Loveparade
Loveparade-Veranstalter soll Hauptschuld am Desaster tragen
28.07.2010 | 14:07 Uhr 2010-07-28T14:07:16+0200Düsseldorf. 21 Menschen starben bei der Tragödie im Zugangstunnel zur Loveparade. Über 500 Menschen wurden verletzt. In einer Pressekonferenz informierte das Innenministerium über den Ermittlungsstand.
21 Menschen starben bei der Tragödie im Zugangstunnel zur Loveparade. Über 500 Menschen wurden verletzt.
In einer Pressekonferenz informierten der Innen- und Kommunalminister, Ralf Jäger, und der Inspekteur der nordrhein-westfälischen Polizei, Dieter Wehe, über den bisher bekannten Stand der Ermittlungen des Innenministeriums zur Loveparade. Nach der Rekosntruktion der Ereignisse lautet der bisherige Stand der Ermittlungen: Vor allem die Sicherheitskräfte des Veranstalters haben versagt:

20:47
Ich hoffe das die Vorwürfe gegen den feinen Bundestagsabgeordneten Mahlberg auch geprüft werden. Und sollten sie sich bestätigen das er auch auf der Anklagebank Platz nehmen darf
20:22
Versteht mich nicht falsch, ich bin auch der Meinung das Fehler, vor allem bei der Durchführung, gemacht wurden. Ich trauere auch wie jeder Andere. Ich denke halt nur nicht das vorschnelle Urteile oder gar Morddrohungen gerechtfertigt sind.
Wir sind nicht im Wilden Westen und hängen den Nächstbesten an einen Baum. Die Verantwortlichen mögen ihre eigenen speziellen Interessen vertreten, die Berichte der Medien und Kommentare von Lesern sollten objektiver sein.
Jeder kann pauschal behaupten das die Eingänge zu klein und das Gelände ungeeignet war, aber kann jeder das besser beurteilen als die 50 oder 100 Menschen, die an der Planung beteiligt waren? Ich finde das Konzept mit der Begrenzung auf 250.000 nicht so abwegig, wie immer berichtet wird. Ich glaube auch nicht daran das alle Beteiligten im Vorfeld die Augen geschlossen haben und kaltblütig ein zu großes Risiko eingegangen sind.
Viele haben sich hier vor dem Unglück negativ über den Veranstaltungsort geäußert, allerdings unter der falschen Voraussetzung von über einer Million Menschen. Mag sein das auch wegen der Warnungen nicht soviele Menschen in das schöne Duisburg gekommen sind, aber mal ehrlich, es war doch klar das es niemals so voll wird wie früher in Berlin. Da gab es auch keine Zäune, dafür ein dickes Minus im Budget um die Schäden im Tiergarten zu beseitigen.
Ich brauche auch keinen Sicherheitsexperten der mir im Nachhinein erzählt welche Fehler gemacht wurden, im Vorfeld aber der Veranstaltung zustimmt. Genauso widerlich wie solche Berichte oder Kommentare finde ich es, wenn sich Menschen vor ihrer Verantwortung drücken, was man diesen allerdings auch erstmal nachweisen muss.
Wenn es aber zu einer Anklage kommt, weil angeblich viel zu viele (1.400.000) Menschen auf dem Gelände waren, und dann stellt sich heraus es waren in Wirklichkeit nur 250.000 wie genehmigt, dann kommt es ziemlich sicher nicht zu einem Urteil. Also sollte man aufhören falsche Tatsachen zu schreiben und lieber Fehler suchen die sich belegen und bestrafen lassen.
Wenn das seriös geschieht wird es zumindest eher beachtet als irgendwelche Beleidigungen. Dann kann man z.B. auch mit Protest oder Unterschriftenlisten Politiker zum Rücktritt zwingen. Man kann den Veranstalter z.B. durch Boykott von McFit zu einem größeren Interesse an der Aufklärung motivieren.
Was die Fragen angeht:
Auf den Bildern zum Zeitpunkt des Unglücks sieht man deutlich wo sich die Massen drängen, und wo nicht. Ich sehe da keinen Grund die Schätzungen der Polizei anzweifeln, die in solchen Dingen geübt ist und am wenigsten Interesse an falschen Zahlen hat.
