FDP-Mann nennt Sauerland einen „Untoten“
29.07.2010 | 16:07 Uhr 2010-07-29T16:07:00+0200
Duisburg.Nach der Loveparade-Tragödie mit 21 Toten entbrennt nun auch ein politischer Streit. Der FDP-Innenexperte im Düsseldorfer Landtag, Horst Engel, fordert den sofortigen Rücktritt von Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU).
Engel sagte am Donnerstag im RBB-Inforadio, Sauerland sei der „Untote in der Stadtverwaltung in Duisburg“. Er sei auf keinen Fall mehr im Amt zu halten. Als Chef des Rathauses trage er die Verantwortung für alle ihm nachgeordneten Behörden, unabhängig davon, ob er etwas unterschrieben habe oder nicht.
Allerdings trage auch die Landesregierung eine Mitschuld daran, dass die Sicherheitskonzepte nicht gegriffen haben. Engel warf Innenminister Ralf Jäger (SPD) vor, vor der Loveparade in einer Pressemitteilung unter seinem Namen bekanntgegeben zu haben, dass die Sicherheitskräfte in der Lage seien, „schnell zu helfen und den bestmöglichen Schutz für die Menschen zu gewährleisten“.
CDU keilt zurück
Andres Krautscheid, Generalsekretär der nordrhein-westfälischen CDU, keilte umgehend zurück: „Eine solche Wortwahl ist angesichts der furchtbaren Ereignisse vom Wochenende unfassbar, geschmacklos und unwürdig. Sie verletzt – neben dem so Bezeichneten – auch alle, die mit den Familien und Freunden der Opfer mitfühlen und trauern“, heißt es in einer schriftlichen Erklärung aus der Düsseldorfer CDU-Zentrale.
Krautscheid unterstreicht darin, dass bei der „lückenlosen und konsequenten Aufklärung der Vorgänge“ sowie der Debatte über Verantwortung und Schuld das Maß und Stil der politischen Auseinandersetzung dem Ausmaß der Tragödie Rechnung tragen“ müsse. Der CDU-Generalsekretär appelliert: „Wir Politiker sollten uns alle bemühen, die noch anstehenden anspruchsvollen Debatten nicht parteipolitisch geschmacklos auszubeuten. Das sind wir den Opfern und ihren Angehörigen schuldig.“ (ddp)

11:57
Dem geht es nur um seine Pension - der kleine Mann ist einfach nur widerlich. Aber das sind leider die TYpen , die bei un sin Deutschland an den Schalthebeln der Macht sitzen. Keine Ehre, kein Gewissen, Nur die Dollarzeichen oder die Lorbeerkränze in den Augen.
09:23
Da treten in einer Menschenmenge die einen, völlig unschuldig, die anderen tot, ein vollendetes Beispiel für Tragik. Und niemand der Überlebenden kann sagen, dass er dabei nicht mitgewirkt hätte. – Was könnten wir doch aus dieser Tragödie lernen! Welch tiefes Verständnis könnten wir mit den Hexenjägern des Mittelalters entwickeln, vergäßen wir nicht die Aufklärung diese Falles und die geistesgeschichtliche Aufklärung sowieso. Unabweisbar scheint sich in den Überlebenden und möglicherweise noch mehr in denen, die sich (professionell) mit ihnen identifizieren, das Bedürfnis Bahn zu brechen, einen „Schuldigen“ zu suchen und finden, und alle Guten und Gerechten machen mit. Früher waren es auffällige Frauen und Juden, heute ist es ein Bürgermeister, der sich in den Medien am ungeschicktesten verkauft, morgen werden es andere sein. Welch grandiose Tragödie der (Selbst-) Entmündigung. Mal unter uns: Wir haben unsere Welt bzw. unseren Untergang doch echt verdient, oder?
19:53
Sorry: absolut NICHT darum, jemanden zum Buhmann stempeln zu wollen.
19:52
Mit einen Menschen meine ich natürlich - wen wohl? Unter anderem eben auch Hr.Sauerland.
Das ist völlig richtig: die Sündenbocktherorie geht fast immer. Dennoch geht es hier absolut darum, jemanden zum Buhmann stempeln zu wollen.
Ich denke, die Angehörigen und alle, die Beteiligt waren kennen sehr wohl die Unterschiede zwischen Veranstalter, einem Good will und einer geplanten Veranstaltung ohne Sicherheitsmängel und einer kommerziellen Ausbeutung von jungen Menschen, die feiern wollen, die von der guten Idee begeistert waren.
