Mehr Rechte für die Maus
08.08.2011 | 18:47 Uhr 2011-08-08T18:47:00+0200
Essen. Tierschutz-Organisationen sollen bessere Handhabe beispielsweise gegen Tierversuche erhalten. Doch Wissenschaftler reagieren skeptisch.
Klagen kann fast jeder. Der Hauseigentümer, dessen Nachbar seinen Gartenzaun zur Festungsmauer ausbaut. Sogar der Häftling, wenn er in einer zu kleinen Zelle untergebracht ist. Tiere hätten oft Grund zu klagen, weil sie zum Beispiel in zu engen Käfigen hocken. Die Landesregierung will ihren Anwälten, den Tierschützern, nun die Handhabe dazu geben. Mit einem Gesetz, das ihnen das Recht gibt, gerichtlich gegen erteilte Genehmigungen, unter anderem für Tierversuche, vorzugehen. Der Landtag muss allerdings noch zustimmen.
Was für Tierschutzorganisatoren ein „Meilenstein in der Geschichte des Tierschutzes“ wäre, wie Edmund Haferbeck von Peta es nennt, ist für Wissenschaftler eher ein großer Brocken, der ihnen bei der medizinischen Forschung in den Weg gelegt würde. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, „wären die Konsequenzen sehr weitreichend“, warnt Professor Denise Manahan-Vaughan, Standortsvertreterin für Neurowissenschaften an der Ruhr-Uni Bochum. Für sie und ihre Kollegen seien Tierversuche eben manchmal erforderlich, wenn es um medizinischen Fortschritt gehe.
Als Beispiele führt sie die Krebsforschung und Ehec an. „Die Menschen haben damals nach einer schnellen Lösung gerufen. Innerhalb von wenigen Wochen haben Lebenswissenschaftler am Uniklinikum in Münster nicht nur den Krankheitserreger identifiziert, sondern auch einen Schnelltest für Ehec entwickelt. Ohne Tierforschung wäre das aber nicht möglich gewesen“, erklärt sie.
Sollte es so weit kommen, dass Forschungsreihen per Gericht verboten werden, seien viele Arbeits- und Ausbildungsplätze gefährdet. An den Hochschulen in NRW sind laut „Information und Technik NRW“ 6356 Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter beschäftigt, die in den Bereichen Biologie, Medizin, Chemie und Pharmazie arbeiten. Hinzu kommen zahlreiche Mitarbeiter aus privaten Forschungsorganisationen wie den Max-Planck-Instituten.
Denise Manahan-Vaughan kennt die Argumente der Tierversuchs-Gegner. Sie weiß auch, welche Bilder sich in ihren Köpfen eingeprägt haben. Affen, deren Gliedmaßen von Metallstangen auseinandergezogen werden, Kaninchen mit offenen Wunden.
Zu neunzig Prozent
Ratten und Mäuse
Dass es so etwas gibt, bestreiten weder sie, noch der Tierschutzbeauftragte der Uni Bochum, Dr. Matthias Schmidt. „Aber bei siebzig Prozent der Versuche werden Tieren nur Injektionen zum Test neuer Wirkstoffe verabreicht. Zudem werden zu neunzig Prozent Mäuse und Ratten in der Forschung verwendet“, sagt Schmidt. Er wolle nichts schönreden, nur klarmachen, wie streng Tierversuche kontrolliert werden. „Die Vorgänge müssen bis ins kleinste Detail vorgelegt werden“, erklärt er. Von der Planung einer Forschungsreihe bis zur ersten Injektion sei es in NRW ein langer Weg.
Der Tierschutzbeauftragte einer Forschungseinrichtung überprüft den Genehmigungsantrag. Er berät, weist auf Gesetzeslücken hin und spricht Empfehlungen aus. Das Schriftstück geht weiter in die Tierschutzabteilung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz. Dort entscheidet eine Ethikkommission aus Tierschutzbeauftragten, Juristen und Tierärzten, ob die Versuche dem Tierschutzgesetz entsprechen und durchgeführt werden können. Sollte das der Fall sein, werden diese vom Veterinäramt kontrolliert. Dazu gehören auch unangemeldete Besuche im Labor.
„Die Lebenswissenschaftler in Nordrhein Westfalen sind sich ihrer Verantwortung sehr bewusst“, betont Manahan-Vaughan und findet: „Die Kontrollen sind ausreichend.“ Sie und Schmidt verstehen deshalb nicht, warum das Land eine weitere Kontrollinstanz für nötig hält.
Peta rechnet nicht
mit einer Klageflut
Das Ministerium relativiert die Befürchtungen der Wissenschaftler. Das neue Gesetz diene in erster Linie dazu, den Tieren – durch die Tierschutzvereine – ein Klagerecht zu geben. „Es geht nicht darum, Tierversuche zu verhindern. Die Tiere sollen eine Stimme bekommen“, sagt Wilhelm Deitermann, Sprecher des Umwelt-Ministeriums. Außerdem könne nicht jeder Tierschutzverein klagen. Er müsse nachweisen können, dass er sich über Jahre für den Tierschutz eingesetzt hat und sich eine Klage finanziell leisten kann. In NRW sind das rund ein Duzend. Die Gerichtskosten richten sich nach dem Streitwert. Läge der beispielsweise bei 5000 Euro, kämen auf die Tierschutzvereine 363 Euro zu – ohne Anwälte.