Der Tunnel mag psychologisch beängstigend gewesen sein, als es zur Panik kam. Im Normalfall ist es eine großartige Inszenierung aus dem Dunkel hinauf in das Licht zu treten, wo Menschen feiern und tanzen. Und wie gesagt, ich bin der Meinung ein Festival braucht einen Charakter. Ob jetzt z.B. Wacken oder Rock am Ring. Wenn es eben nichts besonderes ist und an einem x-beliebigen Ort stattfindet, kommt irgendwann niemand mehr.
Jede andere Anlage, egal ob Zäune auf der Wiese oder Straßen in der Stadt, hätten mit ihrer Enge bei einer Panik das gleiche Problem haben können. Auch wenn man Zäune flachlegen kann oder Ausweichflächen vorhanden sind. Da muss immer jemand das Risiko abwägen und das veranlassen, und das kann lange genug dauern um zerquetscht zu werden. Und Fehlentscheidungen oder menschliches Versagen sind tragisch, aber eben nicht strafbar.
Die Situation war sicher nicht optimal, weil sich Tunnelwände im Notfall nicht einfach beiseite schieben lassen, aber deswegen wurden im Vorfeld ja Maßnahmen wie die Begrenzung der Zuschauerzahl, Notausgänge und zusätzliche Ordner an den neuralgischen Punkten getroffen.
Als es zur Panik kam hat dieses Konzept zweifellos versagt, aber wer soll da eine konkrete Schuld haben?
Denkt mal an eure Schulzeit zurück und an die Feueralarmübungen: Selbst bei der Übung rennen doch alle schon, was ist dann erst bei einem echten Brand und Massenpanik los? Wie sollen ein paar Lehrer da verhindern das kleine Schüler auf den Treppen stürzen oder von Großen überrannt werden? Und da kann der Schuldirektor oder die Bauvorschriften auch nichts daran ändern.
Wenn während der Veranstaltung oder im Vorfeld Sicherheitsrichtlinien missachtet worden sind, dann lassen die sich ganz einfach nachweisen.
Nur gibt es eben nicht wirklich welche, sonst hätten sich die Medien schon längst darauf gestürzt. Man legt ein Konzept vor und dieses wird genehmigt oder muss verbessert werden(wie in diesem Fall). Es steht nirgends, dass man z.B. für 250.000 Menschen mindestens 5.000 Ordner haben muss. Genauso wenig wie es genaue Vorgaben über die Fluchtwege bei Open Air Veranstaltungen wie z.B. auch Märkten oder Stadtfesten gibt. Die gibt es nur für Veranstaltungen in Gebäuden (bei 250.000 z.B. 1.500m Gesamtbreite...), und in nicht sanierten Altbauten bekommt man da auch Probleme. Besonders weil man ja nie genau weiß, wieviele Menschen kommen.
Lest mal den Artikel hier dazu durch:
http://www.tagesschau.de/inland/interviewsicherheitskonzepte100.html
Vielleicht tritt jetzt ja der eine oder andere Politiker wegen moralischer Bedenken zurück und kassiert eine schöne Rente, verurteilt wird von denen mit Sicherheit niemand. Wahrscheinlich nicht einmal das arme Würstchen von Sacharbeiter, der die Genehmigung unterschrieben hat. Und der Veranstalter? Der hat weder persönlich das Sicherheitskonzept gemacht noch eigenhändig Notausgänge versperrt und wird im Zweifelsfall alles auf die Polizei und die Stadt schieben, deren Vorgaben er ja befolgt hat.
Und das Ende vom Lied? Wie bei jeder anderen Katastrophe auch passiert, wenn das Interesse verflogen ist, wenig bis gar nichts. Vielleicht kriegt ja das eine oder andere Bauernopfer noch eine Geldstrafe von ein paar Tausend Euro oder ein paar Monate auf Bewährung, ist damit jemandem geholfen?
