Das aktuelle Wetter NRW 6°C
Loveparade

Duisburgs OB Sauerland brüskiert Angehörige der Loveparade-Opfer

26.06.2011 | 16:27 Uhr
Duisburgs OB Sauerland brüskiert Angehörige der Loveparade-Opfer
Trauernde legen am Mahnmal für die Opfer der Loveparade-Katastrophe Blumen nieder. Foto: Stephan Eickershoff/ WAZ FotoPool

Duisburg.   Am Ausgang des Unglücks-Tunnels der Loveparade erinnert seit Sonntag ein Mahnmal an die 21 Todesopfer. Rund 500 Menschen waren bei der Einweihung dabei. Duisburgs OB Adolf Sauerland kam nicht. Stattdessen gab’s von ihm eine unangemessene Reaktion.

Der erste Blick des Betrachters fällt auf die Glastafel am Rande der mächtigen Stahlplatte. „Sie kamen, um zu feiern, und fanden den Tod“ ist dort zu lesen. Darunter werden die Namen aller 21 Opfer aufgelistet, die am 24. Juli 2010 bei der Loveparade-Katastrophe in Duisburg ums Leben kamen. Knapp 100 Meter von der Unglücksrampe entfernt gelegen, erhebt sich auf einer Wiese am östlichen Ausgang des Karl-Lehr-Tunnels nun jene stählerne Gedenkstätte, die ein Zeichen der Trauer, des Mitgefühls, aber auch des Innehaltens sein soll. Am Sonntag wurde das Mahnmal offiziell an die Stadt übergeben.

Rund 500 Menschen wohnten dieser ebenso stimmungsvollen wie würdigen Zeremonie bei. Adolf Sauerland suchten sie jedoch erwartungsgemäß vergeblich in diesem Kreis. Der seit der Katastrophe hoch umstrittene Oberbürgermeister, gegen den eine Bürgerinitiative derzeit per Unterschriftenaktion ein Abwahlverfahren anstrebt, zog es vor, einer zeitgleich stattfindenden Preisverleihung für junge Musiker in der Duisburger Oper beizuwohnen. Dort erklärte der OB in seiner Rede, dass es nun wohl wieder einen „medialen Aufschlag“ geben werde, weil er nicht „an der Parallelveranstaltung“ teilnehmen könne. Die Worte Loveparade oder Mahnmal nahm er dabei nicht in den Mund. „Aber ich kann mich ja nicht klonen und an zwei Terminen gleichzeitig teilnehmen“, so Sauerland.

Nackenschlag für die trauernden Angehörigen

Was als scherzhafte Bemerkung gemeint war, erweist sich in seiner Wirkung als weiterer Nackenschlag für die trauernden Angehörigen. Diese hatten in der Vergangenheit bereits mehrmals kritisiert, dass sie bis heute vergeblich auf ein persönliches Wort der Anteilnahme seitens des OB warten.

So war es auch am Sonntag wieder Duisburgs Alt-Oberbürgermeister Josef Krings vorbehalten, den Bürgern der Stadt in einem bedeutenden Moment eine Stimme zu verleihen. Der mittlerweile 84-Jährige lobte nicht nur das bürgerschaftliche Engagement, das die Errichtung dieses Mahnmals überhaupt erst möglich machte. Er vergaß nicht, die Menschen in dieser schweren Zeit zu ermutigen: „Unsere Stadt muss ihr Selbstbewusstsein zurückfinden.“ Und er appellierte an alle Entscheidungsträger der Stadt, dass sie künftig noch gewissenhafter prüfen, ob sie ihre Entscheidungen auch verantworten können.

Thyssen-Krupp spendierte das Material für das Mahnmal

Krings zählt auch zum Kreis der „Spendeninitiative Trauermarsch“, die für die Errichtung dieses Mahnmals verantwortlich zeichnet. Diese bürgerschaftliche Vereinigung hatte eine Woche nach der Katastrophe zu einem Trauermarsch aufgerufen, an dem Hunderte Menschen teilnahmen. 26 300 Euro an Spendengeldern sind bis heute zusammengekommen.

Mahnmal für Loveparade-Opfer eingeweiht

Doch nicht nur Bürger, sondern auch zahlreiche Unternehmen engagieren sich – darunter auch Thyssen-Krupp. Der Stahlkonzern stellte das Material für den tonnenschweren Koloss kostenlos zur Verfügung, zudem halfen acht Auszubildende bei der Fertigstellung mit.

„Sie bleiben uns in Erinnerung“

Adolf Sauerland und die Loveparade

Das Mahnmal ist ein Werk des Duisburger Künstlers Gerhard Losemann. Eine Jury, der auch Vertreter der Hinterbliebenen und der verletzten Opfer angehörten, hatte im Dezember 2010 zwar zunächst einen anderen Entwurf ausgewählt. Dieser wurde jedoch kurz darauf wieder zurückgezogen, nachdem Plagiatsvorwürfe laut geworden waren.