Es ist nicht nur gut und billig nach den Verantwortlichen zu suchen, sondern nur gerecht.
18:14
Um Verantwortung übernehmen zu können, müsste ein Mensch erst einmal ein Gewissen haben - vielleicht noch etwas Anstand, etwas Selbsterkenntnis, der Selbstkritik und Selbstreflexion mächtig sein. Womöglich auch noch eine Antenne für Menschen besitzen, demokratischen Denken entwickelt haben.
Aber nein, aber nein, sprach Hein, das soll wohl nicht so sein........
16:30
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13:25
#54 froschel
Es gibt Situationen im öffentlichen Leben, die lassen noch nicht einmal die Diskussion um Rücktritt oder nicht zu. Das hat nichts mit Wegrennen zu tun. Herr Sauerland und alle Beteiligten werden werden sich natürlich der strafrechtlichen Aufarbeitung nicht entziehen können und sich ihrem Seegericht stellen müssen.
Aber der OB ist handlungsunfähig geworden, er kann nicht mehr Chef des Rathauses bleiben. Und er sollte klug genug sein, das zu realisieren. Durch sein eigenes Verhalten hat er sich beschädigt.
Schuldzuweisungen und Rücktrittsrufe von politischen Gegnern sind in keiner Weise angebracht. Aber Anstand und Menschlichkeit verlangen zwingend den Rücktritt, abgesehen von der Erkenntnis, dass Herr Sauerland der Stadt sehr schadet . Er hat leider nicht die richtige Art und Weise gefunden, mit dieser schlimmen Sache umzugehen.
12:21
#53 von taosnm: Ein Kapitän, dessen Schiff in der Hafeneinfahrt gerammt wird, geht auch nicht von Bord, sondern stellt sich anschließend dem Seegericht. Rücktritte von Politikern dienen doch in der Regel nur dazu, mit einem neuen Gesicht genau so weiter zu machen wie bisher (d.h. mit den gleichen Mitspielern unterhalb der Boss-Ebene). Und es dient zur Entlastung derer, die Aufklärung zu befürchten hätten. In diesem Fall ist die Rolle des Polizei-Funktionärs Wendt besonders bemerkenswert: Seine Leute wären aus der Schusslinie, wenn erst mal einer gehängt ist. Und der CDU-Rechtsaußen Bosbach, der gefährlichste Innenpolitiker der Republik, denkt auch bloß an die miesen Umfragewerte der CDU. Wegrennen ist also entweder Feigheit oder Verschleierungstaktik. Meinen Respekt hat Sauerland, dass er trotz Morddrohungen und des Aufmarsches von Motorrad-Gang-Mitgliedern vor dem Rathaus sagt, dass er Aufklärung will. Er ist bisher immer offen und ehrlich gewesen, ein Lichtblick für diese Stadt. Dass sich jetzt die Hyänen sammeln und heulen, ehrt ihn eher als dass es ihn diskreditiert.
11:42
Wer welche Fehler machte, wird die Staatsanwaltschaft herausfinden müssen.
Derzeit geht es nicht um Schuld oder Unschuld, es geht darum, dass aufgrund menschlichen Versagens viele Familien die Katastrophe ihres Lebens durchstehen müssen. Angesichts dieses Leides ist es würdelos und armselig, wenn diejenigen, die klar Verantwortung tragen, versuchen, ihre eigene Person zu schützen. Der OB hätte Grösse gezeigt, wenn er die Fakten klargestellt hätte, aber dann gesagt hätte, dass er in der jetzigen Situation nicht mehr in der Lage ist, eine Stadt zu führen und deshalb zurücktritt. Das ist keinerlei Schuldanerkenntnis, aber ein absolut nötiger Schritt.
Seine jetzige Lage, in der er Druck von allen Seiten erhält, hat er mit seinem Zaudern selbst verursacht und sich wahrscheinlich damit selbst überfordert.
11:30
Einieg sagen, Sauerland wäre nicht schuld.
Diese Auffassung ist objektiv falasch. Wenn Sauerland gesagt hätte: Nicht bei uns!, dann hätte die Loveparade in Duisburg NICHT stattgefunden. Über 500 Menschen hätten noch ihr Leben oder ihre volle Gesundheit. Über 500!
Sauerland IST SCHULDIG!