19:49
Pressemitteilung des Innenministeriums vom 23.07.2010:
Ministerium für Inneres und Kommunales NRW - 23.07.10
Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Polizei professionell auf die Love-Parade vorbereitet - Innen- und Kommunalminister Jäger: Wir wünschen den Menschen ein sicheres Fest in Duisburg
Mehr als 2.000 Polizistinnen und Polizisten, rund 2.000 Sanitäter und Ärzte und über 300 Feuerwehrleute sind am morgigen Samstag für die Love-Parade in Duisburg im Einsatz. Alle sind hoch motiviert und haben sich professionell vorbereitet, sagte Innen- und Kommunalminister Ralf Jäger heute (23. Juli) in Düsseldorf. Die Stadt Duisburg und der Veranstalter erwarten mehrere hunderttausend Besucher.
Bei Bedarf steht weitere schnelle und koordinierte Hilfe zur Verfügung. Dazu sind landesweit im Rahmen der überörtlichen Hilfe rund 1.000 Behandlungs- und Betreuungskräfte und 500 Feuerwehrleute in Bereitschaft. Damit sind wir in der Lage, schnell zu helfen und den bestmöglichen Schutz für die Menschen zu gewährleisten, stellte Jäger fest. Wir wünschen, dass die vielen Besucher dieses Events unbeschwert feiern können.
19:01
Genau, die Leute wollten ihren Spaß haben und wollten diesen Anspruch auch durchsetzen. Notfalls sogar mit Gewalt.
Was heißt hier. die Leute? Das war eine Handvoll von Randalierern! Auf den Videoaufnahmen sieht man das die überweigende Mehrheit der Besucher friedlich ist.
Machtübernahme bei der Veranstaltungsleitung: wie bitteschön hätte dieser Akt vor sich gehen sollen?
Um 16:00, als klar wurde, daß der Veranstalter den Stau am Rampenkopf nicht beseitigen kann oder will hätte der Einsatzleiter die Übernahme der Leitung vorschlagen können. Ab 16:20 , als die Lage an der Rampe eskalierte (Kletterer!) hätte er wg. Gefahr im Verzuge durchgreifen können. Ich bin kein Jurist, aber ich gehe mal davon aus, daß dies auch die Befugnis einschließt, Personen die die Sicherheit gefährden zu verhaften. Wie z,B. einen Veranstltungsleiter, der auf dringende Bitten der Polizei nicht reagiert.
Sie lassen nur außer acht, dass die Besucher auch hätten auf Polizei und Veranstaltungsleitung hören müssen.
In keinem der zahlreichen Augenzeugenberichte, die ich in den Medien gelesen habe, war von Problemen mit Randalierern an der Rampe die Rede, die der Polizei Ärger gemacht hätten. Das Problem war, daß die Menschen dort feststeckten, und langsam in eine bedrohliche Lage kamen. Warum hätten diese nicht auf die Polizei hören sollen, wenn diese den Weg nach oben geöffnet hätte? Ihre Unterstellung entbehrt doch jeder Grundlage!
18:58
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18:28
Frontal 21 zeigt für mich zu diesem Zeitpunkt am deutlichsten die kriminelle Einfalt der Beteiligten. ___________________________________
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite#/beitrag/video/1100448/Duisburg:-Suche-nach-den-Schuldigen#________________________________________________________________________
1.kein ganzheitliches Sicherheitskonzept_________
2.lauter Ausnahmen_________________________
3.Aussage Katastrophenforscher Hagemann, Leiter einer Sicherheitsstudie bei Grossveranstaltungen, hat angefragt dort filmen zu können, was für Veranstalter sozusagen ein Geschenk ist, Lopavent hat abgelehnt weil die Bildrechte an der Stelle, an der es dann auch passiert als äusserst sensibel eingstuft werden.- für Hagemann ein Schuldeingeständnis: ______________________
Veranstalter wollte keine Dritten als Zeugen auf dem Gelände haben.
usw.... ____________________________________
zusatz: ___________________________________
Der offene Brief des Polizeipräsidenten Wenner vom 23.01.2009 beinhaltet (finde ich) eine zusätzliche Brisanz. ________________________
Diese Passage wurde in der Sendung zwar nicht zitiert
(Video angehalten um mehr Text lesen zu können),
ist aber im nachhinein umso erhellender mit welcher Klarheit die im Vorfeld die nicht geklärte Verantwortungsfrage gestellt wird: _____________________________________
(...)Eine Metropole, die als solche keine verantwortlich Handelnden kennt, weil die Politik dafür keine Voraussetzungen geschaffen hat. _____________________________________
Quelle: zdf, mediathek _______________________
also hatte er nicht nur begründete Bedenken wegen Durchführbarkeit, _____________________
ebenso hat er wohl keine klar verantwortlichen Gesprächspartner gehabt und ür einen Zwischenfall das jetzige Schwarzepeterspiel schon kommen sehen, und deshalb sogar noch zusätzliche Verwaltungs-und Verantwortungsstruktur gefordert.
