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Faber-Lotto droht wegen Glücksspielgesetz in NRW mit Umzug

02.11.2011 | 12:10 Uhr
Faber-Lotto droht wegen Glücksspielgesetz in NRW mit Umzug
Lotterievermittler Norman Faber sieht sein Lebenswerk gefährdet und denkt an den Umzug seiner Zentrale von Bochum nach Schleswig-Holstein. Foto: Uta Rademacher

Bochum.   Der private Lotterievermittler Norman Faber droht damit, seine Bochumer Zentrale mit 370 Arbeitsplätzen nach Schleswig-Holstein zu verlegen. Er fühlt sich von der Politik in Nordrhein-Westfalen allein gelassen und lobt das liberale Glücksspielgesetz in dem nördlichen Bundesland. Fraglich sind die Konsequenzen für das geplante Konzerthaus in Bochum.

Verbittert klingt er, sieht sein Lebenswerk gefährdet und will doch nicht resignieren: „Ich kämpfe für ein ordentliches Gesetz in Nordrhein-Westfalen“, sagt der Bochumer Lotterievermittler Norman Faber, „ich kämpfe für meine Lotterie“. Entschieden hat er aber bereits, in Schleswig-Holstein eine eigenständige Firma zu gründen. Die Prognose für die Bochumer Zentrale sei sicher ungünstig, betont er gegenüber „DerWesten“, „aber soll ich denn sehenden Auges mein Lebenswerk untergehen lassen?“.

Aus Sicht von Norman Faber das Aus für die Lotterievermittlung

Die CDU/FDP-Koalition in Schleswig-Holstein hatte im September einen neuen Glücksspielstaatsvertrag verabschiedet, der für die Branche Erleichterungen vorsieht. Die Ministerpräsidenten der 15 übrigen Bundesländer haben sich dagegen erst Ende Oktober auf einen Entwurf geeinigt, der aus Sicht von Norman Faber das Aus für die Lotterievermittlung bedeutet. „Extrem rechtswidrig“ nennt er die dort genannten Beschränkungen. Nach Urteilen des Europäischen Gerichtshofes und der deutschen Verwaltungsgerichte sieht er die Rechtsprechung zwar auf seiner Seite, doch sein Recht durchzusetzen dauere Jahre. Über die Bürokratie klagt er: „Um in allen Bundesländern tätig zu werden, benötige ich in Nordrhein-Westfalen 34 Genehmigungen.“ In Sachsen-Anhalt habe er erst kürzlich einen Genehmigungsantrag für seine Lotterievermittlungen gestellt: „Die haben mir geantwortet, weil ich keinen Rechtsanspruch auf die Genehmigung hätte, prüften sie meinen Antrag erst gar nicht.“

In Schleswig-Holstein feiern die verantwortlichen Politiker die geplante Neugründung in der Lotteriebranche. FDP-Fraktionssprecher Wolfgang Kubicki betont, dass sein Bundesland das einzige in Deutschland sei, in dem 2012 Rechtssicherheit beim Thema Glücksspiel herrsche: „Unsere klare Orientierung am europarechtlichen Rahmen zahlt sich aus.“

Faber: Laut Studien gibt es keinen einzigen Lotto-Süchtigen

Norman Faber dagegen klagt, dass er durch die NRW-Staatskanzlei in Düsseldorf nicht unterstützt worden sei: „Wir haben unsere guten Argumente dargelegt, aber es ist nichts passiert.“ Die Lotteriebranche sei seit Jahren im Rückgang, Glücksspiele mit hohem Suchtpotenzial wie Poker breiteten sich dagegen aus. Faber: „Dabei haben unabhängige Untersuchungen gezeigt, dass es keinen einzigen Lotto-Süchtigen gibt.“

Was aus dem Bochumer Firmensitz mit seinen 370 Mitarbeitern wird, steht laut Faber noch nicht fest. In letzter Konsequenz, falls die Gesetzeslage in NRW ihm die Arbeit unmöglich mache, sei der Standort gefährdet. Ob dann auch sein bürgerschaftliches Engagement in der Stadt, etwa seine Millionen schwere Unterstützung des geplanten Konzerthauses, gefährdet ist? Faber stutzt, antwortet zurückhaltend: „Ich habe noch nicht darüber nachgedacht, was das für mein Leben bedeutet.“

Stefan Wette

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Kommentare
03.11.2011
10:01
Erpressung
von AntonC | #11

Der übliche Erpressungsversuch eines Unternehmens und der Westen spielt den Postboten dafür.

02.11.2011
22:49
Das aktuelle und neue Glücksspielgesetz ist schwachsinnig!
von derscheff | #10

Zuerst sollte einem bewusst sein warum es Lotto und Lotterien gibt. Nicht damit jeder Millionär wird! Es soll die Kassen der Länder füllen und das tut der Herr Faber auch genauso wie weit über 100 andere Lotterieeinnahmen und Lotto-Vermittler in Deutschland. Damit das auch funktioniert müssen diese Werbung machen für ihre Produkte, was ja zukünftig im grunde genommen in allen Bundesländern ausser Schleswig Holstein verboten ist. Da stehen weit mehr Arbeitsplätze auf dem Spiel. Da schneiden sich doch unsere Minister ins eigene Fleisch oder?
Soweit ich weiss geht es da um Milliarden Beträge die seit der letzten Gesetzesänderung ins Ausland abwandern. Ich spiele seitdem meine Lottoschein Online bei einem ausländischem Anbieter, da Online Lotto in Deutschland auch verboten wurde. Ich habe keine Lust mich in die Schlange einer Lottoannahmestelle zu stellen und mache mein Schein lieber abends gemütlich am Pc fertig. Solange sich das nicht ändert bekommen die keinen Cent mehr von mir. Ich denke ich bin da nicht der einzige.

