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Loveparade

Massen waren bei Loveparade ohne Steuerung

20.08.2010 | 18:49 Uhr
Massen waren bei Loveparade ohne Steuerung
Massen ohne Steuerung: Das Sicherheitskonzept der Loveparade brach zusammen. Foto: afp

Duisburg.Ordner und „Pusher“ sollten die Besucherströme bei der Loveparade lenken. Doch das Sicherheitskonzept versagte. Sperren wurden überrannt, Polizeiketten durchbrochen. Insider zweifeln die Lopavent-Zahl der Ordner an.

Hinweise aus der Sicherheitsbranche sowie neue Augenzeugenberichte des Loveparade-Desasters belegen, warum das Sicherheitskonzept des Veranstalters Lopavent in den Stunden der Katastrophe versagte: Weil Ordner und klare Anweisungen fehlten, ließen sich die Menschenmassen im Unglückstunnel nicht mehr steuern. Sperren wurden überrannt, Polizeiketten durchbrochen. Der „Puffer“ für die Engstelle funktionierte nicht.

Kein ordentliches Briefing

Insider bezweifeln, dass Lopavent die Megaparty wie angegeben von knapp über 1000 Ordnern schützen ließ. Vielmehr hatten die beauftragten Sicherheitsfirmen R.A.D, SMS Security (beide Köln), CCS Security (Solingen) sowie Kötter (Duisburg) und Challenge Security (Essen) offenbar Mühe, die angeforderten Kräfte überhaupt zusammen zu bekommen. Ein Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens aus Herne berichtete der WAZ, dass drei Tage vor der Veranstaltung eine der Firmen darum gebeten habe, kurzfristig 30 Kräfte für die Loveparade abzustellen. Das Herner Unternehmen lehnte ab: „Weder sollte es ein ordentliches Briefing geben, noch eine umfassende Einweisung in den Job, noch ein Training vorab.“ Für ihn stehe fest, dass ein Teil der Ordner auf den Zufahrtsstraßen körperlich überfordert war: „Die sahen aus, als kämen sie von der Klassenfahrt.“

Im Lopavent-Konzept aber spielte die Steuerung der Besucher durch Ordner eine zentrale Rolle. Insbesondere beim einzigen Eingang durch den Tunnel an der Karl-Lehr-Straße hatte der Veranstalter klar dargelegt, was zu tun ist. 100 Sicherheitskräfte seien im Einsatz, um den Publikumsfluss zu überwachen. Dazu gebe es Streifen im Tunnel. „Pusher“ sollten bei Stauungen Besucher „weiterschieben“, um Engpässe zu beheben.

Unktrontrollierter Strom in den Tunnel

Doch sämtliche Instrumente versagten. Der WAZ liegt das Video eines Besuchers vor, der das Geschehen im Tunnel unmittelbar vor der Katastrophe filmte und dabei selbst in Lebensgefahr geriet. Das Video zeigt, wie es dazu kam, dass die Menschen unkontrolliert in den Tunnel strömen konnten. Danach brach die letzte Polizeikette, als sich Beamte ein Handgemenge mit zwei jungen Männern lieferten. Nun drängte die Masse auf die Hauptrampe, auf der sich zu- und abgehende Besucher bereits gestaut hatten.

Im Video sind im Tunnel weder Ordner zu sehen, noch Anweisungen zu hören. Das Tragische: Nur 20 Meter von der Unglücksstelle entfernt führte eine zweite, kleinere Rampe auf das Gelände. Sie sollte nur als Ausgang dienen, hätte aber die blockierte Hauptrampe entlasten können. Laut Augenzeugen war die kleine Rampe zumindest zum Zeitpunkt des Unglücks geöffnet und nicht überfüllt. Warum es auch hier offenbar keine Steuerung durch Ordner oder Einsatzkräfte der Polizei oder Feuerwehr gab, muss nun die Staatsanwaltschaft klären.

Jürgen Polzin

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Kommentare
25.08.2010
22:37
Massen waren bei Loveparade ohne Steuerung
von thiesbuerger | #150

@anni2010

Wenn ich es jetzt nicht wüsste, dann müsste ich denken, Sie reden da über etwas, was seit Jahren schwelt.
Mensch, Meier, da ist eine Aschenputtelstadt mal ausnahmsweise Ort einer musikalischen Großveranstaltung, da sterben Leute aufgrund vollkommen überforderter Ordnungskräfte und schon wird hier wird so getan, als passierte das jeden Tag hier.

Was die Loveparade mit den wirklichen Problemen der Stadt zu tun haben soll, bleibt mir vollkommen schleierhaft.

