„Kein Passbild, keine Adresse“
01.12.2010 | 12:10 Uhr 2010-12-01T12:10:00+0100
Dortmund.Heute schon im Internet gewesen? Ja? Dann kennst du bestimmt auch soziale Netzwerke wie SchülerVZ oder Facebook. Viele Jugendliche sind darin angemeldet. Das bringt jedoch nicht nur Spaß, sondern auch Gefahren, erklärt Klaus Beisemann von der Polizei Dortmund.
Herr Beisemann, warum interessieren Sie sich insbesondere für den Jugendschutz in Dortmund?
Klaus Beisemann: Bis zum Jahre 2000 habe ich als Jugendkontaktbeamter auch sehr viel an den Schulen in Dortmund gearbeitet und dadurch Erfahrungen in der Arbeit mit Jugendlichen sammeln dürfen, was mir schon damals großen Spaß gemacht hat.
Worin genau besteht Ihre Aufgabe?
Eine meiner vielen Aufgaben ist es zum Beispiel, Schulklassen und Eltern über die Gefahren im Internet aufzuklären und verständlich zu machen, wie man diesen aus dem Weg gehen kann.
Und worauf genau müssen Jugendliche achten, um sicher im Internet unterwegs zu sein?
In erster Linie, sag’ ich immer, ist es wichtig, möglichst wenige persönliche Daten wie zum Beispiel die Adresse oder die Telefonnummer herauszugeben. Auch andere Informationen wie der Sportverein sollten nicht unbedingt preisgegeben werden. Es hat zum Beispiel einmal einen Fall gegeben, bei dem ein Mann abends nach dem Training eines Jungen vor der Sporthalle auf ihn gewartet hat und genau wusste, auf welche Schule dieser ging, wann und wo er Training hatte und wie alt er war. Alle diese Informationen hatte der Junge selbst in das SchülerVZ eingestellt und der Mann hatte sie dort einfach erfahren. Sinnvoll ist es auf jeden Fall, keine Passbilder oder Bilder einzustellen, auf denen man sofort erkannt werden kann.
Was war Ihr bisher größtes Erfolgserlebnis?
Konkrete Erfolgserlebnisse gibt es in meinem Arbeitsbereich nicht wirklich, da ich mich nicht um Einzelfälle, sondern um die allgemeine Aufklärung kümmere.
Wie kommt ihre Arbeit bei der Zielgruppe an?
Ich denke, dass unsere Arbeit insbesondere von Lehrern und Eltern geschätzt wird. Ich merke bei Elternabenden immer wieder, wie wenig die Eltern eigentlich über das informiert sind, was ihr Kind im Internet macht oder machen kann. Daran sehen ich und meine Kollegen, dass wir sicherlich auch zukünftig noch viel Aufklärungsarbeit leisten müssen.
Worauf können Eltern achten, damit ihre Kinder sicher sind?
Eltern sollten ab und zu vielleicht einmal kontrollieren, auf welchen Seiten ihr Kind sich aufhält. Sehen solche Seiten alarmierend aus, sollten Eltern ihr Kind darauf ansprechen.
Seit neuestem gibt es auch im Fernsehen eine Serie über Gefahren im Internet, was halten Sie von solch einem Format im deutschen Fernsehen?
Dem Ganzen stehe ich eher skeptisch gegenüber. Die Fälle, die dort gezeigt werden -- ja, die gibt es, aber das sind zum Glück nur extrem wenige Fälle. Von diesem Format würde zum Beispiel auch eine Sendung reichen, denn das ist nicht das einzige Problem, das im Internet auftreten kann. Wir von der Polizei hätten uns in einer solchen Sendung zum Beispiel mehr Aufklärung darüber gewünscht, wie man sich vor solchen Übergriffen schützen und sich richtig verhalten kann. Stattdessen werden hier nur die besonders schweren negativen Fälle gezeigt.
Jil Krumhus, Robin Berreßem, Robert Schockemöhle, Klasse 8a, Goethe-Gymnasium Dortmund

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