Lopavent kontert Vorwürfe
06.08.2010 | 16:07 Uhr 2010-08-06T16:07:00+0200
Düsseldorf.Stadt und Polizei hatten die Schuld für die Loveparade-Katastrophe Veranstalter Rainer Schaller gegeben. Dessen Firma wehrt sich jetzt.
Der Loveparade-Veranstalter Lopavent GmbH weist Vorwürfe zurück, seine Ordnungskräfte bei der Veranstaltung nicht wie vereinbart mit Funkgeräten ausgestattet zu haben. „Wir hatten insgesamt 294 Handfunkgeräte im Einsatz“, teilte die in Berlin ansässige Firma am Freitag mit. Die Funktionsfähigkeit des Bündelfunk-Systems sei außerdem durchgängig gegeben gewesen.
Darüber hinaus habe Lopavent im Einlassbereich der Loveparade am Tunnel in der Karl-Lehr-Straße mehr Ordner eingesetzt, als im Planungskonzept vorgeschrieben gewesen sei. „Im genehmigten Planungskonzept waren „ca. 100 Ordner“ für den Einlassbereich vorgesehen. Am 24.7.2010 waren jedoch 148 Ordner im Einlassbereich im Einsatz“, so die Angaben des Veranstalters. Dies könne man auch „lückenlos dokumentieren“.
Bei Vorbereitung „ausgeschlossen“
Weiter äußerte sich der Veranstalter Lopavent zu dem Gutachten, das eine Anwaltskanzlei im Auftrag der Stadt Duisburg angefertigt hatte und das Gegenstand der Sondersitzung des Innenausschusses am 4. August war. Grundlage dieses Gutachtens seien 15 Papiere mit der Beschreibung jeweils eines „Szenarios“ gewesen. Nach Angaben der Lopavent habe die Polizei in einem sogenannten Szenarienworkshop diese mit Bundespolizei, Feuerwehr, Ordnungsamt und Stadt diskutiert. „Bei diesem Workshop waren wir als Veranstalter nur als Gast für ca. eine Stunde geladen, um unser Veranstaltungskonzept vorzustellen. Von der Diskussion über die Szenarien wurden wir ausgeschlossen.“
Der Loveparade-Veranstalter betonte zudem, sich nicht an dem „öffentlichen Spiel der wechselseitigen Schuldzuweisungen“ beteiligen zu wollen. Allerdings werde man sich gegen einseitige Berichterstattung wehren, „sofern wir dafür Belege haben“. (ddp)

17:59
Sieh auf zu den Sternen.
Gib Acht auf die Gasse.
-Wilhelm Raabe-
www.loveparade2010doku.wordpress.com
13:27
Große Diskussionen, aber Fakt ist - der Ob ist oberster Bürger dieser Stadt und dafür da den Kopf hinzuhalten, er trägt politische Verantwortung auch wenn er persönlich keinen getötet hat - Schaller ( der ein perfekter Selbstdarsteller ist) hat im Rahmen seiner momentanen Möglichkeiten (natürlich wartet er erstmal die Ermittlungen ab) reagiert und Geld zur Verfügung gestellt - tut ihm nicht weh und er bekennt sich nicht schuldig.
Tja, alles paletti - keine Krähe hackt der anderen ein Auge aus.
Ich hab nur das Gefühl, die Toten stehen alleine da.
13:17
Danke taosnm:
Schlicht im Denken ist ein tolles Stichwort.
Klar muß der OB das ertragen, Sie Schlaumeier. Aber muß man ihn dafür mit Morddrohungen und anderen Verbalinjurien bedenken und von ihm alles das verlangen, was in diesen Foren, in der regionalen und internationalen Presse und auch von Ihnen erwartet wird.
Das ist Selbstverleugnung. Er wird schon seine Konsequenzen ziehen, wie er ja auch sofort erklärt hat.
Nur nach Aufklärung aller Fakten.
Und wenn Osiris die Lage erklärt, dann trifft den Herrn OB doch nur sekundäre Schuld.
Für die muß und wird er einstehen. Davon bin ich überzeugt.
Aber jetzt zurückzutreten wäre das Falscheste, was er machen kann. Denn dann sucht Ihr Euch den Nächsten und dann den Übernächsten.
Nur diejenigen, die gedrängelt haben und im duhnen Kopf Agressivitäten erzeugt haben, die werden nie einsichtig sein. Die haben ja nichts getan und sind selbstgerecht.