24.08.2010
02:37
Massen waren bei Loveparade ohne Steuerung
von parcelpanic | #149

liebe mitstreiter,

bevor mir der gedanke wieder entfällt:

als ich heute durch die firma stromerte, stachen mir an jeder ecke die grüne beschilderungen der fluchtwege und dadurch sensibilisiert auch die entsprechenden fluchtpläne in den verschiedenen bereichen auf...
irgendwie habe ich davon nicht viel in meiner erinnerung, auf bildern oder bei einer nachbegehung gesehen. ich werte dies zu gunsten der kritiker und nicht-glauben-wollenden mal als ausfallerscheinung von uns berufsbetroffenen und hätte eigentlich gerne eine bestätigung über meine unzureichende wahrnehmung.

zur ehrenrettung: am 19.08.2010 war ich zu einer weiteren begehung am gelände. nach innen an den absperrungen zur A59, in nähe des planierten bereiches als zuweg auf die autobahn befanden sich noch warnschilder.
technisch gesehen solche: DIN 4844-2 D-P006, Norm BGV A8 P06, ASR A1.3 P006, Material: Weich-PVC-Folie, selbstklebend, bedruckt, Durchmesser 20cm abstand der zwei die ich gefunden habe etwa 20 meter. diese sollten die menschen davon abhalten über, unter oder an den zäunen vorbei die böschung hinunter auf die autobahn zu stürzen.

frage also: ausschilderung rettungswege? war da was?

23.08.2010
22:35
Massen waren bei Loveparade ohne Steuerung
von anni2010 | #148

#taosnm

Lasst uns agieren! Alle, außer denen aus den Lagern Buergerlich Liberale, NPD, Pro Duisburg, Pro NRW oder andere rechte Gruppierungen sind herzlich eingeladen aktiv zu werden und Demonstrationen sowie Kundgebungen vor dem Rathaus abzuhalten und uns darueber hinaus ueberlegen, wie Veränderungen initieert werden können.

Bitte nur Ernst und seriös gemeinte Zuschriften an:
suehne@web.de

23.08.2010
19:07
Massen waren bei Loveparade ohne Steuerung
von taosnm | #147

#146 vaikl

Wenn Sie das ernsthaft wollen, gehen Sie einfach zu duisblog.verwalten.ch

23.08.2010
13:42
Massen waren bei Loveparade ohne Steuerung
von vaikl | #146

@ #144

Sie meinen diskutieren? So richtig mit Fakten anstatt Mutmaßungen oder Verschwörungstheorien? Dann müsste die Frage aber nicht Wo?, sondern Wer?? lauten.

23.08.2010
12:52
Massen waren bei Loveparade ohne Steuerung
von taosnm | #145

144 anni 2010

Wenn die Foren dichtgemacht sind, könnte man, anstatt zu diskutieren, einfach agieren, z.B. demonstrieren und mit Gleichgesinnten überlegen, wie Veränderungen initiiert werden können. Wenn die grosse Wut das zum Ergebnis hätte, dann hätte es sich gelohnt.

23.08.2010
10:58
Massen waren bei Loveparade ohne Steuerung
von anni2010 | #144

#vaiki
ich meine dort, wo versucht werden fakten zusammen zu tragen wie es auch im blog.beck.de geschieht. auch empfehleswert: xtranews - dort aber wenig kommentare
ueber kurz oder lang werden aber die foren sowohl bei derwesten als auch bei rp-online eingestellt.
wo sollen wir dann diskutieren?

23.08.2010
02:17
Massen waren bei Loveparade ohne Steuerung
von open data | #143

ich habe einen interessanten bericht gelesen, wie krampfhaft die stadt du versucht informationen zurückzuhalten, durchaus lesenswert!
http://carta.info/31945/stadt-duisburg-haelt-loveparade-dokumente-unter-verschluss/

23.08.2010
01:21
Massen waren bei Loveparade ohne Steuerung
von open data | #142

ich denke, dass die kanzlei baum reiter u. co auch zur auflärung beitragen wird:

http://www.baum-reiter.de/presse-medien/pressemitteilungen/262-pressemitteilung-loveparade-2010-verantwortliche-weisen-alle-schuld-von-sich-opfer-sollten-ihre-schadenersatzansprueche-gebuendelt-anwaltlich-geltend-machen.html

23.08.2010
00:20
Massen waren bei Loveparade ohne Steuerung
von Stefano | #141

Ursachen-Erklärung No. 1.267 c)

Hypoxisch induzierte cerebral-kognitive Globalinsuffizienz bei gleichzeitiger emetisch intermittierenden Logorrhoe

... und natürlich der Innenminister !

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