahrbereit. Der Zentralist kommt uns entgegen und gibt uns die notwendigen Informationen zu dem Hausnotrufalarm. Wir fahren mit dem Hausnotrufmitarbeiter zu der angegebenen Adresse.

Als wir in die Straße einbiegen, sehen wir schon das Haus, steigen aus und gehen zum Kofferraum. Dort befindet sich der Notfallrucksack, den wir vorsichtshalber mitnehmen, falls doch etwas Schlimmeres passiert ist.

Zum Glück gibt es einen Ersatzschlüssel

Zuerst schellen wir, doch niemand öffnet die Tür. Einige Hausnotrufkunden haben einen Zweitschlüssel für Notfälle beim ASB hinterlegt und somit können wir den Schlüssel benutzen, um in das Haus zu gelangen. Wir gehen die Treppe hoch und stehen vor der Wohnungstür. Auch hier benutzen wir den Schlüssel, um die Tür zu öffnen.

Wir finden eine ältere Dame vor, die auf dem Boden sitzt. Sie kommt nicht mehr hoch und hat deshalb den Notrufknopf an ihrem Armband gedrückt, da sie nicht mehr selbstständig zum Telefon gehen kann.

Wir helfen der Dame hoch und sie bedankt sich sehr freundlich. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich schön, wieder einem Menschen geholfen zu haben. Wir geben unserer Zentrale über die Freisprecheinrichtung des Hausnotrufgerätes die Rückmeldung, dass alles glimpflich ausgegangen ist und schreiben zudem unser Einsatzprotokoll, was bei jedem Einsatz geschrieben werden muss.

Ein dankbares Lächeln ist oft mehr Wert als jedes Geld der Welt

Zurück an der Wache angekommen, holen wir uns erst mal etwas zu trinken, setzen uns erneut an den großen Tisch in der Küche und warten auf den nächsten Einsatz.

Natürlich ist der Hausnotruf nicht unsere einzige Möglichkeit als Jugend des ASB Dortmund, Menschen zu helfen. Wir sind auch auf großen Sanitätsdiensten wie bei den Konzertfestivals Juicy Beats oder Rock in den Ruinen dabei und unterstützen dort die Kollegen des ASB durch zum Beispiel das Aufbauen und Einrichten der Behandlungsplätze. Nicht zu vergessen sind die Gruppenstunden an jedem zweiten Donnerstag.

Viele fragen uns, warum wir uns genau dieses Hobby ausgesucht haben, obwohl wir doch keinen einzigen Cent dafür erhalten. Die Antwort ist immer die gleiche: „Es ist ein unglaublich schönes Gefühl, zu sehen, wie es den Patienten nach unserem Einsatz wieder besser geht. Ihr dankendes Lächeln im Gesicht zu sehen, ist einfach wunderbar. Das ist oft mehr Wert als jedes Geld der Welt. Dieses Gefühl kann man sich nicht kaufen.“

Manuel Bartscherer und Sebastian Teufer, Klasse 9b, Theodor-Heuss-Realschule, Dortmund

Zeus-Reporter

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