Denkt mal darüber nach. Aber ich bin ja schlicht im Denken, aber ich denke nach.
08:53
#30 Pfui
Sie sind ja sehr schlicht in Ihrem Denken. Ich wähle einen Oberbürgermeister und klette mich an ihn auf Gedeih und Verderb.
Wenn ich jemanden wähle, dann deshalb, weil ich von ihm erwarte, dass er seine Sache gut macht. Versagt er auf der ganzen Linie, gibt es keinen Grund, mich weiter an ihn zu binden. Da habe ich einen Anspruch darauf, Kritik zu üben, und Grund für Kritik gibt es leider mehr als genug. Vor allen Dingen muss ein OB das dann ertragen, und wenn er klug ist, weiss er vor Antritt seines Amtes, dass er sich einer grossen Beobachtung und möglicherweise auch Kritik aussetzt. Allerdings scheint es so, als ob eben dieser OB gerade nicht klug ist.
01:27
Hallo an alle, die hier so angeregt diskutieren und kommentieren!!!
Ich verfolge die Berichterstattung und Kommentierung zu dieser Tragödie von Anfang an, da Ich selbst mit auf der Rampe stand.
Nun möchte Ich auch mal etwas dazu loswerden.
Ich kann diese Diskussionen hier nicht nach vollziehen, wer, wann welche Genehmigung Erteilt hat und wer welche Richtlinien nicht ein gehalten hat!!!
Ob die Fluchtwege nun 400,500 oder auch nur 155m breit waren ist mir mal so was von egal.
Das was mich wirklich interessiert ist, was geschah unmittelbar vor und im Augenblick der Katastrophe.
Was meiner Meinung nach definitiv dem Veranstalter an zu lasten ist, ist die Tatsache, dass es keinen eigenen ausgewiesenen Ausgang an sich gab!
Was mir aber unbegreiflich scheint ist die Polizei - Kette auf der Rampe, den Sinn und Zweck daran kann Ich einfach nicht verstehen!
Wie zu diesem Zeitpunkt, laut Medienberichten, der Polizei bekannt war, fehlten die vom Veranstalter versprochenen Ordner am Ende der Rampe, die ein stehen bleiben der Raver vor den vorbei ziehenden Floats und somit ein verstopfen der Rampe und Bildung eines Rückstaus verhindern sollten.
Dabei stelle Ich mir die Frage aus welchem Sinn und Zweck wird die Rampe komplett Dicht gemacht und der Menschenstrom abrupt gestoppt!
Die einzige richtige Maßnahme wäre meiner Meinung nach gewesen, dass die Polizei diese Aufgabe der Ordner übernimmt.Statt dessen sperren sie die Rampe und unterbrechen den kompletten Zulauf aufs Gelände und haben damit erheblich dazu beigetragen, dass sich unterhalb der Kette und im Tunnel immer mehr Druck Aufgebaut hat.
Zudem verstopft die Polizei mit ihren eigenen Fahrzeugen, die etwa ein drittel der breite der Rampe eingenommen haben, den Eingangsbereich zusätzlich.
Wenn Ich dann die Äußerung von unserem Innenminister Herrn Jäger höre, dass die Polizei ja nur einspringen musste, weil dem Veranstalter die Veranstaltung komplett aus dem Ruder gelaufen sei und die Polizei aus diesem Grund keine Schuld trifft, könnte Ich einfach nur kotzen!
Ich denke, so wie Ich die ganze Situation mitbekommen habe, hat die Polizei und hier möchte Ich betonen, dass Ich nicht den einzelnen Beamten meine, der nur Befehle ausgeführt hat, sondern die Einsatzleitung der Polizei, eine erhebliche Schuld an dem Unglück hat!
Dabei ist es mir letzten Endes auch egal ob das Gelände platz für 250 oder für 500.000 Raver hatte und ob Herr Schaller mit der Veranstaltung
Geld verdient oder sie nur zu Werbezwecken ausrichtet!!!
23:48
Es wurden weder Lizenzgebühren für den Strasenverkauf von Getränken erhoben,noch irgendwelches Merchandising von Loveparadeartikeln betrieben.
Also das war zumindest in Dortmund anders. Da hat Lopavent nach eigenem Vorbringen den Getränkeverkauf für 60.000,00 € zuzüglich einer prozentualen beteiligung an den tatsächlich verkauften Getränken an einen Unternehmer aus Hessen abgegeben.
