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Großveranstalter gehen auf Nummer sicher

27.07.2010 | 16:12 Uhr
Großveranstalter gehen auf Nummer sicher
Die Organisatoren des Juicy-Beats-Festivals haben ihr Sicherheitskonzept nicht geändert.

Dortmund/Herne/Köln/Zürich.Die Loveparade-Tragödie hat auch andere Veranstalter von großen Events dazu gebracht, ihr Sicherheitskonzept noch einmal zu überprüfen. Doch die Organisatoren sind sich sicher, dass ihre Konzepte wasserdicht sind.

Die Tragödie bei der Loveparade hat nicht nur Trauer und Bestürzung ausgelöst, sondern auch die Organisatoren bevorstehender Großveranstaltungen dazu gebracht, ihre Sicherheitskonzepte nochmals zu überprüfen. Das Ergebnis: Geändert wird nichts. Die Veranstalter sind sich sicher, dass ihre Konzepte wasserdicht sind.

Das Ruhrgebiet muss mit den „Juicy Beats“ in Dortmund schon am kommenden Wochenende ein weiteres Mega-Event stemmen. Der Festivalveranstalter will auf Nummer sicher gehen: Gleich nach der Katastrophe in Duisburg hatte er sich mit Stadt, Polizei und Feuerwehr zusammengesetzt und die Lage beraten. Eine Absage des Festivals kam aber nicht in Frage. „Wir haben das Sicherheitskonzept besprochen, aber nicht geändert, erklärt Festivalsprecher Martin Juhls. Schließlich finde das Festival in diesem Jahr zum 15. Mal statt. Das Konzept sei schon immer gut durchdacht gewesen – das hätten die Sicherheitsbehörden auch in diesem Jahr bestätigt. Zudem seien das weitläufige Festivalgelände im Westfalenpark und die Besucherzahl von 20.000 nicht mit denen der Loveparade vergleichbar.

Organisatoren der Cranger Kirmes bleiben gelassen

Die Cranger Kirmes im vergangenen Jahr.

Auch die Organisatoren der Cranger Kirmes , die vom 6. bis 15. August in Herne stattfindet, haben noch einmal über die Sicherheit beraten. Am Montag trafen sich alle Beteiligten im Herner Rathaus, um das Konzept erneut zu besprechen. Nun werden am kommenden Sonntag Mitarbeiter des Ordnungsamtes sich noch einmal zusätzlich mit den Schaustellern treffen und mit ihnen die Sicherheitsvorkehrungen durchgehen. Aber auch in Herne werden keine Schwierigkeiten erwartet. „Wir kennen unseren Platz als Veranstaltungsgelände seit vielen Jahren bis in das kleinste Detail. Überall sind Leute mit jahrelanger Kirmes-Erfahrung unterwegs und keine fremden Einsatzkräfte“, versichert Stadtsprecherin Silke Bender.

Die Kölner sind mit dem Christopher Street Day, den Kölner Lichtern und vor allem mit dem Karneval Großveranstaltungen schon gewöhnt, trotzdem ist man seit dem vergangenen Samstag vorsichtiger geworden. Am 31. Juli werden im RheinEnergieStadion die „Gay Games Cologne 2010“ eröffnet. Dazu werden neben den 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch Zehntausende Besucher erwartet. Am Sicherheitskonzept wollen Veranstalter, Stadt und Polizei aber nicht mehr drehen. „Wir sind sehr gut aufgestellt“, sagt Michael Lohaus, Co-Präsident der Gay Games.

Street Parade in Zürich „verändert nichts mehr“

In Zürich wird am 14. August die kleine Schwester der Loveparade, die Street Parade, durch die Straßen rund um den Zürichsee ziehen. Bereits zum 18. Mal findet das Techno-Festival in der Schweiz statt, und daher setzen die Veranstalter auf ihr altbewährtes Sicherheitskonzept. „Wir verändern nichts mehr“, sagt Stefan Epli, Pressesprecher der Street Parade. Seit 1992 verläuft die Route der Raver gleich, für problematische Wegstrecken wurden aber neue Lösungen gefunden. „Nach jeder Street Parade werden die Helikopter-Bilder ausgewertet und nötige Anpassungen in Absprache mit den Behörden vorgenommen“, sagt Stefan Epli.