Für die Tierschutzorganisation Peta kann es nicht genug Kontrollinstanzen geben. „Das Gesetz in NRW wäre ein Wegbereiter für einen besseren Tierschutz“, sagt Edmund Haferbeck. Mit einer Klageflut rechnet auch er nicht. „Aber wir werden ganz genau hinschauen, in welchen Fällen es Möglichkeiten für uns gibt.“

20:12
Zitat: Tierschutz-Organisationen sollen bessere Handhabe beispielsweise gegen Tierversuche erhalten
Ein anderes Beispiel: auf dieses Recht zu klagen warten in Deutschland mehrere 100.000 Menschen, die immer noch ständig Angst haben müssen, daß ihre Gänse, Enten und Hühner, die zum großen Teil zur Familie gehören, einfach so gekeult (bzw. sinnlos umgebracht) werden, nur weil in einer Massengeflügelhaltung in der Nähe mal wieder ein Grippevirus mutiert ist...
15:43
Es wird gar nciht erwähnt, dass eine Klage ohnehin nur geltendes Recht überprüfen kann. Wovor haben die Wisenschaftler also Angst? Halten sie sich nicht an das geltende Recht?
Zudem verschweigen die Tierversuchsforscher, dass die Tiershcutzkommissionen ungerecht zugunsten der Forscher zusammengesetzt sind - Tierschützer sind in der minderheit.
Auch verschweigen sie, dass trotz aller aufgeführter angeblicher Bemühungen um Reduktion die Zahl der Tierversuche weiter stieg.
Nach so vielen Verdrehugnen der Fakten - was soll man denen noch glauben?
Noch eine Tatsache, die die Forschrer gern verschweigen. Tierversuche sind schlecht auf den menschen übertragbar, denn im Detail reagiert jede Tierart anders.
Ethik - Logik ist auch:
Entweder, die Tiere sind wie wir - dann darf man sie nicht quälen.
Oder sie sind anders - dann taugen die Versuche nichts, weil sie nicht übertragbar sind.
Nun sind die Tiere ein wenig anders als wir, sie spüren aber Angst und haben Schmerzen. Selbst wenn im Versuch selbst betäubt wird, sind doch hinterher zumeist Schmerzen da - und Giftigkeitserscheinungen sidn schmerzhaft und werden nicht betäubt!
Es gibt viele Alternativmethode, gerade für Giftigkeitstests. Diese könnte man enorm ausbauen, was auch geschehen würde, wenn nicht die Tierversuchsmedizin die Geldmittel aufzehren würde!
13:57
Ich empfehle allen die für Tierversuche sind, sich selber nur einen Monat lang für diese Versucht zur Verfügung zu stellen. Woher denken die Menschen eigentlich, dass Tiere mindere Geschöpfe sind??
Auch Tiere haben Gefühle und erleben Schmerzen. Nur weil diese nicht reden können ist das kein Beweis dafür das es richtig ist diese Geschöpfe zu quälen, sonst müssten nämlich auch stumme Menschen und Babys für Versuche genommen werden, da diese sich ebenfalls nicht artikulieren können. Aber bei diesen Menschen kommt zum Glück keiner auf die Idee, diese Menschen für Versuche zu nutzen.
10:02
Komisch .. gerade war da doch noch ein Artikel mit einem Interessanten Link. Wo ist der Hin? Da war doch nichts schlimmes dran.
Und wenn man sich ein wenig dort durchließt sieht man mal wieder die inkompetenz der Menschen.
Im ernst ... 50% der Leute sind gegen Tierversuche bei denen es sich um Grundlagenforschung; Krankheits-/Umweltforschung; Medikamentenentwicklung; Chemikalientests; Ausbildung; Informationstechnologie.
Schade dass die Seite nicht eine weitere Frage gestellt haben:
Würden Sie Medikamente einnehmen, bei den jeder Arzt sagt, dass sie nicht hinreichend auf Nebenwirkungen getestet worden sind?
Auch das allgemeine Wissen über Medikamente wäre mal interessant zB: Nennen Sie mir bitte ein Medikament, dass ohne Tierversuche entstanden ist.
Schöne Frage ist auch: Würden Sie auf die westliche Medizin verzichten und sich ausschließlich auf die Medizin verlassen, die ohne Tierversuche auskommen?
Nein, nicht? Beides geht aber nicht.
07:50
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22:39
Liebe Peta
Dann seid doch auch bitte konsequent und entsagt allen Produkten die mittels Tierversuche geschaffen, verbessert und erprobt wurden.
Nicht für jedes Experiment melden sich Dummies freiwillig.
Oder noch besser .. Meldet ihr euch doch als Versuchskaninchen. Das kiegen wir schon irgendwie durch die Ethikkommission.
19:25
.....und in Deutschen Fleischfabriken wird halal geschlachtet.
Das ist mal ein Rückschritt im Tierschutz!
18:59
Mäuse würden Katzen verbieten.
Lächerlich um was man sich in Deutschland kümmert!