Zum Ende der Zeremonie verlas Alt-OB Krings die Namen aller Opfer. Und er sprach allen Anwesenden aus dem Herzen, als er mit fester Stimme versicherte: „Sie alle bleiben uns in Erinnerung.“

Helfer und Retter bei der Loveparade

 

Thomas Richter

Facebook
 
Videos die Sie interessieren könnten
Kommentare
29.06.2011
14:30
Duisburgs OB Sauerland brüskiert Angehörige der Loveparade-Opfer
von InFlames | #372

Zitat: Ausserdem habe ICH hier keine Person beleidigt.

Na da unterschreicht aber jemand wieder seine Ferne zur Realität :D
Gott Sie sind köstlich, ich hoffe Sie sind wirklich so lustig wie hier, ich würde mir Tickets für Ihre Show Realität - nix für mich! sofort kaufen

:D Sie sind wirklich gut ;D

29.06.2011
14:24
Blockierter Kommentar.
von Beteiligter | #371

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

29.06.2011
14:22
Blockierter Kommentar.
von Beteiligter | #370

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

29.06.2011
14:20
Duisburgs OB Sauerland brüskiert Angehörige der Loveparade-Opfer
von Beteiligter | #369

Ich spreche ja nicht von Ihnen....Fühlen Sie sich angesprochen?

Aber das Verhalten der Moderation spricht nun für sich......

29.06.2011
14:20
Duisburgs OB Sauerland brüskiert Angehörige der Loveparade-Opfer
von makoco | #368

Zitat [...] zog es vor, einer zeitgleich stattfindenden Preisverleihung für junge Musiker in der Duisburger Oper beizuwohnen. Dort erklärte der OB in seiner Rede, dass es nun wohl wieder einen „medialen Aufschlag“ geben werde, weil er nicht „an der Parallelveranstaltung“ teilnehmen könne.

Was soll man dazu noch sagen.

29.06.2011
14:16
Duisburgs OB Sauerland brüskiert Angehörige der Loveparade-Opfer
von wattearvolt | #367

Wäre auf dauer glaubwürdiger!
#366 von Beteiligter , am 29.06.2011 um 14:13

Wenn Sie sich weiter echauffieren, entgleist Ihre Rechtschreibung. Ausserdem habe ICH hier keine Person beleidigt.

29.06.2011
14:13
Duisburgs OB Sauerland brüskiert Angehörige der Loveparade-Opfer
von Beteiligter | #366

Moderation,

ich würde mir wünschen,dass Sie bei den irgendwann IMMER folgenden Beleidigungen der hier üblichen Verdächtigen genauso rigoros vorgehen,wie gegen das Wort albern.....

Wäre auf dauer glaubwürdiger!

29.06.2011
14:09
Blockierter Kommentar.
von Beteiligter | #365

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

29.06.2011
13:58
Blockierter Kommentar.
von Beteiligter | #364

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

29.06.2011
13:56
Duisburgs OB Sauerland brüskiert Angehörige der Loveparade-Opfer
von Beteiligter | #363

Ach so,liebe Moderation....so empfindlich?

Für den geneigten Leser hier:

albertus28 hat watt...etc gesagt,dass er (albertus28) Ritter Axel gefragt hatund sich den,nunja,albernen Kommentar von ihm (wat...etc) verbeten....

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4806199/create

Umfrage
Das Aus für die Drogeriekette Schlecker ist besiegelt. Werden Sie Schlecker vermissen?

Das Aus für die Drogeriekette Schlecker ist besiegelt. Werden Sie Schlecker vermissen?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Filmpremiere Hotel Lux
Bildgalerie
Kino
Streife auf zwei Rädern
Video
Polizei
Bilder des Ruhrmuseums
Bildgalerie
Geschichte
Aus dem Ressort
„Wollen uns jetzt die Krone aufsetzen“
Hallenfußball-Stadtmeiste...
Es war offensichtlich ein gutes Omen. Schon bei der Ge-sprächsrunde im Rundschau-Haus vor Beginn der Hallen-Stadtmeisterschaft hatte Do-minik Behrend keinerlei Be-rührungsängste gezeigt. Beim Gruppenbild mit den sechs Kollegen der anderen Klubs nahm er entschlossen jene Trophäe in die Hand, die er
Rieske widerlegt sämtliche Skeptiker
Hallenfußball-Stadtmeiste...
Was die Hallenfußball-Stadtmeisterschaft betrifft, war der FC Brünninghausen bislang ein unbeschriebenes Blatt. Erst zum sechsten Mal hatte sich der Landesligist für die Endrunde qualifiziert, war dort zuvor meist sang- und klanglos ausgeschieden. Jetzt startete das Team von Trainer Volker Rieske
Video