Dort wurden auch Merchandising - Artikel verkauft. Im übrigen sieht sowohl die Rahmenvereinbarung zwischen Lopavent und den Städten als auch die Genehmigung in Dortmund ein Exclusivrecht für Bewirtung, Merchandising und Filmrechte vor.
Nun ist dies vom Grundgedanken her ja nicht verwerflich. Allerdings möchte ich dem Eindruck vorbeugen, hier wäre von Herrn Schaller bzw. Lopavent aus rein altruistischen Motiven gehandelt worden.
Das ändert natrülich nichts an der Grundfrage, dass ein zweifelhaftes Sicherheitskonzept niemals hätte genehmigt werden dürfen.
23:13
Ich bewundere Herrn Schaller. Seine Schauspielkunst ist einmalig(schlecht).
Glaubt er allen ernstes, wenn er seine beiden Ohrringe rausnimmt,
einen mitfühlenden Blick aufsetz, kann er sein wahres Ich vertuschen?
Mein Schwager, ist Kommunikationsratgeber und Verhaltensanalytiker und er konnte,
nach seinem Auftritt während der katastrophalen Pressekonferenz,
als auch während seiner Erklärung im Schloß keine Reue, oder echte Betroffenheit feststellen.
Ich bin kein Experte aber, das muß ich auch nicht sein um zu erkennen,
daß er etwas zu verbergen hat. Wer die ganze Zeit während der Pressekonferenz,
jeglichen Blicken ausweicht und nur vor sich auf den Tisch starrt,
wer einen nicht ansehen kann, ist nicht ehrlich. Herr Schaller legen Sie endlich,
ihre Arroganz und ihre Maske ab und stehen Sie zu ihren Fehlern. Mit ihrem jetzigen Verhalten,
verhöhnen Sie die Opfer und ihre angehörigen und verlängern und vergrößern deren Leid.
Wenn Sie mit dem gleichen Ehrgeiz und Willen zum Erfolg,
mit dem Sie ihr Millionen-Imperium vorangetrieben haben,
zu Aufklärung der Geschenisse am 24ten herangehen würden,
müssten alle Betroffenen nicht so lange leiden sondern,
könnten sich mit der Verarbeitung der Trauer und des Verlustes beschäftigen
und müssten sich nicht unaufhörlich immer und immer wieder fragen, WARUM????????????
23:03
@ 30 Na Pfui...da sehen Sie vermutlich was falsch. Leider. Kein Mensch weiss ja wer letztendlich die endgültige Genehmigung erteilt hat. Unser OB war´s nicht. Sagt er. Obwohl die Stadt Duisburg wohl zuständig gewesen wäre. Na. Wenn es eine Genehmigung geben sollte wird´s ja drunter stehen. Gibt es keine wäre die ganze Veranstaltung ungenehmigt durchgeführt worden. Was zu bezweifeln ist.
Und jetzt? Wollen wir mal hoffen das sich das mal IRGENDWANN klärt und dann kehrt auch wieder Ruhe in unserer aller Gemüter ein.
22:55
Egal: Das sehen Sie so, aber ich habe mittlerweile den Eindruck, als würde hier nur der SPD das gerade recht kommen, um die Wahlschlappe korrigieren zu können.
44 % waren mit Herrn Sauerland einverstanden und dazu sollten sie vor einer Verurteilung auch stehen.
Vor allem, wenn die Stadt nicht die letzte Unterschrift hat leisten müssen.
Warum wird nicht der Regierungspräsident/in hier im Forum und in der Presse angegriffen?
Liege ich etwa da so falsch? Nein ich weiß es halt, dass der OB nicht der mit der letzten i. V. Unterschrift war.
Und jetzt?
22:44
@ 27 Die Motivation ist, das die Menschen dieser Stadt ein Bekenntnis erwarten. Ein Bekenntnis in der Richtung etwa: Ja. Wir haben Fehler gemacht. Ja. Da ist was schief gelaufen. In dieser Richtung etwa. Und das von Verantwortlichen Verantwortung übernommen wird anstatt Verantwortung ständig hin und her zu schieben. Wird von uns ja auch erwartet! Verantwortung zu übernehmen. Oder...Zivilcourage. Dann dürfen wir das doch auch erwarten...oder? Sollte man zumindest meinen...
Das dürfte die Motivation der allermeisten sein. Parteipräferenzen dürften da völlig untergeordneter Natur sein.