Erfahrungsgemäß kommen zwischen 700.000 und 900.000 Besucher zur Street Parade, in diesem Jahr erwartet der Veranstalter eine ähnliche große Anzahl an Menschen. Eine Massenpanik habe es noch nie gegeben, trotzdem drohte das friedliche Musik-Fest vor sieben Jahren schon einmal zu kippen. „Die Parade führt über eine Brücke, dort wurde es richtig eng“, sagt Epli. Um zu verhindern, dass es sich noch mal auf der Brücke staut, sind seitdem Bühnen vor und hinter der Brücke aufgebaut.

Allerdings sei das Gelände der Loveparade in Duisburg auch nicht mit der zwei Kilometer langen Route der Street Parade vergleichbar, so der Pressesprecher. Die Fläche in Duisburg sei nur ein Drittel so groß wie die in Zürich. Auch könnten die Besucher schnell in die Stadt „flüchten“ und an der Straßenseite zum Zürichsee hin würden keine Absperrgitter aufgestellt.

Schweigeminuten bei Juicy-Beats-Festival und Street Parade

Besucher und Veranstalter beim Juicy-Beats-Festival wollen zudem eine Viertelstunde lang der Opfer der Loveparade-Tragödie gedenken und die Musik ausstellen. Auch in Zürich wollen die Raver den Toten mit einer Schweigeminute eine letzte Ehre erweisen.

Jessica Buschmann, Katrin Figge, Gabi Heimeier

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Kommentare
29.07.2010
16:19
Großveranstalter gehen auf Nummer sicher
von Jochen aus Arnsberg | #8

Wer glaubt das Großveranstaltungen keine Gefahren in sich bergen muss naiv sein, jede Großveranstaltung wie z. B. Fußballstadions wo es schon öfter zu Massenpaniken kam wurde natürlich auch nach Lösungen gesucht aber machen wir uns doch nichts vor in einer Riesen Menge reicht schon ein Knallfrosch und schon könnte eine Massenpanik ausgelöst werden, aber das rechtfertigt natürlich nicht die Loveparade in Duisburg. Jetzt wird der schuldige gesucht und auch mit Sicherheit gefunden, aber auch das macht das Drama nicht ungeschehen. Nur wenn man sich die Bilder anschaut wächst der Unmut, da muss man sich nur fragen wie viel Gras oder Pillen der jenige geschlugt haben muß der die Veranstaltung freigegeben hat obwohl bekannt war das die Fläche zu klein für dieses Event war, damit muß wohl der jenige leben der so ein Schwachsinn zugestimmt hat. Mein Beileid für die Angehörigen der Opfer, aber trotzdem müssen wir uns eine Frage stellen: Gehen wir nicht mehr ins vollgefüllte Kino, oder ins Fußballstadion, oder zu sonstigen Großveranstaltungen? Ich glaube das eine Gefahr einer Massenpanik nie ausgeschlossen werden kann. Und das wird es in Zukunft nicht anders sein. Nur prinzipiell nützt keinem eine gegenseitige Schuldzuweisung, das macht das ganze nur noch schlimmer. Das Ende vom Lied wird sein, das man nichts ändern kann, außer die Sicherheitsvorkehrungen in die richtigen Hände zu geben aber das dürfte nicht so einfach sein, Denn wer möchte schon gerne der Schuldige sein, bei einem Ausbruch einer Massenpanik, wie schon geschrieben da reicht schon ein Knallfrosch, und schon ist das Unheil da.

#3 von Jochen aus Arnsberg , am 29.07.2010 um 13:37

29.07.2010
13:06
Großveranstalter gehen auf Nummer sicher
von N.Jahn | #7

Es gibt im Ruhrgebiet eigentlich nur ein geschlossenes Gelände, das für eine Veranstaltung mit mehr als einer Million Teilnehmern annähernd geeignet wäre und das ist der Flugplatz Essen/Mülheim. Hier stünde eine Fläche von über 1,2 Mio Qm zur Verfügung und nicht, wie ein übrigens 12-jähriger bei Youtube überaus deutlich dargestellt hat ( http://www.youtube.com/watch?v=qmSJ5TSll0g ), knappe 58000 qm. Es gibt Straßenbahn und Autobahnanschluß, Parkplätze in großer Zahl, verschiedene Zugänge, eine Wiese als Grund und Fahrstraßen (die Rollwege und die Runway) für die Floats. Natürlich gibt es keinen Hauptbahnhof in direkter Nähe, aber auch andere Veranstalter haben einen Shuttle-service angeboten, der solche Mengen bewältigen kann. Ein paar Absperrungen der Gebäude, Demontage der Beleuchtung und Verlegung der Flugzeuge z.B. nach Dinslaken wäre als Vorbereitung schon fast alles Nötige gewesen. Rettungswege wären rundum möglich und im Umfeld wären keine weiteren Gefahren vorhanden. Das Hauptargument gegen einen solchen Veranstaltungsort ist allerdings das Schwerste, er liegt nicht in Duisburg.