Achja bei Faber habe ich auch mal gespielt, gewonnen habe ich nur kleine Beträge, dennoch war der Kundenervice sehr gut. Habe dort auch mitgeteilt, dass ich keine Werbung haben möchte. Hat auch wunderbar geklappt.

02.11.2011
22:44
faber lotto
von steinie61 | #9

Es geht nicht um die Werbung, die unsere Briefkästen füllt, sondern um viele Arbeitsplätze!!
Es ist dann mal wieder die Politik, die Arbeitsplätze vernichtet!!

02.11.2011
19:52
Ein Altes Sprichwort sagt
von klarofix | #8

"Undank ist der Welten Lohn". Gelder für wohltätige Zwecke in Bochum oder Millionen für den Vfl-Fussball, dafür war Herr Faber immer gut. Und aufzurechnen ob er gute oder weniger gute Arbeitsplätze geschaffen hat, ist auch eine seltsame Betrachtungsweise. Ich habe seine Lotterie auch nie gespielt und seine Werbung flog bei mir auch in den Papierkontainer. Da gibts aber bestimmt andere Dinge die im Leben nerven.

02.11.2011
19:07
Arbeitsplätze
von GrafEngelbert | #7

Von den "370" Arbeitsplätzen handelt es sich m.E. nach mindestens bei 200 Jobs um Call-Center-Stellen im Outbound-Bereich. Soll heissen, Leute anrufen und denen am Telefon was verkaufen. Hinzu kommen noch Mitarbeiter auf studentischer Basis. Bleiben am Ende nicht mehr soooo viele wertvolle Arbeitsplätze wie hier suggeriert wird.

02.11.2011
17:19
Faber-Lotto droht wegen Glücksspielgesetz in NRW mit Umzug
von Klug99 | #6

Bezüglich der Fidelbude würde es mich sehr freuen, wenn Faber die Millionen zurückzieht.
Ansonsten hoffe ich, dass die Mitarbeiter auch schön "rot/grün" gewählt haben.

02.11.2011
16:58
leider alles nur Gelaber
von Lieber_nicht | #5

Den tollen Lottoservice von Herrn Faber braucht kein Mensch. Der soll nicht nur wegziehen, sondern den Laden komplett schließen !!

2 Antworten
Faber
von paul26 | #5-1

Hallo lieber Schreiber, und was ist mit den Arbeitsplätzen????

Faber
von paul26 | #5-2

Die Arbeitsplätze scheinen Sie wohl nicht zu interessieren????

02.11.2011
14:05
Herr Faber ist nicht allein...
von mike47441 | #4


... Wer fühlt sich von der NRW-Landesregierung NICHT allein gelassen?

02.11.2011
14:00
Faberlotto
von Haydn2009 | #3

Dieser Hansel,mitsamt seiner Firma verstopft nicht nur Briefkästen,sondern gar komplette Hausflure.

1 Antwort
Faber
von paul26 | #3-1

Lieber Schreiber, mehr als 350 Arbeitsplätze hat er in Bochum geschaffen!!!!
Schon mal nachgedacht?????

02.11.2011
13:28
Werbung für Glückspiele ...
von scouti | #2

... gibt es doch im Privatfernsehen ab einer gewissen Uhrzeit genug. Unabhängig von den Pokersendungen im Trash-TV, schiessen die Spielhallen in den Städten wie Unkraut aus dem Boden. Irgendwo muss aber auch das Geld für den Spieleinsatz herkommen. Also lassen sich hier sicherlich Gelder Automatensteuer, Konzessionsabgeben, Gewerbesteuer abschöpfen. Oder kommt hier soviel bei rum, das manche Stadtgebiete fast nur noch Spielhallen anstatt Geschäfte beherbergen.

Stattdessen werden den staatlichen Lotteriegesellschaften immer mehr Auflagen gemacht z. B. Verbot Lottoscheine bequem von zu Hause ausfüllen und abzugenben. Hallo, ein Teil der Gelder kommt auch der Allgemeinheit zu Gute und im Gegensatz zu den Zockersendungen ist hier mein Spieleinsatz mal sinnvoll angelegt. Die Spielsucht lässt sich so nicht bekämpfen, besonders wenn der [vielleicht unbewusst] "Spielsüchtige" die Räume mit den Automatenspielen aufsucht.

Bei der Firma Faber: Da gibt es doch schon seit Jahren Querelen und Streitigkeiten vor den Gerichten. Immer wieder auch gerne mit neuen Auflagen für die jeweiligen Prozessparteien.

1 Antwort
Berichtigung
von scouti | #2-1

Ich "kaufe" noch ein kleines "s" für Glücksspiele in der Überschrift.

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