Envio-Skandal - die Anklage steht
24.06.2011 | 19:03 Uhr 2011-06-24T19:03:00+0200
Dortmund. Landgericht Dortmund wirft dem Chef und dem Betriebsleiter der Dortmunder Firma Envio einen besonders schweren Fall einer Umweltstraftat vor. Envio habe Verseuchung von Mitarbeitern zumindest billigend in Kauf“ genommen, sagt die Staatsanwaltschaft.
Das Dortmunder Amtsgericht kennt Envio-Chef Dr. Dirk Neupert schon. Dort trat er im Herbst 2010 als Nebenkläger in einem Veruntreuungsprozess gegen einen ehemaligen Envio-Produktionsleiter auf – und verlor. Jetzt lernt Neupert das Dortmunder Landgericht kennen, aus der Sicht der Anklagebank. Der verantwortliche Geschäftsführer der Envio Recycling GmbH ist einer der Hauptbeschuldigten der Staatsanwaltschaft. Ihm drohen Jahre Gefängnisstrafe.
Ein Jahr lang arbeitete die Ermittlungskommission „Staub“ der Staatsanwaltschaft Dortmund am Envio-Giftskandal. Jetzt steht sie vor „juristischem Neuland“, wie Oberstaatsanwältin Ina Holznagel sagt. Sie wirft Envio-Chef Dirk Neupert und dessen langjährigem Werkstattleiter unter anderem vorsätzliche Körperverletzung in 51 Fällen vor. Da bisher kein Urteil sage, wann eine PCB-Vergiftung eine strafbare Handlung ist, werde der Fall Envio zum Präzedenzfall.
Zehn Kripobeamte, zwei Wirtschaftsinformatiker, ein Wirtschaftsreferent und drei Staatsanwälte haben 460 Aktenordner mit Betriebs- und Genehmigungsunterlagen, 200 digitale Datenträger, über 1000 Blutuntersuchungen, zahlreiche Boden- und Fegeproben, Wisch-, Staub-, Wasser-, Luftkonzentrations- und Sandproben ausgewertet und mehrere Gutachten zu den Bereichen Arbeitsmedizin, Toxikologie und Arbeitsschutz in Auftrag gegeben. In 216 Zeugenvernehmungen wurden Lieferungen, Betriebsabläufe und Arbeitsschutzstandards untersucht. Eine Stütze der Anklageschrift: die Ergebnisse der Blut- und Gesundheitskontrollen bei 86 Envio-Mitarbeitern, von denen mehr als 80 Prozent mit PCB vergiftet sind. PCB ist ein Gift, das viele Organe schädigt und Krebs erregen kann. Das weiß und sagt jeder Arzt. „Juristisch gesehen ist PCB kein Gift“, sagt Holznagel. Doch die Chemikalie habe viele Menschen krankgemacht, deren Recht auf körperliche Unversehrtheit verletzt. Dies sei vorsätzliche Körperverletzung, sagt die Staatsanwaltschaft und stützt sich auf die Krankenakten.
Neben Neupert droht ehemaligem Betriebsleiter die höchste Strafe
„Zum Zwecke der Gewinnmaximierung“ habe Envio „gegen behördliche Vorgaben verstoßen“ und die Verseuchung von „Mitarbeitern, Leiharbeitern und Beschäftigten von Fremdfirmen zumindest billigend in Kauf“ genommen, sagt die Staatsanwaltschaft. Seit Mai 2006 hätten Envio-Geschäftsführer Neupert und dessen Betriebsleiter ultraverseuchte Transformatoren aus der Untertagedeponie (UTD) Herfa-Neurode illegal „zwischengelagert und teilweise vor der Entsorgung im Freien geöffnet“. Die Entfernung des PCB-verseuchten Bindemittels aus den UTD-Trafos sei „unsachgemäß, zum Beispiel ohne funktionierende Absaugeinrichtung, durchgeführt“, giftiger Staub freigesetzt worden. Und das bei einer „Schutzkleidung“, die „in weiten Teilen für den Umgang mit PCB nicht geeignet“ gewesen sei.
Neben Envio-Boss Neupert droht dessen ehemaligem Betriebsleiter die höchste Strafe. Beide sind Hauptbeschuldigte, beiden wird ein „besonders schwerer Fall einer Umweltstraftat“ vorgeworfen. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft haben sie „eine große Zahl von Menschen in die Gefahr einer Gesundheitsschädigung“ gebracht. Allein darauf stehen Haftstrafen bis zu fünf Jahren. Den beiden anderen Angeschuldigten wird Beihilfe beim unerlaubten Betreiben einer Abfallentsorgungsanlage zur Last gelegt.
Den Fall Envio liegt bei der 35. Kammer des Landgerichts Dortmund. Die entscheidet über den weiteren Verlauf. Das Verfahren dürfte sich weiter ziehen. Bis zum Prozessauftakt werden Monate vergehen, glauben Experten.
07:47
Allein für dieses siegessichere gesicht könnte ich ihn an die wand stellen
07:32
Sofort alle Vermögenswerte dieses verantwortungslosen (wird eh gelöscht) beschlagnahmen. %Jahre sind zu wenig. Wer bezahlt die Folgeschäden bei Mitarbeitern, Anwohnern und nicht zuletzt den Schaden für die Gewässer.
Angler mampffen jahrelang verseuchte Fische, kümmern sich um den gewässerschutz, zahlen beiträge, und dann kommt so ein geldgieriger Ar....... und macht mal eben alles platt. Was ist mit Folgeschäden bei den Nachkommen der Beschäftigten? Wer kommt dafür auf? Sperrt ihn in eine Zelle mit einem Pfund PCB und verabreicht ihm jeden Tag ein gramm
07:01
Da gehört aber auch noch die Gewerbeaufsicht und ein Regierungspräsident mit auf die Anklagebank...die Einen haben ihre Kontrollen in gewohnter Art angemeldet...der Andere hat weg geschaut!
02:30
Und wenn man schon über Arnsberg urteilen möchte - den Pssst!-Deal zwischen Envio und Kasachstan über PCB-Trafolieferungen hatte eine gewisse Karola Geiß-Netthöfel (SPD!), damals Diegels Stellvertreterin, ohne dessen Wissen eingeschädelt. Heute ist sie Chefin des RVR...
00:17
Diegel und Steffens sind schon seit geraumer Zeit kein Paar mehr.
Außerdem sollte Ihnen trotz der einseitigen Berichterstattung durchaus bekannt sein, dass bei Envio Straftaten begangen wurden, nicht in Arnsberg.
20:32
Was für ein ekelhafter Mann, verseucht nicht nur eigene Mitarbeiter, sondern auch die Anwohner in der Umgebung. Für die Kosten der Reinigung des Bodens kann nun der Steuerzahler aufkommen.
Hoffentlich tauscht der Herr seine Villa im Dortmunder Süden bald gegen eine Zelle ein. Mutmaßlich in Kauf zu nehmen, dass andere Menschen an Krebs erkranken können, zeug von extremer Charakterschwäche.
20:07
VERTUSCHUNGSKARTELL CDU-SPD-GRÜNE
Wieso wurde eigentlich der für die Aufsicht mit verantwortliche Regierungspräsident a.D. Diegel
von der CDU nicht mit angeklagt ?
Reicht es im Pott aus, einfach von Arnsberg nach Bochum zu wechseln, und alles ist vergessen ?
Seine Gattin ist ja jetzt überraschend Ministerin über die Grünen in der Neuen Landesregierung geworden.
Interessante Karriereplanung der Beiden.