28.07.2010
18:51
Großveranstalter gehen auf Nummer sicher
von Flared | #6

Hallo FASI,

alles schön mit Deinen zertifizierten Wachdiensten. Aber wieder auch nur reine Theorie.
Hilfreicher wären Ordner (übrigens auch Polizei-Einsatzkräfte) gewesen, die mit Großveranstaltungen Erfahrung haben. Die allerdings gibts sicher nicht in Duisburg. Fazit?

27.07.2010
18:15
Großveranstalter gehen auf Nummer sicher
von FASI | #5

Sicherheitspersonal ohne jegliche Qualfikation-max 40 Sunden IHK Schulung -wenn man Glück hat-
70 % herangekarrrt über Freunde und Bekanntenkreise und Fitness Studio.Null Plan von Akute Vermassungen, Brandschutz, Flucht u Rettungsplänen,Evakuireungs und Notfallmanagment, Erste Hilfe.Und die Firmeinhaber weder Meister noch Fachkräfte für Schutz und Sicherheit.Evtl 10 Jahre nur Praxis erlangt irgendwo an Türen oder in Kaufhäusern und Events gearbeitet-
wo bleibt die Pflicht mindestens Fachkräfte einzustellen? Klar weil der Veranstalter nur 14,50 an die Sicherheistunternehmer zahlt wie soll da qualifiziertes Personal erscheinen-
Forderung:Nur Unternehmen mit Iso EAN DIN 9001 Zerifizierungen in Verbindung mit DIN 77200 für Wachdienste-
alles andere ist grob fahrlässig - ist wie Lineinbus busfahren ohne Führeschein- wann schreiten endlich die Ordungsämter ein ???

27.07.2010
17:15
Blockierter Kommentar.
von Torsten Stein | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

27.07.2010
17:15
Großveranstalter gehen auf Nummer sicher
von Torsten Stein | #3

Nehmen wir mal das Stillleben auf der A40.
Im Bereich Essen ist die A40 tiefgelegt mit meterhohen Betonwänden. Dort war auch ein Stau und ein extrem dichtes Gedränge. Die Veranstalter haben den Zugang aus Sicherheitsgründen dicht gemacht.

Also stauten sich die Leute auf den Brücken/Zuwegungen über/oberhalb der A40. Man stelle sich vor, der ein oder andere wäre über das Geländer geturnt um an der Sperrung vorbei aufs Gelände zu kommen. Dummerweise wäre er abgestürzt auf die A40.

Wieviel Tote hätte das gegeben??? Der Einschlag unten hätte eine katastrophale Panik ausgelöst - das kann sich jeder vorstellen. Ein Ausweichen wäre nicht möglich. Die Leute hätten sich totgetreten.

Es ist Glück, dass das nicht passiert ist. Ähnliche Situationen wird es auf jeder Veranstaltung geben.... Da soll sich mal niemand zu sicher sein!

27.07.2010
17:11
Großveranstalter gehen auf Nummer sicher
von Sebastian24 | #2

Tja. Die Streetparade Zürich ähnelt der früheren Loveparade in Berlin. Freie, breite, nicht abgezäunte Straßen, praktisch beliebiger Zugang und Fluchtraum.

So war das in Essen auch

27.07.2010
16:30
Großveranstalter gehen auf Nummer sicher
von Flared | #1

Tja. Die Streetparade Zürich ähnelt der früheren Loveparade in Berlin. Freie, breite, nicht abgezäunte Straßen, praktisch beliebiger Zugang und Fluchtraum.

Wieso, wenn nicht wegen des Gewinnes aus dem Catering, wurde Duisburg eingezäunt? Und entschärfende Maßnahmen zum Zugang verabsäumt? Und der Mist auch noch genehmigt?

Ich denke nicht, dass hier die Formulierung der Fahrlässigkeit ausreicht. Die Idee des eingezäunten Terrains war vorsätzlich, weil beabsichtigt.

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