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ebenso ein sehr weitsichtiger Kassandraruf.
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Ich gehe davon aus (und dafür gibt es in dem o.g. Beitrag ebenfalls Belege), dass die im Vorfeld alle wussten, dass es Schwierigkeiten geben wird- aber weil man das Ding durchführen will ist es besser nicht für alles verantwortlich zu sein. ___________
Die Verantwortung stückeln entlastet ja auch im Vorfeld schon ! ____________________________
Ungefähr so:
hoffentlich krieg ich meine Probleme mit dem Gelände irgendwie in den Griff, und bei den anderen könnte auch noch so viel schieflaufen (schlimmstes szenario : Absage),- grob gesagt- wenn die Polizei 24.07. als Scharnier nicht funktioniert- bin ich ausm Schneider. ________________________________
aber als klar war, dass gegen solche Menschenmengen und zusätzlich den Absprachen gegen Sicherheitsstandards die Polizei doch nicht so stark angegangen werden kann - ___________
können wir ja sagen: war so abgesprochen.
Diese Aussagen fielen bei der PK, abgesprochen ______________________________________ - als Fakt betreffs behördlicher Kontrollmechanismem ein nichtssagendes Wort, das sicher nur verschleiern soll, dass tatsächlich keine richtigen sondern nur eingeschränkte Genehmigungen vorlagen.
diese Wortwahl lässt doch das Gefühl aufkommen dass man es deswegen schon als konspirative Absprache verstehen könnte. technokratisch wird die Sprache erst wieder, als man erklären will, weshalb die Gäste sich falsch verhalten hätten.
_________________________________________
Sorry im Originaltext sind zahlreiche Absätze, die werden hier aber nicht abgebildet.
18:24
http://www.lto.de/de/html/nachrichten/1075/Grundsaetzlich-hat-der-Veranstalter-den-Hut-auf/
...versuche den Link nochmals. Die haben alle was zu verlieren...wenn Recht gesprochen wird nach der Sachlage, die JETZT SCHON bekannt ist.
Um nichts anderes gehts jetzt noch.
18:19
@Das Grauen
Genau, die Leute wollten ihren Spaß haben und wollten diesen Anspruch auch durchsetzen. Notfalls sogar mit Gewalt. Ist ja auch der Sinn bei einem friedlichen Miteinander auf einer großen Party.... ;-))
Und noch einmal zur Machtübernahme bei der Veranstaltungsleitung: wie bitteschön hätte dieser Akt vor sich gehen sollen? Denken Sie an mit Hubschraubern einfliegende SEK-Verbände? Wie viele der feiernden 200.000 oben in der Sonne hätten wohl unangemessen reagiert? Zu diesem Zeitpunkt war Herr Schaller noch ihr Held und Idol. Noch war ja auch gar nichts passiert, unten im Tunnel war zu dieser Zeit nur dichtes Gedrängel. Und jeder der oben Anwesenden glaubte bei seinem früheren Weg schon das gleiche erlebt zu haben.
Jetzt im Nachhinein, mit dem zeitlichen Ablauf vor Augen lässt sich gut argumentieren, was hätte zu welcher Zeit erfolgen können, sollen, müssen und lässt sich auch vorstellen, danach wäre alles gut ausgegangen. Sie lassen nur außer acht, dass die Besucher auch hätten auf Polizei und Veranstaltungsleitung hören müssen. Ohne wenn und aber. Daran glauben Sie doch nicht im Ernst - oder???
18:12
http://www.lto.de/de/html/nachrichten/1075/Grundsaetzlich-hat-der-Veranstalter-den-Hut-auf/
Versuche nochmal, den Link hier abzusetzen. Es ist nicht so, dass hier niemand etwas zu fürchten hätte...
17:59
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